Lärm
Form & Grammatik
- Stichwort
- Lärm
- Worttrennung
- Lärm
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Lärms / des Lärmes
- Plural
- kein Plural
Gebrauch: Als störend empfundene Geräusche; nicht zählbare Sammelbezeichnung. Mehrere Quellen oder einzelne Geräusche sind kein Plural des Wortes Lärm.
Definition · kurz erklärt
Lärm sind Geräusche, die als störend oder unangenehm empfunden werden. Das Wort enthält eine Bewertung des Gehörten. Ein Geräusch ist deshalb nicht schon allein dadurch Lärm, dass es hörbar ist.
Bedeutungen
Lärm kann von einer einzelnen Quelle oder von vielen gleichzeitig ausgehen. Bei einer Beschreibung helfen Angaben dazu, was zu hören ist und wen es in welcher Situation stört. Das Rattern der Maschine übertönt das Gespräch erklärt genauer als Es ist laut, worin die Beeinträchtigung besteht.
Die Wahrnehmung kann sich zwischen Personen und Situationen unterscheiden. Ein Musikstück kann bei einem Fest gewünscht sein und beim Lernen nebenan stören. Daraus folgt nicht, dass jede Aussage über Lärm beliebig wäre; der Text sollte lediglich Wahrnehmung, Geräuschquelle und eine gegebenenfalls vorhandene Messung unterscheiden.
In einer Erzählung kann die Wortwahl die Perspektive einer Figur zeigen. Für sie war das Stimmengewirr nur noch Lärm beschreibt ihr Erleben. Eine neutrale Aufzählung der Geräusche würde diese Wirkung nicht in gleicher Weise wiedergeben.
Lärm: Synonyme und andere Wörter
Störende Geräusche allgemein benennen
Geräusch · Geräuschkulisse
Geräusch ist weiter gefasst und wertet weniger stark. Geräuschkulisse beschreibt das hörbare Umfeld. Beide Wörter können etwas bezeichnen, das nicht als störend empfunden wird.
„Sie hörte die Geräusche vom Hof“ sagt weniger über ihre Bewertung als „Sie fühlte sich vom Lärm auf dem Hof gestört“.
Beim Ersetzen sollte die zusätzliche Aussage über das Stören nicht unbemerkt verschwinden.
Eine starke Geräuschwirkung hervorheben
Krach · Getöse · Radau
Krach und Radau sind alltagssprachlich. Getöse betont eine mächtige, oft anhaltende Geräuschwirkung. Für ein leises, aber störendes Summen wäre diese Verstärkung unpassend.
„Das Getöse der Maschinen überdeckte die Durchsage“ klingt stärker als „Der Lärm der Maschinen störte das Gespräch“.
Die Sätze unterscheiden sich in der beschriebenen Wirkung. Das stärkere Wort sollte zur Szene passen.
Verwendung und Beispiele
„Die Gruppe schloss die Tür, weil der Lärm aus dem Flur das Vorlesen störte.“
Quelle und konkrete Beeinträchtigung werden benannt. Die Szene macht die Verwendung nachvollziehbar.
„Im Protokoll wurden die Geräuschquellen einzeln beschrieben, statt nur ‚viel Lärm‘ zu notieren.“
Das Beispiel zeigt, wie sich die allgemeine Bewertung durch beobachtbare Angaben ergänzen lässt.
Grammatik
Das Nomen ist maskulin: der Lärm. Es wird ohne Plural gebraucht. Die Genitive des Lärms und des Lärmes sind belegt. Neben dem Lärm gibt es die ältere Dativform dem Lärme. Die Tabelle zeigt die gewöhnliche Dativform. Das einsilbige Wort besitzt keine Trennstelle.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | der Lärm |
| Genitiv | des Lärms / des Lärmes |
| Dativ | dem Lärm |
| Akkusativ | den Lärm |
Lärm schlagen und viel Lärm um nichts
Lärm schlagen
Bildlich bedeutet die Verbindung, nachdrücklich Aufmerksamkeit zu erregen oder laut zu protestieren: „Wegen der geplanten Schließung schlug die Initiative Lärm.“ Es geht um öffentlichen Nachdruck, nicht notwendig um ein bestimmtes Geräusch.
Viel Lärm um nichts
So wird eine als übertrieben angesehene Aufregung um eine unwichtige Sache bezeichnet: „Nach der Aufklärung hielt er den Streit um den verrutschten Aufkleber für viel Lärm um nichts.“ Die Wendung enthält eine Wertung. Wer sie für eine fremde Beschwerde benutzt, kann deren Anliegen herunterspielen.
