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Lückenfüller

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Lückenfüller
Worttrennung
Lü·cken·fül·ler
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Lückenfüllers
Plural
die Lückenfüller

Gebrauch: Dativ Plural: den Lückenfüllern; Personen und Sachen möglich.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Lückenfüller ist eine Person oder Sache, die eine freie Stelle ausfüllt oder einen fehlenden Bestandteil vorläufig ersetzt. Das Wort kann sachlich die Funktion beschreiben, aber auch kritisch ausdrücken, dass etwas nur zur Überbrückung oder mangels einer besseren Möglichkeit eingesetzt wird.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Etwas oder jemanden für einen freien Platz einsetzen

Ein kurzer Beitrag kann als Lückenfüller dienen, wenn in einer Zeitung noch Platz frei ist. Eine kleine Aufgabe kann Wartezeit überbrücken. In beiden Fällen steht zunächst die Frage im Vordergrund, was die freie Stelle füllt. Über die Qualität des Beitrags oder den Nutzen der Aufgabe ist damit noch nicht entschieden.

Wird ein Mensch als Lückenfüller bezeichnet, kann das abwertend wirken. Die Person scheint dann nur für einen freien Platz gebraucht zu werden. „Ich bin kein Lückenfüller“ drückt häufig den Wunsch aus, um der eigenen Person oder Leistung willen geschätzt zu werden.

Für die Beschreibung eines Textes ist der Ausdruck ebenfalls wertend: Wer einen Absatz als bloßen Lückenfüller bezeichnet, hält ihn für entbehrlich. Hilfreicher wird die Kritik, wenn sie erklärt, warum der Absatz nichts zum Thema beiträgt. Ein kurzer Abschnitt ist nicht schon wegen seiner Länge ein Lückenfüller.

„Das kurze Rätsel diente in der Zeitschrift als Lückenfüller.“

Die Funktion des Beitrags wird beschrieben. Ob das Rätsel interessant oder gelungen war, bleibt offen.

Lückenfüller: Synonyme und andere Wörter

Für eine freie Stelle

Ersatz · Zwischenlösung · Überbrückung

Ersatz benennt allgemein, dass etwas an die Stelle von etwas anderem tritt. Zwischenlösung betont eine vorläufige Regelung. Lückenfüller hebt den bislang freien Platz oder Zeitraum hervor.

„Die kurze Aufgabe dient als Lückenfüller“ lässt sich als „Die kurze Aufgabe überbrückt die Wartezeit“ präzisieren, wenn tatsächlich eine Wartezeit gemeint ist. Eine andere freie Stelle wäre damit nicht passend beschrieben.

Bei Personen

Ersatzperson · Vertretung · Aushilfe

Vertretung beschreibt die Übernahme einer Aufgabe. Aushilfe passt zu unterstützender, oft zeitlich begrenzter Arbeit. Lückenfüller kann dagegen die persönliche Wertschätzung infrage stellen und ist deshalb nicht beliebig austauschbar.

„Er fühlt sich als Lückenfüller im Team“ gibt zunächst eine Empfindung wieder. „Er wird nur bei Ausfällen eingesetzt“ ist nur dann eine passende Konkretisierung, wenn dieser Einsatz im Text tatsächlich geschildert wird.

Bei einem entbehrlichen Textteil

Fülltext · unnötiger Zusatz

Diese Ausdrücke passen nur, wenn tatsächlich fehlender inhaltlicher Beitrag gemeint ist. Ein kurzer Kasten mit einer wichtigen Zusatzinformation ist trotz seiner passenden Länge kein bloßer Fülltext.

Die Kritik „Der Absatz ist ein Lückenfüller“ kann etwa durch „Der Absatz wiederholt nur die Einleitung und ergänzt keine Information“ begründet werden, sofern genau das am Text gezeigt werden kann. Die Wiederholung folgt nicht aus Lückenfüller allein.

Beispiele und Verwendung

„Die Redaktion setzte eine kurze Buchvorstellung als Lückenfüller auf die letzte Seite.“

Beschrieben wird zunächst die Platzierung. Die Buchvorstellung kann trotzdem informativ sein; eine schlechte Qualität behauptet der Satz nicht zwingend.

„Ich möchte mitspielen, weil ihr mich im Team haben wollt, und nicht nur als Lückenfüller“, sagte Karim.

Die direkte Rede macht die persönliche Wertung deutlich. Karim wünscht sich Zugehörigkeit und nicht nur einen Einsatz, wenn jemand fehlt.

„Die zusätzliche Aufgabe war mehr als ein Lückenfüller: Mit ihr wiederholte die Klasse die neuen Begriffe.“

Der zweite Satzteil benennt einen eigenständigen Lernzweck. Dadurch wird erklärt, weshalb die Aufgabe nicht bloß Zeit verbraucht.

Grammatik und Beugung

Es heißt der Lückenfüller, im Genitiv des Lückenfüllers. Nominativ und Akkusativ Plural lauten die Lückenfüller; im Dativ Plural steht den Lückenfüllern. Die Worttrennung lautet Lü·cken·fül·ler.

Der Artikel der bezeichnet das grammatische Genus. Das Wort kann trotzdem eine Sache meinen, etwa einen kurzen Bericht. Die feminine Personenbezeichnung Lückenfüllerin ist eine eigene Ableitung und keine Kasusform von Lückenfüller.

Lückenfüller: Beugung nach Fällen
FallSingularPlural
Nominativder Lückenfüllerdie Lückenfüller
Genitivdes Lückenfüllersder Lückenfüller
Dativdem Lückenfüllerden Lückenfüllern
Akkusativden Lückenfüllerdie Lückenfüller

„Als Lückenfüller dienen“

Die gebräuchliche Verbindung als Lückenfüller dienen nennt die Funktion. Für einen verständlichen Satz kann man ergänzen, welche Lücke gemeint ist: „Das Gespräch diente als Lückenfüller, bis die Vorführung begann.“ Gemeint ist eine zeitliche Überbrückung. Ob das Gespräch interessant war, bleibt offen.