Liebling
Form & Grammatik
- Stichwort
- Liebling
- Worttrennung
- Lieb·ling
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Lieblings
- Plural
- die Lieblinge
Kann Personen jedes Geschlechts und Tiere bezeichnen. Lieblingin ist eine veraltete eigenständige Ableitung.
Definition · kurz erklärt
Liebling ist eine liebevolle Anrede oder die Bezeichnung für einen besonders geliebten, beliebten oder bevorzugten Menschen. Auch ein Tier kann ein Liebling sein. Das Wort beschreibt immer eine besondere Beziehung oder Wertschätzung.
Bedeutungen
Ein vertrauter Kosename
„Guten Morgen, Liebling“ richtet sich an einen Menschen, zu dem eine enge Beziehung besteht. Das grammatisch maskuline Wort kann Personen jedes Geschlechts bezeichnen. Aus seinem Artikel lässt sich nicht das Geschlecht der angesprochenen Person ableiten.
Besonders beliebt oder bevorzugt
Ein Liebling des Publikums ist bei diesem besonders beliebt. Der Liebling einer Lehrkraft kann dagegen eine Person sein, die von anderen als bevorzugt wahrgenommen wird. Ob die Bezeichnung liebevoll, bewundernd oder kritisch wirkt, hängt vom Zusammenhang ab.
Beliebtheit und Leistung sind nicht dasselbe. Wer Liebling einer Gruppe ist, muss nicht in jeder Hinsicht am erfolgreichsten sein. Umgekehrt kann die Bezeichnung in einer Erzählung etwas über die Haltung der sprechenden Figur verraten, ohne eine objektive Rangfolge festzulegen.
Liebling: Synonyme und andere Wörter
Eine liebevolle Anrede
Schatz, geliebter Mensch
Schatz ist ebenfalls eine vertrauliche Anrede. Geliebter Mensch eignet sich eher als Erklärung als als spontaner Zuruf. Beide Umschreibungen passen nur zur persönlichen Bedeutung, nicht automatisch zum Liebling des Publikums.
„Liebling, ich bin wieder da.“ → „Schatz, ich bin wieder da.“ Der vertraute Ton bleibt erhalten; ob die Anrede erwünscht ist, entscheidet die Beziehung.
Besonders geschätzt oder bevorzugt
Favorit, Publikumsliebling
Favorit kann auch den wahrscheinlichsten Sieger eines Wettbewerbs bezeichnen. Ein Publikumsliebling ist vor allem beliebt. Beliebtheit erlaubt keine sichere Vorhersage, wer tatsächlich gewinnt.
„Die Sängerin ist der Liebling des Publikums.“ → „Die Sängerin ist beim Publikum besonders beliebt.“ „Sie ist die Favoritin“ könnte dagegen eine Siegprognose enthalten.
Verwendung und Beispiele
„Die kleine Ziege wurde schnell zum Liebling der Besucher.“
Das Wort bezeichnet hier ein Tier, zu dem viele Besucher eine besondere Zuneigung entwickeln. Die Aussage bewertet nicht seine biologische Besonderheit, sondern die Reaktion der Menschen.
„Er nennt seine Mitschülerin den Liebling der Lehrerin, weil sie wieder gelobt wurde.“
Der Satz ordnet das Urteil ausdrücklich ihm zu. Ein einzelnes Lob belegt keine dauerhafte Bevorzugung. Für eine Figurenanalyse ist gerade dieser Abstand zwischen Beobachtung und Bewertung wichtig.
Grammatik
Liebling ist maskulin: der Liebling, des Lieblings. Der Plural heißt Lieblinge, im Dativ den Lieblingen. Die Worttrennung lautet Lieb·ling.
Die feminine Ableitung Lieblingin ist historisch belegt und heute veraltet. Sie ist nicht die notwendige heutige Bezeichnung für eine Frau: Auch eine Frau kann „mein Liebling“ sein. Historische Formen der Ableitung sind als eigenes Paradigma zu behandeln, nicht als Beugung von Liebling.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Liebling | die Lieblinge |
| Genitiv | des Lieblings | der Lieblinge |
| Dativ | dem Liebling | den Lieblingen |
| Akkusativ | den Liebling | die Lieblinge |
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Lieblingin | die Lieblinginnen |
| Genitiv | der Lieblingin | der Lieblinginnen |
| Dativ | der Lieblingin | den Lieblinginnen |
| Akkusativ | die Lieblingin | die Lieblinginnen |
Liebling und lieb
Die Wortfamilie gehört zu lieb. Einen Menschen als Liebling zu bezeichnen ist eine Beziehungsaussage; ihn als liebevoll zu beschreiben betrifft dagegen sein Verhalten gegenüber anderen.
