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Kasten

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Kasten
Worttrennung
Kas·ten
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Kastens
Plural
die Kästen; selten die Kasten

Gebrauch: Regional auch Schrank; umgangssprachliche und fachliche Bedeutungen kontextabhängig. Seltene Pluralvariante getrennt.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Kasten ist häufig ein rechteckiger Behälter. Das Wort kann außerdem unter anderem einen Getränkekasten, ein Turngerät, einen umrahmten Text oder regional einen Schrank bezeichnen. Umgangssprachlich wird es auch für bestimmte Geräte, Gebäude oder ein Tor gebraucht.

Bedeutungen

Die Grundvorstellung eines kastenförmigen Gegenstands verbindet mehrere Bedeutungen. Ein Kasten kann etwas aufnehmen, schützen oder ordnen. Ob er einen Deckel hat, aus welchem Material er besteht und wozu er dient, muss der Zusammenhang klären.

Bei Getränken ist meist ein Transportbehälter für Flaschen gemeint. Im süddeutschen, österreichischen und schweizerischen Sprachgebrauch kann Kasten einen Schrank bezeichnen. Ein Infokasten ist dagegen eine abgegrenzte Textfläche; er muss kein körperlicher Behälter sein.

In der Turnhalle ist der Sprungkasten ein Gerät. Im Fußballjargon kann der Kasten das Tor sein. Abwertend wird Kasten für ein als klobig empfundenes Gebäude, Fahrzeug oder Gerät verwendet. Auch eine auffällig breite Person kann so bezeichnet werden; dieser Gebrauch beurteilt das Aussehen und kann verletzend wirken.

Daneben gibt es kontextabhängige Kurzformen für Brief-, Schau- oder Schubkasten. In älterer Soldatensprache kann Kasten einen Arrestbereich meinen. Für eine verständliche Beschreibung ist die ausführlichere Bezeichnung oft hilfreicher.

Kasten: Synonyme und andere Wörter

Einen Behälter beschreiben

Kiste · Box · Behälter

Kiste und Box sind nahe Wörter, decken aber nicht alle Sonderbedeutungen ab. Behälter ist allgemeiner. Ein Infokasten ist etwa keine Kiste, sondern ein Gestaltungselement.

„Die Schrauben liegen in einem Kasten.“ → „Die Schrauben liegen in einer Box.“ Das funktioniert beim Aufbewahren, nicht automatisch beim Turngerät.

Den Sachzusammenhang nennen

Schrank · Sprungkasten · Tor · Textfeld

Diese Ersatzwörter sind nur in den jeweils passenden Bedeutungen richtig. Sie machen eine ansonsten mehrdeutige Aussage präziser.

„Sie steht vor dem Kasten“ kann in verschiedenen Zusammenhängen etwas anderes heißen. „Sie steht vor dem Schrank“ legt das Möbelstück fest.

Verwendung und Beispiele

„Die wichtigsten Regeln stehen in einem farbigen Kasten neben dem Beispiel.“

Gemeint ist eine hervorgehobene Textfläche. Die räumliche Anordnung hilft beim Lesen.

„Im Bericht nennt der Erzähler das neue Gebäude einen grauen Kasten.“

Die Bezeichnung vermittelt eine kritische Wahrnehmung der Form. Sie ist keine neutrale architektonische Beschreibung.

Grammatik

Kasten ist maskulin: der Kasten, des Kastens. Der übliche Plural lautet die Kästen. Seltener ist auch der Plural die Kasten belegt. Die Worttrennung ist Kas·ten.

Beide Pluralreihen werden unten getrennt gezeigt. In den üblichen Formen bleibt Kästen auch im Dativ Plural unverändert: den Kästen. Der Umlaut ist ein Teil der Wortform, keine zusätzliche Endung.

Die gleich geschriebene Form Kasten kann außerdem der Plural von Kaste sein. Das ist ein anderes Substantiv mit einer anderen Bedeutung und kein weiterer Behältersinn.

Kasten: Beugung nach Fällen
FallSingularPlural
Nominativder Kastendie Kästen
Genitivdes Kastensder Kästen
Dativdem Kastenden Kästen
Akkusativden Kastendie Kästen
Kasten: seltene Pluralvariante ohne Umlaut
FallPlural: selten
Nominativdie Kasten
Genitivder Kasten
Dativden Kasten
Akkusativdie Kasten

Was heißt etwas auf dem Kasten haben?

Wer etwas auf dem Kasten hat, gilt umgangssprachlich als fähig oder klug. „Beim Reparieren zeigt sie, dass sie einiges auf dem Kasten hat.“ Das Lob bezieht sich hier auf beobachtete Fähigkeiten. Ein tatsächlicher Behälter ist nicht gemeint.

Etwas im Kasten haben

Wenn eine Aufnahme im Kasten ist, ist sie gelungen aufgenommen beziehungsweise fertiggestellt. „Die letzte Szene ist im Kasten; nun beginnt der Schnitt.“ Die Wendung beschreibt einen erreichten Arbeitsschritt, nicht notwendig das Ende des gesamten Projekts.