Lebensunterhalt
Form & Grammatik
- Stichwort
- Lebensunterhalt
- Worttrennung
- Le·bens·un·ter·halt
- Artikel
- der
- Geschlecht
- maskulin
- Genitiv
- des Lebensunterhalts oder des Lebensunterhaltes
- Plural
- kein Plural in der behandelten Bedeutung
Gebrauch: Finanzierung des alltäglichen Lebensbedarfs; gewöhnlich mit verdienen, sichern, bestreiten oder für jemanden sorgen.
Definition · kurz erklärt
Lebensunterhalt bezeichnet das, was finanziell nötig ist, um den alltäglichen Lebensbedarf zu decken, etwa Essen, Kleidung und Wohnen. Häufig geht es darum, wodurch dieser Bedarf bezahlt wird.
Bedeutungen
Wer seinen Lebensunterhalt verdient, erhält durch seine Arbeit Mittel für das tägliche Leben. Wer für den Lebensunterhalt einer anderen Person sorgt, trägt zu dessen Finanzierung bei. Das Wort richtet den Blick auf die Versorgung und ihre Kosten, nicht bloß auf eine einzelne Einnahme.
Lebensunterhalt und Einkommen hängen zusammen, meinen aber nicht dasselbe. Einkommen bezeichnet Geld beziehungsweise Einnahmen, die jemand erhält. Lebensunterhalt betrifft die Finanzierung des Lebensbedarfs. Derselbe Betrag kann je nach Lebensumständen unterschiedlich weit reichen.
Im allgemeinen Sprachgebrauch nennt das Wort keine feste Summe und keinen bestimmten rechtlichen Anspruch. Ein Satz wie „Die Arbeit sichert ihren Lebensunterhalt“ sagt zunächst, dass die Einnahmen für ihren Bedarf ausreichen. Er erklärt nicht automatisch, wie hoch das Einkommen ist oder welche einzelnen Ausgaben bestehen.
Lebensunterhalt: Synonyme und andere Wörter
Die Versorgung im Alltag beschreiben
Unterhalt · Auskommen · Lebensbedarf
Unterhalt kann die Versorgung allgemein meinen, hat aber auch rechtliche Verwendungen. Auskommen betont, dass jemand mit den vorhandenen Mitteln leben kann. Lebensbedarf betrifft eher das Benötigte als dessen Finanzierung.
„Mit der Tätigkeit sichert sie ihren Lebensunterhalt.“ → „Mit der Tätigkeit hat sie ihr Auskommen.“ Die zweite Fassung hebt hervor, dass die Mittel zum Leben reichen.
Einnahmen und Ausgaben unterscheiden
Einkommen · Lebenshaltungskosten
Einkommen benennt die Einnahmenseite, Lebenshaltungskosten die Ausgabenseite. Beide Wörter können einen Satz genauer machen, sind aber nicht an jeder Stelle Synonyme für Lebensunterhalt.
„Sein Einkommen reicht für den Lebensunterhalt.“ enthält keinen überflüssigen Doppelausdruck: Der Satz verknüpft vorhandene Einnahmen mit dem zu deckenden Bedarf.
Verwendung und Beispiele
„Während der Ausbildung trug sie mit Wochenendarbeit zu ihrem Lebensunterhalt bei.“
„Beitragen“ bedeutet hier einen Anteil übernehmen. Der Satz behauptet nicht, dass die Wochenendarbeit sämtliche Ausgaben finanzierte.
„Die Geschwister besprachen, wie sie gemeinsam für den Lebensunterhalt ihres Vaters sorgen konnten.“
Im Mittelpunkt steht die praktische Finanzierung des Alltags. Die Formulierung enthält noch keine Aussage über einen gesetzlichen Anspruch oder eine festgelegte Zahlung.
Grammatik
Lebensunterhalt ist maskulin und wird in der hier beschriebenen Bedeutung im Singular gebraucht. Im Genitiv sind des Lebensunterhalts und des Lebensunterhaltes möglich. Die Tabelle zeigt beide Genitivformen und die heute gewöhnliche Dativform ohne zusätzliches -e.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | der Lebensunterhalt |
| Genitiv | des Lebensunterhalts / des Lebensunterhaltes |
| Dativ | dem Lebensunterhalt |
| Akkusativ | den Lebensunterhalt |
Den Lebensunterhalt bestreiten
Die Verbindung bedeutet, die nötigen Ausgaben für das Leben zu bezahlen: „Mit ihren Übersetzungen bestreitet sie ihren Lebensunterhalt.“ Bestreiten heißt hier weder widersprechen noch etwas abstreiten. Seinen Lebensunterhalt verdienen betont die Erwerbstätigkeit; für den Lebensunterhalt sorgen lässt offener, woher die Mittel kommen.
Das Bild das tägliche Brot verdienen kann denselben Grundgedanken ausdrücken. Brot steht dabei für den Lebensbedarf insgesamt. In einem Bericht ist die sachliche Bezeichnung Lebensunterhalt meist eindeutiger.
