Jüngling
Form & Grammatik
- Stichwort
- Jüngling
- Worttrennung
- Jüng·ling
- Artikel
- der
- Geschlecht
- maskulin
- Genitiv
- des Jünglings
- Plural
- die Jünglinge
Gebrauch: Gehoben/literarisch; außerdem abwertend oder ironisch für einen als unreif dargestellten jungen Mann.
Definition · kurz erklärt
Ein Jüngling ist ein junger Mann, der noch nicht ganz erwachsen ist. Das Wort wirkt meist gehoben oder literarisch; es kann auch spöttisch einen als unreif dargestellten jungen Mann bezeichnen.
Bedeutungen
Gehobene oder literarische Bezeichnung: In Erzählungen, Gedichten und Beschreibungen älterer Kunst begegnet Jüngling als Bezeichnung einer jungen männlichen Person. Die Wortwahl kann den Text feierlicher oder altertümlicher klingen lassen als die schlichte Formulierung junger Mann.
Abwertend oder ironisch: Im Alltag kann Jüngling dagegen eine gewisse Unfertigkeit hervorheben. In diesem Gebrauch beurteilt der Sprecher die Person, statt lediglich ihr Alter zu nennen. Ob die Bewertung berechtigt ist, muss aus der Situation hervorgehen.
Das Wort gibt kein genaues Alter an. Für amtliche Altersgrenzen oder präzise Angaben in einem Bericht ist es deshalb ungeeignet. Auch eine erwachsene Person kann scherzhaft als Jüngling bezeichnet werden; dann entsteht die Wirkung gerade aus der Abweichung von der gewöhnlichen Altersvorstellung.
Jüngling: Synonyme und andere Wörter
Eine junge männliche Person benennen
junger Mann · Jugendlicher · Bursche
Junger Mann ist die neutralere Umschreibung. Jugendlicher bezeichnet eine Lebensphase und passt nur bei entsprechendem Alter. Bursche ist stärker vom regionalen und sprachlichen Zusammenhang abhängig und kann vertraut oder rau wirken.
„Ein Jüngling betrat den Saal.“ → „Ein junger Mann betrat den Saal.“ Der zweite Satz klingt weniger feierlich.
Eine Bewertung deutlich machen
unerfahrener junger Mann · unreifer junger Mann
Die Umschreibungen erklären verschiedene mögliche Bewertungen. Unerfahren betrifft fehlende Erfahrung; unreif betrifft eine behauptete mangelnde Entwicklung. Ein junger Mensch kann auf einem Gebiet unerfahren und dennoch besonnen handeln.
Stilistisch neutraler als „Er hielt den Besucher für einen Jüngling ohne Erfahrung“ ist: „Er hielt den Besucher für einen unerfahrenen jungen Mann.“
Verwendung und Beispiele
„Auf dem Gemälde reicht ein Jüngling dem alten Mann einen Zweig.“
In einer Kunstbeschreibung kann das gehobene Wort zum Stil passen. Es benennt hier die dargestellte Altersstufe. Eine Aussage über den Charakter oder die Erfahrung der Figur enthält es noch nicht.
„Der Redner lächelte über den vermeintlichen Jüngling, bis dessen genaue Rückfrage ihn verstummen ließ.“
„Vermeintlich“ zeigt, dass die anfängliche Einordnung problematisch ist. Die Szene macht eine unterschätzende Haltung sichtbar. Für die Analyse ist das Verhalten der Figuren aussagekräftiger als das Etikett allein.
Grammatik
Jüngling ist maskulin und wird stark dekliniert: des Jünglings, die Jünglinge, den Jünglingen. Im Dativ und Akkusativ Singular bleibt die Grundform erhalten. Die Trennstelle liegt vor -ling: Jüng·ling.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Jüngling | die Jünglinge |
| Genitiv | des Jünglings | der Jünglinge |
| Dativ | dem Jüngling | den Jünglingen |
| Akkusativ | den Jüngling | die Jünglinge |
Gehobene Wortwahl einordnen
Bei einer Charakterisierung sollte ein Zitat mit Jüngling nicht automatisch als Spott gelesen werden. In einem literarisch gehobenen Text kann das Wort schlicht zum Sprachstil gehören. Ironie ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Wortwahl, Situation und erkennbarer Sprecherhaltung.
