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Kladde

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Kladde
Worttrennung
Klad·de
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Kladde
Plural
die Kladden

Gebrauch: Landschaftlich: Heft für erste Niederschriften oder Notizen, Geschäftsbuch für vorläufige Einträge sowie vorläufiger Entwurf. Dativ Plural: den Kladden.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Kladde ist eine landschaftlich gebrauchte Bezeichnung für ein Heft mit ersten Niederschriften oder Notizen, ein Geschäftsbuch für vorläufige Einträge oder einen vorläufigen Entwurf. Es heißt die Kladde, der Kladde und die Kladden.

Bedeutungen

Ein Heft für erste Niederschriften und Notizen

Eine Kladde kann ein Heft sein, in dem erste Entwürfe, Notizen oder andere vorläufige Aufzeichnungen festgehalten werden. Hier ist der Gegenstand gemeint, in den geschrieben wird.

„Für die Vorbereitung des Vortrags legt Jana eine dicke Kladde mit Registerzetteln auf den Tisch.“

Das Beispiel nennt ein Schreibheft. Ob seine Einträge bereits ausformulierte Sätze, Stichpunkte oder Zeichnungen enthalten, bleibt offen.

Ein Geschäftsbuch für vorläufige Einträge

Im geschäftlichen Zusammenhang kann Kladde ein Buch für vorläufige Vermerke und Einträge bezeichnen. Welche Vorgänge darin festgehalten werden, muss der jeweilige Text zeigen.

„In der Erzählung vermerkt die Ladenbesitzerin die eingetroffenen Waren zunächst in ihrer Kladde.“

Die Kladde ist hier ein Geschäftsbuch mit vorläufigen Einträgen. Der Satz beschreibt eine erfundene Handlung und legt keine Regeln für die heutige Buchführung fest.

Ein vorläufiger Text

Kladde kann außerdem den vorläufigen Entwurf oder die erste Niederschrift selbst bezeichnen. Hier geht es um den Textstand und nicht notwendig um ein bestimmtes gebundenes Heft.

„Vor dem Überarbeiten verteilt die Autorin die Kladde ihres Vortrags an die anderen.“

Gemeint ist die vorläufige Fassung. Der Satz lässt offen, auf welchem Papier sie vorliegt und ob sie später noch stark verändert wird.

Synonyme: andere Wörter für Kladde

Beim Schreibgegenstand: Notizheft oder Kladde

Heft · Notizheft · Notizbuch

Notizheft und Notizbuch heben das Festhalten von Notizen hervor. Heft ist allgemeiner; es kann auch andere Gegenstände und Bedeutungen bezeichnen.

„Auf dem Pult liegt eine Kladde mit Vortragsnotizen.“ → „Auf dem Pult liegt ein Notizheft mit Vortragsnotizen.“

Die Sätze können denselben Gegenstand meinen. Die genaue Bindung oder Ausstattung ergibt sich daraus noch nicht.

Beim geschäftlichen Gebrauch: Buch für vorläufige Einträge

Geschäftsbuch für vorläufige Einträge

Die Umschreibung macht den besonderen Verwendungszusammenhang ausdrücklich. Ein beliebiges Notizheft muss dagegen keine geschäftlichen Vermerke enthalten.

„Die Lieferungen sind in der Kladde vermerkt.“ → „Die Lieferungen sind im Buch für vorläufige Geschäftseinträge vermerkt.“

Im beschriebenen Zusammenhang kann dieselbe Aufzeichnung gemeint sein. Die Umschreibung ersetzt keine Prüfung eines konkreten Buchführungssystems.

Beim Textstand: Entwurf oder Rohfassung

Entwurf · Rohfassung · Konzept

Diese Wörter passen zur vorläufigen Fassung eines Textes. Sie bezeichnen nicht ohne Weiteres das Heft, in dem mehrere unterschiedliche Notizen stehen.

„Die Autorin verteilt die Kladde ihres Vortrags.“ → „Die Autorin verteilt die Rohfassung ihres Vortrags.“

Im Textzusammenhang können beide Sätze dieselbe Fassung meinen. Das Wort Rohfassung macht die Vorläufigkeit besonders deutlich.

Beispiele und Verwendung

Gegenstand oder Inhalt

„Die Kladde hat einen festen Einband; die Kladde des Vortrags enthält noch offene Stellen.“

Der erste Teilsatz beschreibt den Schreibgegenstand, der zweite den vorläufigen Text. Das Wort kann in beiden Sätzen unterschiedlich gemeint sein.

Die Mehrzahl verwenden

„Im Archiv liegen mehrere Kladden aus derselben Werkstatt.“

Kladden ist die Mehrzahl. Welche Arten von Einträgen die Bücher enthalten, muss zusätzlich beschrieben werden.

Den Dativ Plural erkennen

„Zwischen den Kladden liegt ein loses Titelblatt.“

Den Kladden ist Dativ Plural. Die Mehrzahl endet bereits auf n und erhält kein weiteres.

Grammatik und Beugung

Kladde ist ein weibliches Substantiv. Im Singular bleiben alle Nomenformen gleich geschrieben. Der Plural lautet Kladden, auch im Dativ: den Kladden. Die landschaftliche Gebrauchsangabe betrifft das Wort insgesamt, nicht nur eine einzelne Tabellenzelle.

Kladde: Singular und Plural; landschaftlicher Gebrauch
FallSingularPlural
Nominativdie Kladdedie Kladden
Genitivder Kladdeder Kladden
Dativder Kladdeden Kladden
Akkusativdie Kladdedie Kladden

Schreibweise und Worttrennung

Die Worttrennung lautet Klad·de, im Plural Klad·den. Das doppelte d bleibt in allen hier gezeigten Formen erhalten.

Wortfamilie und verwandte Wörter

Zusammensetzungen wie Schulkladde und Kassenkladde nennen einen Verwendungszusammenhang genauer. Sie sind keine weiteren Kasusformen des Hauptlemmas. Die Wortgeschichte legt zudem nicht fest, dass heutige Einträge unordentlich oder unleserlich sein müssten.