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Laune

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Laune
Worttrennung
Lau·ne
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Laune
Plural
die Launen (wechselnde Stimmungen oder Einfälle)

Augenblickliche Gemütsverfassung ohne Plural; wechselhafte Stimmungen meist im Plural.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Laune bezeichnet die augenblickliche Stimmung eines Menschen. Das Wort kann außerdem einen spontanen Einfall meinen. Im Plural Launen geht es häufig um wechselhafte Stimmungen oder unberechenbare Wünsche.

Bedeutungen

Wie sich jemand gerade fühlt

Gute oder schlechte Laune beschreibt einen momentanen Zustand. Daraus folgt noch kein feststehender Charakterzug. Wer heute gereizt reagiert, muss nicht grundsätzlich launisch sein.

In „Dazu habe ich keine Laune“ meint das Wort eher fehlende Lust. „Das macht Laune“ beschreibt dagegen, dass eine Tätigkeit Freude bereitet. Für eine genaue Beschreibung sollte der Zusammenhang zeigen, ob Stimmung, Bereitschaft oder Spaß im Vordergrund steht.

Ein spontaner Wunsch

Eine Laune kann ein Einfall sein, dem keine lange Planung vorausgeht. Die Formulierung kann freundlich, selbstironisch oder kritisch klingen. Ein spontaner Wunsch ist nicht automatisch unsinnig; die Wertung entsteht durch den weiteren Text.

Die „Launen des Wetters“ sind eine Übertragung: Das Wetter hat keine Gefühle. Gemeint sind unerwartete oder wechselnde Bedingungen. Entsprechend bezeichnet eine „Laune der Natur“ bildhaft eine ungewöhnliche Erscheinung.

Laune: Synonyme und andere Wörter

Bei einem Gefühl

Stimmung · Gemütslage · Lust

Stimmung ist das naheliegende Ersatzwort für die momentane Gefühlslage. Gemütslage klingt förmlicher. Lust passt, wenn es um die Bereitschaft zu einer Tätigkeit geht, nicht um jede gute oder schlechte Stimmung.

„Heute ist ihre Laune besser.“ → „Heute ist ihre Stimmung besser.“ „Ihre Lust ist besser“ wäre hier keine passende Ersetzung.

Bei einem Einfall

spontane Idee · Einfall · Grille

Spontane Idee ist weitgehend neutral. Einfall lässt offen, ob eine Idee sorgfältig vorbereitet wurde. Grille kann einen wunderlichen Einfall meinen, klingt aber ungewöhnlicher und stärker wertend.

„Aus einer Laune heraus malte er die Tür gelb.“ → „Einem spontanen Einfall folgend malte er die Tür gelb.“ Die zweite Fassung beschreibt die fehlende Vorplanung deutlicher.

Verwendung und Beispiele

„Nach dem Spaziergang war ihre Laune besser, obwohl das Problem noch nicht gelöst war.“

Der Satz trennt Gefühl und Sachlage. Bessere Laune bedeutet nicht automatisch, dass die Ursache einer Sorge verschwunden ist.

„Die Figur ändert ihre Pläne je nach Laune und sagt Verabredungen kurzfristig ab.“

Konkrete Handlungen begründen hier den Eindruck von Wechselhaftigkeit. In einer Charakterisierung wäre zusätzlich zu prüfen, wie häufig das geschieht und welche Gründe der Text nennt.

Grammatik

Laune ist feminin: die Laune, Genitiv der Laune. Die Mehrzahl lautet die Launen, die Worttrennung Lau·ne. Für eine momentane Gemütsverfassung steht das Wort in der entsprechenden Bedeutung ohne Plural.

Bei wechselhaften Stimmungen und Wünschen ist dagegen meist der Plural gemeint: „unter ihren Launen leiden“. Einfälle lassen sich ebenfalls zählen. Deshalb ist Launen eine wirkliche Wortform, aber kein beliebiger Ersatz für den Singular in „gute Laune haben“.

Laune: Beugung nach Fällen
FallSingularPlural
Nominativdie Launedie Launen
Genitivder Launeder Launen
Dativder Launeden Launen
Akkusativdie Launedie Launen

Launig oder launisch?

Launig beschreibt etwas Heiteres oder Humorvolles, etwa eine Rede. Launisch bezeichnet dagegen eine wechselhafte, schwer vorhersehbare Stimmungslage. Eine launige Bemerkung ist deshalb nicht automatisch eine launische Reaktion.

„Die launige Begrüßung brachte die Gäste zum Lachen; später reagierte der Gastgeber auffallend launisch.“

Die beiden Adjektive beschreiben unterschiedliche Beobachtungen. Für eine Personenbeschreibung sollten diese Beobachtungen nicht zu einem einzigen pauschalen Urteil vermischt werden.