Labertasche
Form & Grammatik
- Stichwort
- Labertasche
- Worttrennung
- La·ber·ta·sche
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Labertasche
- Plural
- die Labertaschen
Gebrauch: Umgangssprachlich abwertende Personenbezeichnung. Das feminine Genus legt nicht fest, welches Geschlecht die bezeichnete Person hat.
Definition · kurz erklärt
Eine Labertasche ist umgangssprachlich und abwertend eine Person, die nach Ansicht der sprechenden Person zu viel oder wenig gehaltvoll redet. Das Wort ist eine Wertung des Redeverhaltens und keine neutrale Bezeichnung für jeden geselligen Menschen.
Bedeutungen
Die Bezeichnung kann Ungeduld oder Verärgerung ausdrücken. Ein langes Gespräch allein beweist aber noch nicht, dass die sprechende Person nichts Wichtiges zu sagen hat. Für eine genaue Beschreibung ist entscheidend, worin das beanstandete Verhalten besteht: Werden andere unterbrochen, wird eine Erklärung wiederholt oder bleibt eine Frage unbeantwortet?
In einer Figurenrede kann Labertasche zeigen, wie eine Figur über eine andere urteilt. Die Erzählerin oder eine Inhaltsangabe muss diese Wertung nicht übernehmen. Eine sachliche Analyse kann das Wort als abwertende Personenbezeichnung erklären und anschließend den konkreten Anlass nennen.
Das Nomen ist grammatisch feminin, kann sich aber auf Personen unterschiedlichen Geschlechts beziehen. In „Jonas ist eine Labertasche“ bleibt deshalb der Artikel eine stehen. Die grammatische Form ist von der Person zu unterscheiden, die mit dem Wort gemeint ist.
Labertasche: Synonyme und andere Wörter
Ein ähnlich abwertendes Urteil wiedergeben
Schwätzer · Schwätzerin · geschwätzige Person
Diese Wörter können ebenfalls zu viel oder als wenig gehaltvoll empfundenes Reden bewerten. Die Bezeichnung gesprächig ist schwächer und kann durchaus positiv gemeint sein. Ein Austausch kann den Ton des Satzes verändern.
„Die Figur hält ihn für eine Labertasche.“ → „Die Figur hält ihn für einen Schwätzer.“
Die negative Sicht bleibt erkennbar. Die jeweilige grammatische Personenbezeichnung verlangt andere Begleiter.
Eine Beobachtung sachlich beschreiben
redet viel · wiederholt sich · lässt andere kaum zu Wort kommen
Solche Umschreibungen sind keine vollständigen Wörterbuchsynonyme, können aber das tatsächlich Gemeinte genauer ausdrücken. Welche davon passt, muss die Szene zeigen. Sie sind nicht automatisch alle zugleich wahr.
„Er ist eine Labertasche“ wird genauer durch „Er erzählte dieselbe Anekdote dreimal und unterbrach dabei die Antworten der anderen“.
Die zweite Fassung nennt beobachtbares Verhalten. Sie verzichtet auf ein pauschales Urteil über die ganze Person.
Verwendung und Beispiele
„‚Du alte Labertasche‘, sagt die Figur, nachdem ihr Gegenüber die Geschichte ein weiteres Mal von vorn beginnt.“
Die wiederholte Erzählung erklärt den Anlass der abwertenden Anrede. Ob sie vertraut-neckend oder verletzend wirkt, hängt zusätzlich von Beziehung und Ton ab.
„In der Charakterisierung heißt es, die Figur rede viel und höre selten zu; zwei kurze Dialogstellen belegen diese Beobachtung.“
Diese Formulierung beschreibt das Verhalten genauer als das unkommentierte Etikett Labertasche. Sie trennt Textbeleg und Urteil.
Grammatik
Es heißt die Labertasche, im Genitiv und Dativ der Labertasche. Der Plural lautet die Labertaschen, im Dativ den Labertaschen. Ein weiteres n wird dort nicht ergänzt. Das feminine Genus gilt unabhängig vom Geschlecht der im Satz beschriebenen Person. Die Worttrennung lautet La·ber·ta·sche. In einem Satz wie Er ist eine Labertasche steht die Personenbezeichnung als prädikative Ergänzung, nicht als Objekt allein aufgrund ihres Artikels.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Labertasche | die Labertaschen |
| Genitiv | der Labertasche | der Labertaschen |
| Dativ | der Labertasche | den Labertaschen |
| Akkusativ | die Labertasche | die Labertaschen |
