Lauser
Form & Grammatik
- Stichwort
- Lauser
- Worttrennung
- Lau·ser
- Artikel
- der
- Geschlecht
- maskulin
- Genitiv
- des Lausers
- Plural
- die Lauser
Gebrauch: Regional und familiär, häufig scherzhaft wohlwollend; weibliche Form Lauserin.
Definition · kurz erklärt
Ein Lauser ist ein frecher, zu Streichen aufgelegter Junge oder Bursche. Das regional und familiär gebrauchte Wort klingt häufig scherzhaft und wohlwollend. Die weibliche Bezeichnung lautet Lauserin.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Eine freche Person meist nachsichtig benennen
Lauser beschreibt eine Person aus der Sicht eines anderen. Oft schwingt Zuneigung mit, obwohl eine kleine Ungezogenheit angesprochen wird. Der Ton kann damit deutlich milder sein als bei einer ernsthaften Beschimpfung.
Wie die Anrede ankommt, hängt von Beziehung und Situation ab. „Du Lauser!“ kann in einem vertrauten Gespräch liebevoll neckend wirken. Dieselben Wörter gegenüber einer kaum bekannten Person können herablassend klingen. Das freundliche Register ist eine häufige Verwendung, keine Garantie für jede einzelne Äußerung.
Das Wort ist nicht mit Lauscher zu verwechseln. Ein Lauscher hört aufmerksam oder heimlich zu; ein Lauser wird wegen frecher Streiche so genannt. Aus der ähnlichen Schreibung ergibt sich keine gleiche Bedeutung.
„Du Lauser, da hast du uns aber überrascht“, sagte der Großvater mit einem Lächeln.
Das Lächeln trägt den nachsichtigen Ton. Ohne solche Hinweise wäre die Haltung der sprechenden Person weniger eindeutig.
Synonyme: andere Wörter für Lauser
Die Nähe der Wörter hängt auch vom Ton ab: Ein neckender Schlingel ist etwas anderes als ein ernsthafter Vorwurf.
Frechheit mit Nachsicht benennen
Lausbub · Frechdachs · Schlingel
Lausbub ist ein nahes anderes Wort. Frechdachs stellt das freche Verhalten heraus. Schlingel kann ebenfalls neckend gebraucht werden; in einem ernsten Vorwurf kann es stärker abwerten.
„Du Lauser hast also den letzten Keks versteckt!“ → „Du kleiner Schlingel hast also den letzten Keks versteckt!“ Beide Fassungen können spielerisch klingen, wenn Ton und Beziehung dazu passen.
Eine Person sachlich beschreiben
frecher Junge · zu Streichen aufgelegtes Kind
Diese Umschreibungen machen die gemeinte Eigenschaft ausdrücklicher. Ein ernstes Wort wie Übeltäter würde den Vorwurf erheblich verschärfen. Junge oder Kind allein enthält dagegen noch keine Bewertung.
„Der Erzähler nennt ihn einen Lauser“ lässt sich als „Der Erzähler sieht in ihm einen frechen Jungen, dem er seine Streiche eher nachsieht“ erklären. Das ist eine Deutung, die zum weiteren Text passen muss.
Beispiele und Verwendung
Die Anrede im Zusammenhang lesen
„Du Lauser“, sagte die Tante lachend, als sie den Papierfisch in ihrer Jackentasche fand.
Das Lachen stützt eine wohlwollende Lesart. Ohne diesen Hinweis könnte die Anrede auch ärgerlich gemeint sein.
Sachlich statt wertend berichten
„Der Bericht beschreibt genau, was der Junge getan hat, und verzichtet auf Bezeichnungen wie Lauser.“
Eine sachliche Darstellung trennt Handlung und Bewertung. Dadurch bleibt nachvollziehbar, worüber sich jemand ärgert.
Grammatik und Beugung
Im Genitiv Singular steht des Lausers; im Dativ Plural heißt es den Lausern. Die weibliche Form wird Lau·se·rin getrennt und hat den Plural Lauserinnen. Als Anrede wird das Wort durch ein Komma abgetrennt: „Komm her, du Lauser!“
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Lauser | die Lauser |
| Genitiv | des Lausers | der Lauser |
| Dativ | dem Lauser | den Lausern |
| Akkusativ | den Lauser | die Lauser |
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Lauserin | die Lauserinnen |
| Genitiv | der Lauserin | der Lauserinnen |
| Dativ | der Lauserin | den Lauserinnen |
| Akkusativ | die Lauserin | die Lauserinnen |
Rolle und Verhalten auseinanderhalten
Für eine Charakterisierung genügt die Bezeichnung Lauser allein nicht. Beschreibe einen konkreten Streich, die Absicht der Figur und ihre Reaktion auf die Folgen. Ein Kind kann übermütig sein und sich trotzdem entschuldigen, wenn es jemanden verletzt hat. Ein einzelner Streich beschreibt noch nicht den ganzen Menschen.
Achte außerdem darauf, von wem die Bewertung stammt. Wenn nur eine andere Figur „Lauser“ sagt, ist das zunächst deren Sicht. Der übrige Text kann diese Sicht bestätigen oder infrage stellen.
