Laffe
Form & Grammatik
- Stichwort
- Laffe
- Worttrennung
- Laf·fe
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Laffen
- Plural
- die Laffen
Gebrauch: Veraltend abwertend für einen als geckenhaft beurteilten Mann; schwach gebeugt. Davon zu unterscheiden: die Laffe, regionale Sachbezeichnung mit eigenen Formen weiter unten.
Definition · kurz erklärt
Der Laffe ist eine veraltende, abwertende Bezeichnung für einen Mann, der als auffällig eitel oder geckenhaft angesehen wird. Ein anderes, feminines Wort ist die Laffe: regional etwa der Schöpfteil eines Löffels. Der Artikel hilft, die Bedeutungen auseinanderzuhalten.
Bedeutungen
Ein veraltendes Personenurteil
Wer einen Mann einen Laffen nennt, kritisiert dessen Auftreten. Besonders Kleidung, Eitelkeit oder die Art, sich zu präsentieren, können Anlass sein. Die Bezeichnung klingt heute vor allem nach älterer Literatur oder bewusst altertümlicher Rede.
Für eine Figurenanalyse ist wichtig, aus wessen Sicht der Mann so erscheint. Ein auffälliger Mantel beweist noch keinen eitlen Charakter. Eine Textstelle kann vielmehr zeigen, dass die sprechende Figur Mode oder Selbstdarstellung geringschätzt.
Die gleich geschriebene Sachbezeichnung
Die feminine Laffe ist regional der vertiefte Schöpfteil eines Löffels, nicht der Stiel. Im südwestdeutschen Gebrauch kann das Wort auch einen Ausguss bezeichnen; in der Schweiz begegnet es für ein Schulterstück von Rind oder Schwein. Diese Bedeutungen haben mit dem Urteil über eine Person nichts zu tun.
Laffe: Synonyme und andere Wörter
Den abwertenden Personenausdruck erklären
Geck · eitler Mann · Modegeck
Geck ist ebenfalls eine veraltende, abwertende Bezeichnung. Modegeck betont die Kleidung. Ein Mann, der sich sorgfältig kleidet, ist deshalb noch nicht zwangsläufig eitel.
„Die Figur verspottet ihn als Laffen.“ → „Die Figur verspottet ihn als eitlen Modegecken.“
Die zweite Fassung verdeutlicht den Vorwurf, legt ihn aber stärker auf Mode fest. Das passt nur, wenn die Szene diesen Bezug zeigt.
Die Sachbezeichnung verständlich machen
Schöpfteil des Löffels · je nach Region: Ausguss oder Schulterstück
Diese Ersatzwörter gehören zur femininen Laffe. Schulterstück passt nur zur entsprechenden Fleischbezeichnung; es erklärt keinen Löffelteil.
„Die Laffe des Löffels ist breit und flach.“ → „Der Schöpfteil des Löffels ist breit und flach.“
Die Umschreibung macht den beschriebenen Teil eindeutig. Sie verändert außerdem den Artikel, weil das Ersatzwort maskulin ist.
Verwendung und Beispiele
„Im alten Roman nennt die Tante den Besucher einen Laffen, nachdem er ausführlich seine neue Garderobe vorgeführt hat.“
Die Szene nennt Anlass und Perspektive des abwertenden Urteils. Eine Inhaltsangabe muss die Bezeichnung nicht als eigene Bewertung übernehmen.
„Die Museumsbeschreibung unterscheidet am Löffel den Stiel und die Laffe.“
Das feminine Nomen bezeichnet einen Gegenstandsteil. Wer nur die veraltende Personenbedeutung kennt, würde den Satz missverstehen.
Grammatik
Die Personenbezeichnung wird schwach gebeugt: der Laffe, aber des, dem, den Laffen. Auch im gesamten Plural steht Laffen. Die Endung wird nur einmal angehängt. Die erste Tabelle gehört zu dieser maskulinen Personenbezeichnung. Bei der femininen Sachbezeichnung bleibt im Singular Laffe stehen; ihre eigene Tabelle folgt darunter. Beide Wörter werden getrennt als Laf·fe.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Laffe | die Laffen |
| Genitiv | des Laffen | der Laffen |
| Dativ | dem Laffen | den Laffen |
| Akkusativ | den Laffen | die Laffen |
Die Laffe: Formen der Sachbezeichnung
Hier heißt es die Laffe, der Laffe und die Laffen. Im Dativ Singular steht also der Laffe, nicht dem Laffen. Die gleich geschriebene Pluralform macht aus den beiden verschiedenen Bedeutungen kein einziges austauschbares Wort.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Laffe | die Laffen |
| Genitiv | der Laffe | der Laffen |
| Dativ | der Laffe | den Laffen |
| Akkusativ | die Laffe | die Laffen |
