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Krawall

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Krawall
Worttrennung
Kra·wall
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Krawalls / des Krawalles
Plural
die Krawalle; bloßes Lärmen ohne Plural

Gebrauch: Aufruhr mit Tätlichkeiten oder umgangssprachlich starkes Lärmen. Nicht jede laute Gruppe verursacht gewaltsame Ausschreitungen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Krawall bezeichnet einen tumultartigen Aufruhr, der mit Tätlichkeiten verbunden sein kann. Umgangssprachlich kann das Wort auch starkes, erregtes Lärmen und Treiben meinen. Diese Bedeutungen sollten bei einer Beschreibung auseinandergehalten werden.

Bedeutungen

Ein tumultartiger Aufruhr

Bei Krawallen geht es in dieser Bedeutung um mehr als eine bloß lebhafte Diskussion. Ein Bericht sollte konkrete Handlungen nennen, damit die Bezeichnung nachvollziehbar bleibt. Die Wortwahl allein erklärt weder den Anlass noch, welche einzelnen Personen beteiligt waren.

Lautes Treiben

Umgangssprachlich kann auch das sehr laute Verhalten mehrerer Menschen als Krawall bezeichnet werden. Das behauptet nicht notwendig eine gewaltsame Auseinandersetzung. In dieser Lärmbedeutung steht das Wort ohne Plural.

Gerade bei der Wiedergabe fremder Aussagen ist der Unterschied wichtig. Die Anwohnerin nannte den Lärm Krawall gibt eine Bewertung wieder. Daraus sollte beim Zusammenfassen nicht unbemerkt die Behauptung gewaltsamer Ausschreitungen werden.

Krawall: Synonyme und andere Wörter

Einen Aufruhr beschreiben

Tumult · Ausschreitung

Tumult hebt die ungeordnete, aufgeregte Situation hervor. Ausschreitung benennt ein Überschreiten von Grenzen und kann gewaltsame Handlungen meinen. Eine sachliche Beschreibung sollte erklären, was tatsächlich geschah.

„Nach dem Treffen kam es zu Krawallen.“ → „Nach dem Treffen kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.“

Die zweite Fassung ist nur passend, wenn solche Handlungen tatsächlich gemeint und belegt sind.

Erregtes Lärmen benennen

Lärm · Radau

Lärm ist die allgemeinere Geräuschbezeichnung. Radau klingt ebenfalls umgangssprachlich. In diesem Zusammenhang wäre Ausschreitung ein zu weit gehender Ersatz.

„Was für ein Krawall im Treppenhaus!“ → „Was für ein Lärm im Treppenhaus!“

Hier kann es allein um die Lautstärke gehen. Eine politische oder gewaltsame Bedeutung muss daraus nicht folgen.

Verwendung und Beispiele

„Im Bericht wurde beschrieben, welche Gegenstände beschädigt wurden, statt nur pauschal von Krawall zu sprechen.“

Die konkreten Handlungen machen die Darstellung überprüfbarer. Das Beispiel zeigt den Nutzen genauer Angaben, ohne einen bestimmten Vorfall zu behaupten.

„Die Kinder suchten laut rufend ihre Jacken; die Nachbarin bat sie, keinen solchen Krawall zu machen.“

In dieser erfundenen Situation ist das erregte Lärmen gemeint. Die Wortwahl der Nachbarin beschreibt nicht automatisch eine gewaltsame Auseinandersetzung.

Grammatik

Es heißt der Krawall und im Genitiv des Krawalls; auch des Krawalles ist belegt. Für einzelne Aufruhrsereignisse lautet der Plural die Krawalle, im Dativ den Krawallen. Die ungezählte Lärmbedeutung wird nicht mit diesem Plural gebraucht. Worttrennung: Kra·wall.

Deklination von Krawall
FallSingularPlural
Nominativder Krawalldie Krawalle
Genitivdes Krawalls / des Krawallesder Krawalle
Dativdem Krawallden Krawallen
Akkusativden Krawalldie Krawalle

Was heißt auf Krawall gebürstet sein?

Die umgangssprachliche Wendung bedeutet, auf Ärger oder Streit aus zu sein: „Heute ist die Figur auf Krawall gebürstet: Sie deutet jede Nachfrage als Angriff.“ Das Beispiel nennt ein Verhalten, das die Deutung trägt. Die Wendung beschreibt eine Haltung und keinen Vorgang mit einer wirklichen Bürste.