Meine Wörter

Landesvater

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Landesvater
Worttrennung
Lan·des·va·ter
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Landesvaters
Plural
die Landesväter

Gebrauch: Historisch gehoben für einen Landesherrn; heute oft scherzhaft für einen Regierungschef oder ein Staatsoberhaupt. Selten scherzhaft auch dessen Ehemann. Kein präziser Amtstitel.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Landesvater ist historisch ein Herrscher oder Fürst eines Landes. Heute wird das Wort oft scherzhaft für einen Regierungschef oder ein Staatsoberhaupt verwendet. Die Bezeichnung zeichnet ein väterliches Bild politischer Führung und ist kein genauer Amtstitel.

Bedeutungen

Ein historischer Landesherr

In älteren Texten kann die Bezeichnung das Verhältnis zwischen einem Fürsten und den Menschen seines Landes als Fürsorgeverhältnis darstellen. Das ist eine bestimmte Sicht auf die Herrschaft. Ob der Herrscher tatsächlich fürsorglich handelte, muss anhand weiterer Aussagen und Handlungen geprüft werden.

Eine heutige, oft scherzhafte Bezeichnung

In einem Bericht kann mit Landesvater beispielsweise ein Ministerpräsident gemeint sein. Für eine genaue Amtsangabe ist die entsprechende Amtsbezeichnung eindeutiger. Das Wort allein beschreibt weder die konkrete Verfassung noch die Befugnisse der Person.

Selten wird scherzhaft auch der Ehemann einer als Landesmutter oder Landesvater bezeichneten Person so genannt. Dieser besondere Gebrauch darf nicht mit der politischen Amtsinhaberschaft verwechselt werden. Der Kontext muss zeigen, wer tatsächlich das Amt ausübt.

Landesvater: Synonyme und andere Wörter

Historische Herrschaft benennen

Landesherr · Herrscher · Fürst

Landesherr kann den historischen politischen Bezug sachlicher benennen. Fürst passt nur bei einer entsprechenden Stellung. Das väterliche Bild von Landesvater wird durch diese Wörter nicht zwingend mittransportiert.

„Die Chronik lobt den Landesvater.“ → „Die Chronik lobt den Landesherrn.“

Die zweite Fassung nimmt die fürsorgliche Bildsprache zurück. Ob das Lob berechtigt ist, muss die Darstellung selbst zeigen.

Eine politische Rolle genau angeben

je nach Amt: Ministerpräsident · Regierungschef · Staatsoberhaupt

Diese Bezeichnungen sind untereinander nicht beliebig austauschbar. Für den Ersatz ist das tatsächlich ausgeübte Amt entscheidend.

„Der Landesvater eröffnete das neue Museum“ lässt sich bei entsprechendem Amt mit „Der Ministerpräsident eröffnete das neue Museum“ präzisieren.

Die genaue Amtsbezeichnung ergänzt eine überprüfbare Rolle. Sie sagt nichts darüber aus, ob die Person beliebt oder besonders fürsorglich ist.

Verwendung und Beispiele

„In der Rede wird der Fürst als gütiger Landesvater dargestellt; die Analyse untersucht anschließend die sprachlichen Mittel dieses Lobs.“

Die Formulierung ordnet das Bild der Rede zu. Sie übernimmt es nicht ungeprüft als historische Tatsache.

„Der Kommentar nennt den Regierungschef augenzwinkernd Landesvater und beschreibt seinen Auftritt bei einem Stadtfest.“

Der Ton erklärt den scherzhaften Gebrauch. Eine sachliche Zusammenfassung kann stattdessen das genaue Amt nennen.

Grammatik

Es heißt der Landesvater, Genitiv des Landesvaters. Der Plural hat einen Umlaut: die Landesväter, Dativ den Landesvätern. Der Umlaut ist Teil der Wortform. Die feminine Bezeichnung Landesmutter ist keine Kasusform dieses Hauptlemmas. Worttrennung: Lan·des·va·ter.

Deklination von Landesvater
FallSingularPlural
Nominativder Landesvaterdie Landesväter
Genitivdes Landesvatersder Landesväter
Dativdem Landesvaterden Landesvätern
Akkusativden Landesvaterdie Landesväter