Kraft
Form & Grammatik
- Stichwort
- Kraft
- Worttrennung
- Kraft
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Kraft
- Plural
- die Kräfte; Gebrauch bedeutungsabhängig
Gebrauch: Stärke, Wirksamkeit, Arbeitskraft oder physikalische Größe. Politisch gerichtete Gruppen: Kräfte nur im Plural. Präposition kraft und Familienname getrennt behandeln.
Definition · kurz erklärt
Kraft bezeichnet die Fähigkeit, etwas zu bewirken, oder körperliche beziehungsweise geistige Stärke. Je nach Zusammenhang kann auch eine wirkende Ursache, eine beschäftigte Person oder eine physikalische Größe gemeint sein.
Bedeutungen
Stärke und Leistungsvermögen
Wer Kraft für eine Aufgabe braucht, muss eine Anstrengung bewältigen können. Das kann körperlich oder geistig gemeint sein. Die Formulierung nennt noch keinen genauen Messwert und sagt nicht, dass eine Person jede andere Aufgabe ebenso gut bewältigt.
Wirksamkeit und Antrieb
Auch die Wirkung einer Sache kann als ihre Kraft bezeichnet werden. In einer Wendung wie die Kraft der Bilder geht es etwa um ihren Einfluss auf die Betrachtenden. Welche Wirkung tatsächlich eintritt, sollte der Text durch konkrete Hinweise zeigen.
Menschen und Gruppen
Eine neue Kraft einstellen bezeichnet eine beschäftigte Person. Das grammatische Femininum sagt dabei nichts über deren Geschlecht. Im Plural können politische Kräfte Gruppen oder Strömungen mit einer bestimmten Ausrichtung meinen. Diese Verwendung ist von der einzelnen Arbeitskraft zu unterscheiden.
Die physikalische Größe
In der Physik kann eine Kraft den Bewegungszustand oder die Form eines Körpers verändern. Das ist ein fachlich bestimmter Gebrauch. Die alltagssprachlichen Wörter Energie und Leistung sind in einer physikalischen Erklärung keine frei austauschbaren Ersatzwörter für Kraft.
Kraft: Synonyme und andere Wörter
Leistungsvermögen beschreiben
Stärke · Leistungsvermögen · Energie
Stärke liegt bei körperlichem Vermögen nahe. Leistungsvermögen betont die Fähigkeit zu einer Leistung. Energie kann alltagssprachlich Tatkraft meinen, bezeichnet in der Physik jedoch eine andere Größe.
„Für den letzten Anstieg fehlte ihr die Kraft.“ → „Für den letzten Anstieg fehlte ihr die nötige körperliche Stärke.“
Die zweite Fassung legt den körperlichen Bezug fest. Bei einer belastenden Entscheidung wäre diese Präzisierung möglicherweise zu eng.
Eine beschäftigte Person benennen
Arbeitskraft · Mitarbeiter · Mitarbeiterin
Diese Bezeichnungen passen zur Personenbedeutung. Arbeitskraft kann aber auch das Leistungsvermögen eines Menschen statt der Person meinen. Ein genauer Satz macht den Bezug deutlich.
„Das Team sucht eine weitere Kraft.“ → „Das Team sucht eine weitere Mitarbeiterin oder einen weiteren Mitarbeiter.“
Die Umschreibung benennt die Person ausdrücklich. Sie erklärt nicht die physikalische oder übertragene Bedeutung.
Verwendung und Beispiele
„Mit letzter Kraft schob Leo die schwere Tür auf und setzte sich danach erschöpft auf die Bank.“
Die anschließende Erschöpfung erklärt die Wendung im konkreten Ablauf. Aus dieser einzelnen Situation folgt kein Urteil über seine allgemeine Belastbarkeit.
„Die neue Kraft unterstützte das Team bei den Anmeldungen und lernte zunächst die Abläufe kennen.“
Hier ist eine Person gemeint. Weder das grammatische Femininum noch die Bezeichnung neu legt ihr persönliches Geschlecht oder ihre bisherige Berufserfahrung fest.
Grammatik
Es heißt die Kraft und im Genitiv der Kraft. Der Plural lautet die Kräfte, im Dativ den Kräften. Neben den Endungen ändert sich der Vokal zu ä. Die Gruppenbedeutung politische Kräfte wird nur im Plural verwendet. Die Tabelle zeigt die Formen des allgemeinen Nomens, nicht die des Familiennamens Kraft. Das Wort ist einsilbig und wird nicht getrennt.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Kraft | die Kräfte |
| Genitiv | der Kraft | der Kräfte |
| Dativ | der Kraft | den Kräften |
| Akkusativ | die Kraft | die Kräfte |
Redewendungen und feste Verbindungen
Aus eigener Kraft
Die Verbindung bedeutet, ohne fremde Hilfe etwas zu schaffen: „Sie fand aus eigener Kraft eine Lösung für das Rätsel.“ Gemeint ist hier die selbstständige Leistung. Der Satz behauptet nicht, dass sie nie etwas von anderen gelernt hat.
Die treibende Kraft sein
Wer so genannt wird, bringt etwas in Gang und setzt sich nachdrücklich dafür ein: „Beim Aufbau der Lesegruppe war Amira die treibende Kraft: Sie organisierte die Treffen und sprach neue Mitglieder an.“ Die Tätigkeiten begründen die bildliche Bezeichnung.
In Kraft treten
Die feste Verbindung bedeutet, wirksam oder gültig zu werden: „Die neue Hausregel tritt nach den Ferien in Kraft.“ Das ist keine körperliche Stärkezunahme. Die Angabe benennt den Beginn der Geltung; sie erklärt nicht, ob eine bestimmte Regel rechtlich wirksam beschlossen wurde.
Kraft und kraft unterscheiden
Das Nomen Kraft wird großgeschrieben. Die Präposition kraft wird dagegen im Satzinneren kleingeschrieben und hat eine eigene grammatische Funktion. Die Formen im Kasten gehören ausschließlich zum Nomen. Auch ein gleichlautender Familienname darf nicht mit dessen allgemeinen Pluralformen vermischt werden.
