Korpus
Form & Grammatik
- Stichwort
- Korpus
- Worttrennung
- Kor·pus
- Artikel
- das Korpus (Sprachsammlung); der Korpus (Möbelkörper)
- Geschlecht
- Neutrum oder Maskulinum, je nach Bedeutung
- Genitiv
- des Korpus
- Plural
- Korpora (Sprachsammlungen); Korpusse (Möbelkörper)
Für eine Sprachsammlung heißt es das Korpus, Genitiv des Korpus, Plural die Korpora. Beim Möbelkörper steht der Korpus, ebenfalls des Korpus, Plural Korpusse. Beim Instrument ist auch das neutrale Genus belegt. Die Tabelle zeigt die beiden Hauptzuordnungen.
Korpus: Ein Korpus ist eine für Untersuchungen zusammengestellte Sammlung sprachlicher Daten. Als der Korpus bezeichnet das Wort außerdem den Körper beziehungsweise Grundaufbau eines Möbelstücks oder Instruments.
- Eintrag
- Korpus
- Wortart / Thema
- Substantiv
Was bedeutet Korpus?
In der Sprachwissenschaft besteht ein Korpus beispielsweise aus Zeitungsartikeln, Gesprächen oder literarischen Texten. Es erlaubt, tatsächliche Verwendungen systematisch zu untersuchen. Welche Aussagen daraus möglich sind, hängt von der Auswahl ab: Eine Sammlung historischer Briefe bildet nicht automatisch den heutigen Alltagsgebrauch ab.
Beim Möbelbau ist der Korpus der tragende Grundkörper eines Möbelstücks. Bei Instrumenten kann der Resonanzkörper gemeint sein. Diese Bedeutungen sind vom Textkorpus zu unterscheiden. Das Genus und die Mehrzahlformen helfen dabei, auch wenn beim Instrumentenkörper mehrere Gebrauchsweisen vorkommen.
Schreibweise und typische Stolperstellen
Das Wort wird mit K geschrieben; die Variante Corpus begegnet insbesondere in lateinisch geprägten Bezeichnungen. Für die sprachliche Sammlung heißt die Mehrzahl Korpora. Beim körperlichen Grundaufbau ist Korpusse gebräuchlich. Die Schreibungen dürfen nicht nach einem pauschalen Muster vertauscht werden.
Grammatik und Formen
Für eine Sprachsammlung heißt es das Korpus, Genitiv des Korpus, Plural die Korpora. Beim Möbelkörper steht der Korpus, ebenfalls des Korpus, Plural Korpusse. Beim Instrument ist auch das neutrale Genus belegt. Die Tabelle zeigt die beiden Hauptzuordnungen.
Deklination von Korpus
Für eine Sprachsammlung heißt es das Korpus, Genitiv des Korpus, Plural die Korpora. Beim Möbelkörper steht der Korpus, ebenfalls des Korpus, Plural Korpusse. Beim Instrument ist auch das neutrale Genus belegt. Die Tabelle zeigt die beiden Hauptzuordnungen.
| Fall | Sprachsammlung: Singular | Sprachsammlung: Plural | Möbelkörper: Singular | Möbelkörper: Plural |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | das Korpus | die Korpora | der Korpus | die Korpusse |
| Genitiv | des Korpus | der Korpora | des Korpus | der Korpusse |
| Dativ | dem Korpus | den Korpora | dem Korpus | den Korpussen |
| Akkusativ | das Korpus | die Korpora | den Korpus | die Korpusse |
Drei eigene Beispiele mit Erklärung
Sprachuntersuchung
„Das Korpus enthält Interviews aus verschiedenen Altersgruppen.“
Die Beschreibung nennt die Art des Materials und einen Aspekt seiner Auswahl.
Möbel
„Der Korpus des Schranks bleibt erhalten, während die Türen ersetzt werden.“
Gemeint ist der tragende Grundkörper.
Methodische Grenze
„Im untersuchten Korpus kommt die Wendung selten vor; daraus folgt noch nicht, dass sie überall selten ist.“
Die Beobachtung wird auf die tatsächlich untersuchte Sammlung begrenzt.
Passend und verständlich verwenden
Textsammlung ist eine verständliche Erklärung für ein schriftliches Korpus. Ein Korpus kann jedoch auch gesprochene Sprache und zusätzliche Informationen enthalten. Grundkörper passt zur Möbelbedeutung, Resonanzkörper zu bestimmten Instrumenten. Ein beliebiger Austausch dieser Wörter würde den Fachbezug verwischen.
Wer Korpusbelege verwendet, sollte die Fundstelle und den Zusammenhang lesen. Ein Treffer kann ein Zitat, ein Schreibfehler oder ein bewusst ungewöhnlicher Gebrauch sein. Die Häufigkeit allein entscheidet nicht darüber, ob eine Form in einem bestimmten eigenen Text passt.
Für eine kleine schulische Untersuchung kann man beispielsweise die Überschriften einer festgelegten Anzahl von Artikeln sammeln. Wichtig ist, die Auswahlregel offenzulegen und die Beobachtung nicht vorschnell auf alle Zeitungstexte zu übertragen.
