Leumund
Form & Grammatik
- Stichwort
- Leumund
- Worttrennung
- Leu·mund
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Leumunds / des Leumundes
- Plural
- kein Plural
Definition · kurz erklärt
Leumund ist der Ruf, den ein Mensch bei anderen hat, besonders im Hinblick auf sein Verhalten und seine Zuverlässigkeit. Das Wort klingt gehoben oder förmlich und bezeichnet eine Einschätzung durch andere.
Bedeutungen
Ein guter Leumund bedeutet, dass über eine Person überwiegend Gutes berichtet wird. Ein schlechter Leumund bezeichnet eine ungünstige öffentliche oder soziale Einschätzung. Das Wort sagt zunächst, wie jemand gilt, und nicht unmittelbar, wie sich die Person in jeder Situation tatsächlich verhält.
Gerade dieser Unterschied ist in literarischen Texten wichtig. Eine Figur kann einen guten Leumund genießen und trotzdem etwas verheimlichen. Umgekehrt kann ein schlechter Ruf auf einem unbegründeten Gerücht beruhen. Wer einen Erzählertext untersucht, sollte deshalb zwischen dem Urteil der Umgebung und den geschilderten Handlungen unterscheiden.
Im alltäglichen Gespräch ist Ruf meist verständlicher. Leumund begegnet häufiger in förmlichen Zusammenhängen oder älteren Texten. Es ist nicht automatisch der Name eines bestimmten amtlichen Dokuments.
Leumund: Synonyme und andere Wörter
Wie andere über jemanden denken
Ruf, Reputation
Ruf ist das alltagssprachlichste Ersatzwort. Reputation klingt ebenfalls förmlich und kann auch fachliches Ansehen einschließen. Leumund lenkt den Blick häufig stärker auf das persönliche Verhalten.
„Ihr Leumund war tadellos.“ → „Ihr Ruf war tadellos.“ Beide Sätze beschreiben die Einschätzung anderer, nicht den Nachweis jeder einzelnen Handlung.
Achtung und Wertschätzung
Ansehen, guter Name
Ansehen hebt Achtung und Wertschätzung hervor. Guter Name ist eine bildhafte Wendung für einen guten Ruf. Leumund selbst muss nicht positiv sein; die Wertung kann erst durch ein Adjektiv entstehen.
„Der Vorwurf schadete seinem Leumund.“ → „Der Vorwurf schadete seinem guten Namen.“ Die zweite Fassung setzt voraus, dass sein Ruf zuvor gut war.
Verwendung und Beispiele
„Im Dorf genoss die Händlerin einen guten Leumund, weil sie Zusagen verlässlich einhielt.“
Der Nebensatz nennt einen konkreten Grund für die positive Einschätzung. Das macht den Satz aussagekräftiger als ein unbegründetes Lob und begrenzt ihn zugleich auf das bekannte Verhalten.
„Die Erzählung stellt den schlechten Leumund des Fremden seinen hilfsbereiten Handlungen gegenüber.“
Hier entsteht ein Widerspruch zwischen Fremdurteil und Verhalten. In der Analyse darf der schlechte Ruf deshalb nicht ohne Weiteres als Eigenschaft der Figur übernommen werden.
Grammatik
Es heißt der Leumund. Im Genitiv sind des Leumunds und des Leumundes möglich. Das Wort hat keinen gebräuchlichen Plural; die Worttrennung lautet Leu·mund.
Die beiden Genitivformen bedeuten dasselbe. Für mehrere Personen spricht man zum Beispiel „vom Leumund der Beteiligten“. Eine erfundene Mehrzahl ist dafür nicht nötig. Die Tabelle enthält deshalb nur die Singularformen.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | der Leumund |
| Genitiv | des Leumunds / des Leumundes |
| Dativ | dem Leumund |
| Akkusativ | den Leumund |
Einen guten Leumund genießen
Die feste Verbindung bedeutet, einen guten Ruf zu haben. „Die Inhaberin genießt wegen ihrer fairen Beratung einen guten Leumund“ nennt zugleich den Grund des Urteils. Eine Person als liebenswürdig zu erleben ist dagegen eine konkrete Erfahrung, aus der sich erst mit weiteren Beobachtungen ein Ruf entwickeln kann.
