Meine Wörter

Kohl

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Kohl
Worttrennung
Kohl
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Kohls / des Kohles
Plural
die Kohle (Kohlarten; selten); kein Plural bei „Unsinn“

Gebrauch: Meist Singular. Kohl für Unsinn: umgangssprachlich, abwertend und veraltend.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Kohl bezeichnet bestimmte Gemüsepflanzen und daraus zubereitete Speisen. Daneben kann das Wort umgangssprachlich und abwertend für Unsinn stehen. Diese zweite Verwendung wirkt heute eher veraltend.

Bedeutungen

Gemüse und Speise

Beim Anbau ist mit Kohl die Pflanze gemeint; auf dem Teller bezeichnet das Wort das Gemüse oder eine daraus bereitete Speise. Ergänzungen wie Weißkohl, Rotkohl oder Grünkohl machen die gemeinte Art genauer.

In allgemeinen Mengenangaben steht häufig der Singular: viel Kohl, ein Kilo Kohl. Mehrere einzelne Pflanzen lassen sich mit Kohlpflanzen oder, wo die Form passt, mit Kohlköpfen verständlich benennen.

Abwertend: Unsinn

Wer eine Behauptung als Kohl bezeichnet, weist sie als unsinnig zurück. Der Ausdruck erklärt noch nicht, welcher Teil falsch oder unverständlich sein soll. In einer sachlichen Diskussion ist eine konkrete Begründung hilfreicher.

Dieser Gebrauch ist umgangssprachlich und veraltend. In einem älteren Dialog kann er eine abfällige Haltung einer Figur zeigen. Gemüse ist in einem solchen Satz normalerweise nicht gemeint.

Kohl: Synonyme und andere Wörter

Wenn die Pflanze gemeint ist

Kohlpflanze · Kohlkopf · genaue Sortenbezeichnung

Kohlpflanze macht den botanischen Gegenstand deutlich. Kohlkopf passt nur, wenn tatsächlich ein Kopf gemeint ist. Die konkrete Bezeichnung Weißkohl ist genauer, aber nicht für jede Kohlart richtig.

„Auf dem Beet steht noch Kohl.“ → „Auf dem Beet stehen noch Kohlpflanzen.“ Die zweite Fassung hebt die einzelnen Pflanzen hervor.

Bei einer abgelehnten Aussage

Unsinn · Unfug · Blödsinn

Unsinn ist heute meist verständlicher. Blödsinn wirkt ebenfalls deutlich abwertend. Keines dieser Wörter ersetzt eine Begründung; mit unzutreffend und einer Erklärung lässt sich eine Aussage genauer prüfen.

„Was er da erzählt, ist Kohl.“ → „Was er da erzählt, ist Unsinn.“ Die Ablehnung bleibt erhalten, klingt aber weniger altertümlich.

Verwendung und Beispiele

„Im Garten wuchs noch Kohl, während die restlichen Beete schon leer waren.“

Das Verb wachsen legt die Pflanzenbedeutung fest. Über die Zubereitung oder den Geschmack einer Mahlzeit wird nichts gesagt.

„Die Figur nennt den Plan Kohl, geht aber auf keinen der Vorschläge ein.“

Hier wird eine abwertende Reaktion beschrieben. Eine Analyse kann gerade das fehlende Argument hervorheben. Der Satz behauptet nicht, dass der Plan tatsächlich unbrauchbar sei.

Grammatik

Es heißt der Kohl, im Genitiv des Kohls oder des Kohles. Der Plural die Kohle gehört zur Pflanzenbedeutung; im Alltag sind Umschreibungen wie Kohlarten oder Kohlpflanzen oft eindeutiger.

Bei Kohl im Sinn von Unsinn gibt es keinen Plural. Die beiden Verwendungen werden deshalb in getrennten Tabellen gezeigt. Das einsilbige Wort hat keine innere Worttrennung.

Die Form die Kohle kann außerdem ein ganz anderes Substantiv im Singular sein, etwa als Bezeichnung für Brennstoff. Ob Pflanzen oder ein anderer Stoff gemeint sind, zeigt der Satz. Der Nachname Kohl ist eine weitere, hier nicht als Sachwort erklärte Verwendung.

Deklination von Kohl: Pflanzenbedeutung
FallSingularPlural
Nominativder Kohldie Kohle
Genitivdes Kohls / des Kohlesder Kohle
Dativdem Kohlden Kohlen
Akkusativden Kohldie Kohle
Deklination von Kohl: Unsinn, nur Singular
FallSingular
Nominativder Kohl
Genitivdes Kohls / des Kohles
Dativdem Kohl
Akkusativden Kohl

Redewendungen und feste Verbindungen

Das macht den Kohl nicht fett

Die umgangssprachliche Wendung bedeutet, dass ein kleiner Beitrag oder Vorteil die Lage nicht wesentlich verbessert.

„Zwei Minuten weniger Wartezeit machen den Kohl nicht fett, wenn die Fahrt insgesamt drei Stunden dauert.“ Hier wird eine Verbesserung als zu gering bewertet. Der Ausdruck sagt nichts über den tatsächlichen Fettgehalt einer Speise.