Kragen
Form & Grammatik
- Stichwort
- Kragen
- Worttrennung
- Kra·gen
- Artikel
- der Kragen
- Geschlecht
- maskulin
- Genitiv
- des Kragens
- Plural
- die Kragen; süddeutsch, österreichisch und schweizerisch auch die Krägen
Gebrauch: Kleidungsteil am Hals; regional außerdem Tierhals oder Flaschenhals, in der Jägersprache ein abgesetzter Fell-/Gefiederstreifen. In festen Wendungen ist die alte Bedeutung Hals erhalten. Dativ Plural: den Kragen oder regional den Krägen.
Definition · kurz erklärt
Ein Kragen ist meist der Teil eines Kleidungsstücks, der den Hals einfasst. Regional und fachsprachlich kann das Wort auch einen Hals oder eine auffällige Zeichnung am Tierhals bezeichnen. Der Genitiv lautet des Kragens; neben dem Plural die Kragen steht regional die Krägen.
Bedeutungen
Der Kleidungsteil am Hals
Der Kragen fasst den Hals ganz oder teilweise ein, etwa an einem Hemd, einer Bluse oder einem Mantel. Er kann fest zum Kleidungsstück gehören oder als einzelnes Teil angeknöpft und wieder abgenommen werden.
„Der Kragen des Hemdes ist so eng, dass Emil den obersten Knopf öffnet.“
Der Satz beschreibt den Sitz des Kleidungsteils. Ein abnehmbarer Kragen heißt ebenfalls so; seine Befestigung muss gegebenenfalls ergänzt werden.
Regional: der Hals eines Tieres
Landschaftlich kann Kragen den Hals eines Tieres, besonders von Geflügel, bezeichnen. Hier ist kein Kleidungsstück gemeint.
„Im regionalen Kochrezept steht, dass der Kragen des Huhns mit in die Brühe kommt.“
Der Kochzusammenhang legt die anatomische Bedeutung fest. Gemeint ist nicht ein anders gefärbter Streifen im Gefieder.
Regional: der Hals einer Flasche
Auch der schmale obere Teil einer Flasche kann landschaftlich Kragen heißen. Überregional ist Flaschenhals die klarere Bezeichnung.
„Die alte Flasche hat einen schmalen Kragen und einen breiten Bauch.“
Die gegenübergestellten Teile zeigen den Flaschenbezug. Außerhalb eines entsprechenden regionalen Sprachgebrauchs kann das Wort erklärungsbedürftig sein.
Ein abgesetzter Streifen am Tierhals
In der Jägersprache bezeichnet Kragen einen Streifen aus Fell oder Gefieder am Hals, der sich vom übrigen Tier abhebt. Dabei steht die sichtbare Zeichnung im Vordergrund.
„In der Tierbeschreibung wird der helle Kragen am dunklen Hals des Vogels hervorgehoben.“
Hier geht es um die Färbung des Gefieders. Die Bezeichnung meint weder den gesamten Hals noch einen angelegten Gegenstand.
Synonyme: andere Wörter für Kragen
Bei Kleidung genauer benennen
Hemdkragen · Mantelkragen · abnehmbarer Kragen
Die Zusammensetzungen und Ergänzungen ordnen den Kragen einem Kleidungsstück oder einer Bauart zu. Sie passen nur, wenn diese Angabe tatsächlich zutrifft.
„Der Kragen des Mantels ist hochgeschlagen.“ → „Der Mantelkragen ist hochgeschlagen.“
Beide Sätze beschreiben denselben Teil. Hemdkragen würde den Gegenstand verändern.
Beim Tier oder Gefäß: Hals
Tierhals · Hals · Flaschenhals
Hals ist die überregional verständliche Entsprechung der regionalen anatomischen Bedeutung. Flaschenhals bezeichnet den entsprechenden Teil eines Gefäßes eindeutig.
„Der Kragen der Flasche ist beschädigt.“ → „Der Flaschenhals ist beschädigt.“
Im Flaschenzusammenhang bleibt der gemeinte Teil gleich. Der Hals einer Person ist im heutigen neutralen Sprachgebrauch nicht einfach deren Kragen.
Bei der Tierzeichnung: abgesetzter Streifen
abgesetzter Fellstreifen · abgesetzter Gefiederstreifen
Diese Umschreibungen erläutern den Fachgebrauch. Die Lage am Hals muss hinzukommen, damit nicht irgendein Streifen auf dem Tier gemeint ist.
„Der helle Kragen ist gut zu erkennen.“ → „Der helle Gefiederstreifen am Hals ist gut zu erkennen.“
Die zweite Fassung macht die beobachtete Stelle auch ohne Kenntnis des Fachworts verständlich.
Beispiele und Verwendung
Ein Querbinder sitzt vor dem Kragen
„Der Querbinder sitzt gerade vor dem Kragen des Hemdes.“
Der Querbinder ist eine quer liegende Halsschleife. Er ist ein eigenes Kleidungszubehör und nicht der Kragen selbst.
Kragen und Krägen im Plural
„An den Kragen der Hemden sind die Größen angegeben.“
Regional kann es entsprechend an den Krägen der Hemden heißen. Der Umlaut kennzeichnet diese Variante; in beiden Dativformen kommt kein zusätzliches n hinzu.
Wörtliches Packen und übertragener Gebrauch
„Im Gedränge hält sie das Kind kurz am Kragen der Jacke fest.“
Dieser Satz beschreibt eine körperliche Handlung am Kleidungsstück. Die unten erklärte Wendung jemanden beim Kragen nehmen kann dagegen auch bedeuten, jemanden zur Rede zu stellen.
Grammatik und Beugung
Kragen ist maskulin. Im Singular tritt nur im Genitiv eine Endung hinzu: des Kragens. Der überregionale Plural lautet Kragen. In Süddeutschland, Österreich und der Schweiz ist auch Krägen gebräuchlich. Beide Pluralformen enden bereits auf n; deshalb heißt der Dativ den Kragen beziehungsweise den Krägen.
| Fall | Singular | Plural | Plural, regional |
|---|---|---|---|
| Nominativ | der Kragen | die Kragen | die Krägen |
| Genitiv | des Kragens | der Kragen | der Krägen |
| Dativ | dem Kragen | den Kragen | den Krägen |
| Akkusativ | den Kragen | die Kragen | die Krägen |
Die regionale Pluralvariante verändert den Stammvokal. Der Umlaut ist keine zusätzliche angehängte Endung.
Schreibweise und Worttrennung
Die Worttrennung lautet Kra·gen, bei der regionalen Pluralvariante Krä·gen. In Zusammensetzungen wie Hemdkragen und Kragenweite wird das Wort ohne Zwischenraum angeschlossen.
Redewendungen und feste Verbindungen
Jemandem platzt der Kragen
Die Person wird so wütend, dass sie eine Situation nicht länger hinnimmt.
„Als die zugesagte Hilfe erneut ausbleibt, platzt ihr der Kragen und sie beschwert sich laut.“
Die Wendung ist salopp. Sie beschreibt den Ausbruch von Ärger, keinen Schaden an einem Kleidungsstück.
Jemanden beim Kragen nehmen
Übertragen bedeutet dies, jemanden zur Rede zu stellen. Auch jemanden am Kragen packen oder kriegen kann so verwendet werden.
„Nach den falschen Angaben nimmt die Vorsitzende den Verantwortlichen beim Kragen und verlangt eine Erklärung.“
Die umgangssprachliche Wendung wirkt nachdrücklich. Im übertragenen Beispiel muss die Person nicht körperlich angefasst werden.
Es geht jemandem an den Kragen
Die Wendung kann bedeuten, dass jemand zur Verantwortung gezogen wird. In einem weitergehenden Zusammenhang kann sie auch ausdrücken, dass jemand zugrunde geht.
„Nach der Aufdeckung der Täuschung geht es den Verantwortlichen an den Kragen.“
Im Beispiel geht es um drohende Konsequenzen. Welche Art von Konsequenz gemeint ist, muss der Text erläutern; ein Todesurteil folgt aus der Wendung allein nicht.
Jemandem an den Kragen wollen
Jemand will eine andere Person zur Verantwortung ziehen oder ihr schaden; je nach Zusammenhang kann auch ein körperlicher Angriff gemeint sein.
„Die aufgebrachten Gäste wollen dem Veranstalter an den Kragen, doch zunächst verlangen sie nur ihr Geld zurück.“
Diese umgangssprachliche Verbindung ist scharf und kann bedrohlich wirken. In diesen Wendungen lebt die alte Bedeutung Hals fort; der konkrete Zusammenhang entscheidet über die gemeinte Handlung.
Wortfamilie und verwandte Wörter
Kragenweite benennt ein Maß am Kleidungsstück, Kragenknopf einen zugehörigen Verschluss. Stehkragen und Rollkragen unterscheiden Formen. Die unterschiedlichen Bedeutungen des Grundworts bleiben nach dem Zusammenhang zuzuordnen.
