Jungsein
Form & Grammatik
- Stichwort
- Jungsein
- Worttrennung
- Jung·sein
- Artikel
- das
- Geschlecht
- Neutrum
- Genitiv
- des Jungseins
- Plural
- kein Plural in der Zustandsbedeutung
Substantiviert: das Jungsein. Als Verbindung aus Adjektiv und Verb: jung sein.
Definition · kurz erklärt
Jungsein bezeichnet den Zustand oder das Erleben, jung zu sein. Das substantivierte Wort kann die Lebensphase der Jugend allgemein meinen oder die persönliche Erfahrung, noch jung zu sein.
Bedeutungen
Mit Jungsein lässt sich über eine Lebensphase sprechen, ohne einen einzelnen Menschen zu benennen. In „die Freuden des Jungseins“ geht es beispielsweise um Erfahrungen, die jemand mit dieser Phase verbindet. Welche Erfahrungen gemeint sind, muss der Text näher erklären.
Das Wort enthält keine feste Altersgrenze. Es kann in einer persönlichen Erinnerung, einer gesellschaftlichen Diskussion oder einem literarischen Text unterschiedlich eingegrenzt werden. Jungsein bedeutet auch nicht automatisch Unbeschwertheit, Gesundheit oder fehlende Verantwortung.
In einer Charakterisierung kann der Begriff helfen, eine Perspektive zu beschreiben: Eine Figur bewertet ihr Jungsein vielleicht als Freiheit, eine andere erlebt Abhängigkeit. Überzeugend wird die Analyse, wenn sie diese Deutung an Aussagen und Handlungen der Figur zeigt.
Jungsein: Synonyme und andere Wörter
Die Lebensphase benennen
Jugend · junge Lebensjahre
Jugend ist die üblichere Bezeichnung einer Lebensphase. Jungsein hebt stärker den Zustand oder die Erfahrung hervor. Junge Lebensjahre wirkt erklärend und lässt sich gut verwenden, wenn konkrete Erinnerungen gemeint sind.
„Sie erinnert sich an ihr Jungsein.“ → „Sie erinnert sich an ihre Jugend.“ Die zweite Fassung klingt alltäglicher; die erste betont stärker das frühere Lebensgefühl.
Alter und Wirkung unterscheiden
Jugendlichkeit · junges Lebensgefühl
Jugendlichkeit kann ein Auftreten oder eine Wirkung meinen, auch bei älteren Menschen. Ein junges Lebensgefühl beschreibt eine Selbstwahrnehmung. Beides ist deshalb nicht in jedem Zusammenhang dasselbe wie tatsächliches Jungsein.
„Er schätzt ihre Jugendlichkeit.“ bedeutet nicht automatisch, dass er ihr geringes Lebensalter meint.
Verwendung und Beispiele
„Im Gespräch erzählte sie, was Jungsein in ihrem Heimatort bedeutet hatte.“
Das Wort öffnet eine Frage nach Erfahrungen und Lebensbedingungen. Der Satz behauptet keine für alle Jugendlichen gleiche Erfahrung.
„Die Erzählung verbindet das Jungsein der Figur mit Neugier, zeigt aber auch ihre Unsicherheit.“
Die zwei Eigenschaften werden als Deutung des konkreten Textes genannt. Sie gehören nicht schon zwingend zur Wortbedeutung.
Grammatik
Als Substantiv heißt es das Jungsein, Genitiv des Jungseins. In der hier beschriebenen Zustandsbedeutung wird kein Plural verwendet. Die Worttrennung lautet Jung·sein.
Die Schreibung hängt von der Funktion im Satz ab: Das Jungsein ist ein substantivierter Ausdruck und wird zusammen- und großgeschrieben. In jung sein stehen dagegen das Adjektiv jung und das Verb sein getrennt: „Es ist schön, jung zu sein.“
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | das Jungsein |
| Genitiv | des Jungseins |
| Dativ | dem Jungsein |
| Akkusativ | das Jungsein |
Jungsein oder jung sein?
„Über das Jungsein lässt sich viel erzählen.“ · „Man muss nicht jung sein, um etwas Neues zu lernen.“
Im ersten Satz steht ein Artikel vor dem Substantiv. Im zweiten Satz beschreibt jung die Person in Verbindung mit sein. Eine Suchanfrage ohne Großschreibung kann beide Verwendungen meinen; im fertigen Satz entscheidet die Grammatik.
