Kretscham
Form & Grammatik
- Stichwort
- Kretscham
- Worttrennung
- Kret·scham
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Kretschams
- Plural
- die Kretschame
Gebrauch: Landschaftlich, sonst veraltet: Wirtshaus oder Dorfschenke. Auch verwandte Form Kretschem; die Tabelle behandelt Kretscham.
Definition · kurz erklärt
Ein Kretscham ist ein Wirtshaus oder eine Dorfschenke. Die Bezeichnung ist regional gebräuchlich und außerhalb dieses Gebrauchs veraltet. In älteren Erzählungen und örtlichen Benennungen kann sie daher eine Gaststätte bezeichnen, ohne dass eine besondere neue Art von Lokal gemeint ist.
Bedeutungen
Der Kretscham ist der Ort, an dem Gäste bewirtet werden. Wer in einem Kretscham einkehrt, besucht also ein Wirtshaus. Welche Speisen dort angeboten werden und ob es Übernachtungsmöglichkeiten gibt, legt das Wort nicht von sich aus fest.
Die Bezeichnung begegnet unter anderem im schlesischen und lausitzischen Sprachraum. Bei einer historischen Ortsbeschreibung kann es sinnvoll sein, das ursprüngliche Wort beizubehalten und beim ersten Auftreten kurz mit Wirtshaus zu erklären. Eine bloße Ersetzung durch ein modernes Restaurant würde möglicherweise eine andere Vorstellung von Betrieb und Ausstattung hervorrufen.
Vom Haus ist die Person zu unterscheiden: Ein Kretschmer ist ein Wirt. Eine Person und ihr Wirtshaus gehören zwar in denselben Zusammenhang, sind aber keine Synonyme. Ebenso kann ein historischer oder heutiger Eigenname eines Hauses das Wort Kretscham enthalten; für die genaue Schreibung bleibt dann der konkrete Name maßgeblich.
Kretscham: Synonyme und andere Wörter
Die Gaststätte erklären
Wirtshaus · Gasthaus · Dorfschenke
Wirtshaus ist eine unmittelbar verständliche Erklärung. Dorfschenke nennt den dörflichen Zusammenhang. Gasthaus ist ebenfalls möglich, sagt aber für sich genommen noch nichts über eine Übernachtungsgelegenheit aus.
„Die Reisenden rasteten im Kretscham.“ → „Die Reisenden rasteten im Wirtshaus.“
Die Umschreibung erhält den Ort der Bewirtung. Ob sie dort auch übernachteten, muss ein weiterer Satz nennen.
Die historische Färbung bewahren
historisches Wirtshaus · örtliche Gaststätte
Diese erklärenden Formulierungen können beim ersten Auftreten helfen. Restaurant lenkt den Blick stärker auf einen heutigen gastronomischen Betrieb und passt nicht automatisch zu jedem historischen Schauplatz.
„Der Kretscham, das Wirtshaus des Dorfes, lag am Marktplatz.“
Die kurze Einschaltung erklärt das seltene Wort, ohne den historischen Ausdruck vollständig aus dem Text zu entfernen.
Verwendung und Beispiele
„Im Heimatroman verabreden sich zwei Figuren im Kretscham, dessen Schankraum anschließend beschrieben wird.“
Die Beschreibung zeigt den gastwirtschaftlichen Ort. Aus der Bezeichnung allein folgt noch kein bestimmtes Baujahr.
„Die örtliche Hinweistafel erläutert, dass mit dem alten Namen Kretscham das frühere Wirtshaus gemeint ist.“
Die Erklärung verbindet die regionale Benennung mit einem heute verständlichen Ausdruck. Sie muss den Eigennamen dafür nicht umschreiben.
Grammatik
Das Nomen ist maskulin: der Kretscham, Genitiv des Kretschams. Der Plural heißt die Kretschame, im Dativ den Kretschamen. Die Worttrennung lautet Kret·scham. Die verwandte Form Kretschem darf bei einem historischen Zitat nicht stillschweigend modernisiert werden; die folgende Tabelle zeigt ausschließlich die geprüften Formen von Kretscham.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Kretscham | die Kretschame |
| Genitiv | des Kretschams | der Kretschame |
| Dativ | dem Kretscham | den Kretschamen |
| Akkusativ | den Kretscham | die Kretschame |
