Karte
Form & Grammatik
- Stichwort
- Karte
- Worttrennung
- Kar·te
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Karte
- Plural
- die Karten
Gebrauch: Viele kontextabhängige Kurzformen; Tabelle für zählbare Verwendungen, besondere Sammelverwendungen getrennt.
Definition · kurz erklärt
Karte kann einen kleinen Informationsträger, eine räumliche Darstellung oder unterschiedliche Nachweise und Spielmittel bezeichnen. Oft ist das Wort eine Kurzform, etwa für Landkarte, Fahrkarte, Speisekarte oder Spielkarte. Deshalb bestimmt der Zusammenhang die genaue Bedeutung.
Bedeutungen
Orientierung und Information
Eine Landkarte stellt einen Raum mit ausgewählten Informationen dar. Sie kann auf Papier oder auf einem Bildschirm erscheinen. Eine Karte ist also nicht immer ein Gegenstand aus Karton. Welche Wege, Grenzen oder Orte zu sehen sind, hängt von ihrem Zweck und Maßstab ab.
Nachweise und Mitteilungen
Im Restaurant meint Karte häufig die Speisekarte. Am Bahnhof kann eine Fahrkarte gemeint sein, im Theater eine Eintrittskarte, bei einer Urlaubsnachricht eine Postkarte. Beim Bezahlen bezeichnet Karte meist ein entsprechendes Zahlungsmittel. Das ausgeschriebene Wort hilft, wenn mehrere Bedeutungen möglich sind.
Spiel und Technik
Spielkarten sind Bestandteile eines Kartenspiels. Im Sport kann eine farbige Karte eine Entscheidung der Spielleitung anzeigen. In der Computertechnik bezeichnet Karte außerdem ein Bauteil wie eine Steckkarte. Diese Verwendungen haben eigene Sachzusammenhänge; ihre Einzelheiten ergeben sich nicht aus dem Wort Karte allein.
Karte: Synonyme und andere Wörter
Die passende Kurzform auflösen
Landkarte · Fahrkarte · Eintrittskarte · Speisekarte
Diese Wörter sind keine beliebig austauschbare Synonymliste. Sie legen jeweils eine Bedeutung fest. Eine Eintrittskarte ist keine Landkarte, auch wenn beide im Gespräch Karte heißen.
„Hast du die Karte?“ wird eindeutiger als „Hast du die Eintrittskarte?“ oder „Hast du die Wanderkarte?“
Verwandte Darstellungen vergleichen
Plan · Übersicht · Ticket
Plan passt etwa zu einer schematischen Raumdarstellung. Ticket kann einen Beförderungs- oder Zutrittsnachweis meinen. Übersicht ist weiter gefasst und muss keine räumlichen Beziehungen abbilden.
„Die Karte zeigt alle Wanderwege“ beschreibt eine räumliche Darstellung. „Die Liste nennt alle Wanderwege“ liefert eine andere Art von Übersicht.
Verwendung und Beispiele
„Mara öffnet die Karte auf dem Handy und sucht den Eingang des Museums.“
Es ist eine digitale räumliche Darstellung gemeint. Das Material Papier gehört nicht zwingend zur Bedeutung.
„Vor der Vorstellung kontrolliert das Team die Karten.“
Der Kontext legt Eintrittskarten nahe. In einer isolierten Arbeitsanweisung wäre die ausführliche Bezeichnung eindeutiger.
Grammatik
Es heißt die Karte, der Karte, die Karten. Die Worttrennung lautet Kar·te. Der Plural endet auf -n; im Singular bleibt das Substantiv in allen Fällen gleich.
Die Tabelle zeigt die gewöhnlichen zählbaren Verwendungen. Im Kartenspiel kann Karte auch ein bestimmtes Kartensystem als Ganzes bezeichnen, etwa in „die deutsche Karte“. Solcher Sammelgebrauch wird nicht wie einzelne Spielkarten gezählt.
In der Verbindung Karten spielen wird Karten großgeschrieben: Es bleibt ein Substantiv. In übertragenen Wendungen wie „jemandem die rote Karte zeigen“ beschreibt die Farbe keine beliebige Karte, sondern gehört zum sprachlichen Bild.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Karte | die Karten |
| Genitiv | der Karte | der Karten |
| Dativ | der Karte | den Karten |
| Akkusativ | die Karte | die Karten |
Redewendungen mit Karte
Mit offenen Karten spielen
Das bedeutet, die eigenen Absichten und Voraussetzungen offenzulegen. „Vor der Gruppenarbeit spielen wir mit offenen Karten: Zwei von uns können am Wochenende nicht.“ Die Wendung beschreibt einen ehrlichen, transparenten Umgang, kein wirkliches Kartenspiel.
Alles auf eine Karte setzen
Wer alles auf eine Karte setzt, macht viel oder alles von einer einzigen Möglichkeit abhängig. „Die Gruppe setzt mit ihrem einzigen Probetermin alles auf eine Karte.“ Der Satz betont das Risiko fehlender Alternativen, nicht die Sicherheit eines Erfolgs.
Die Karten auf den Tisch legen
Gemeint ist, Pläne oder entscheidende Informationen offen zu nennen. „Nach langem Ausweichen legt er die Karten auf den Tisch und erklärt, weshalb er aussteigen will.“ Die Wendung hebt den Moment der Offenlegung hervor.
