Lausbüberei
Form & Grammatik
- Stichwort
- Lausbüberei
- Worttrennung
- Laus·bü·be·rei
- Artikel
- die
- Geschlecht
- feminin
- Genitiv
- der Lausbüberei
- Plural
- die Lausbübereien
Gebrauch: Bezeichnung eines Streichs; vom Personenwort Lausbub zu unterscheiden.
Definition · kurz erklärt
Eine Lausbüberei ist ein frecher, übermütiger Streich, wie man ihn mit Lausbuben verbindet. Die Bezeichnung stellt eine Handlung häufig als kindlichen Unfug dar und kann dadurch nachsichtig klingen.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Ein frecher, übermütiger Streich
Das Wort bezeichnet eine Handlung, nicht die Person. In einer Erzählung kann etwa eine heimlich vertauschte Beschriftung als Lausbüberei bezeichnet werden. Das Wort lenkt den Blick auf den Streich und seine freche Idee.
Damit ist zugleich eine Sichtweise verbunden. Wer eine Handlung als Lausbüberei einordnet, kann sie weniger schwer nehmen als die davon betroffene Person. Deshalb sollte die Bezeichnung nicht allein darüber entscheiden, ob etwas harmlos war. Die Folgen müssen im Text erkennbar bleiben.
Lausbüberei ist aus Lausbub gebildet, enthält aber einen Umlaut: Lausbüb-. Der Aufbau kann beim richtigen Schreiben helfen. Aus der Wortbildung folgt keine grammatische Regel, nach der nur ein Junge eine so bezeichnete Handlung ausführen könnte.
„Die versteckte Schulglocke galt den Freunden als Lausbüberei; die Hausmeisterin fand die Suche lästig.“
Die Bezeichnung hebt den Streich hervor. Der zweite Satzteil zeigt, dass die Bewertung nicht von allen geteilt werden muss.
Synonyme: andere Wörter für Lausbüberei
Streich ist meist neutraler; Schabernack und Ungezogenheit verschieben die Bewertung.
Einen frechen Streich beschreiben
Lausbubenstreich · Streich · Schabernack
Lausbubenstreich ist sehr nah. Streich ist allgemeiner und kann je nach Zusammenhang verschiedene Arten von Überraschung oder Unfug meinen. Schabernack hebt den scherzhaften Charakter hervor.
„Sie erzählten von einer Lausbüberei aus ihrer Schulzeit.“ → „Sie erzählten von einem Streich aus ihrer Schulzeit.“ Die zweite Fassung vermeidet die ausdrückliche Verbindung mit dem Lausbubenbild.
Die Bewertung genauer machen
Unfug · Ungezogenheit · Unsinn
Unfug stellt das störende oder unzweckmäßige Tun stärker heraus. Ungezogenheit bewertet das Verhalten als unhöflich oder unerzogen. Unsinn ist weiter und kann auch eine unzutreffende Behauptung meinen.
„Der Erzähler nennt den Vorfall eine Lausbüberei“ ist genauer als „Der Vorfall war harmlos“. Die erste Aussage benennt eine Perspektive; die zweite fällt selbst ein Urteil.
Beispiele und Verwendung
Die Handlung und ihre Auflösung
„Als Lausbüberei hatten sie die Namenskärtchen vertauscht; beim Aufräumen stellten sie jedes wieder an seinen Platz.“
Die Handlung und ihre Auflösung sind sichtbar. Ob alle Beteiligten darüber lachen konnten, müsste die Erzählung zusätzlich zeigen.
Eine nachsichtige Bezeichnung hinterfragen
„Was der ältere Bruder eine Lausbüberei nannte, hatte seiner Schwester den ganzen Nachmittag verdorben.“
Der Satz stellt zwei Bewertungen gegenüber. Das Wort wird dadurch Teil eines Konflikts und nicht zur neutralen Beschreibung.
Grammatik und Beugung
Die Schreibung lautet Lausbüberei mit ü. Der Plural erhält -en: „mehrere Lausbübereien“. Im Singular bleibt das Nomen in allen Fällen unverändert, ebenso die Pluralform innerhalb der vier Fälle. Nicht zu verwechseln ist die Handlung mit dem Personenwort Lausbub.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Lausbüberei | die Lausbübereien |
| Genitiv | der Lausbüberei | der Lausbübereien |
| Dativ | der Lausbüberei | den Lausbübereien |
| Akkusativ | die Lausbüberei | die Lausbübereien |
Die Erzählerhaltung erkennen
In einer Charakterisierung oder Textanalyse ist entscheidend, wer das Wort verwendet. Nennt eine Figur ihre eigene Handlung eine Lausbüberei, könnte sie die Folgen herunterspielen. Verwendet der Erzähler das Wort in einer heiteren Rückschau, kann darin Nachsicht liegen. Beides sollte anhand des Textes gezeigt werden.
Eine anschauliche Erklärung nennt zuerst die Handlung, dann die Reaktion: „Er vertauscht die Schilder; die anderen müssen lange nach ihren Plätzen suchen.“ Erst danach lässt sich begründen, ob die Darstellung frech, komisch oder verletzend wirkt.
