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Lügenbold

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Lügenbold
Worttrennung
Lü·gen·bold
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Lügenbolds / des Lügenboldes
Plural
die Lügenbolde

Umgangssprachlich und abwertend, oft als Schimpfwort.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Lügenbold ist jemand, dem häufiges oder gewohnheitsmäßiges Lügen vorgeworfen wird. Das umgangssprachliche Wort ist abwertend und wird oft als Schimpfwort verwendet. Eine falsche Aussage allein reicht jedoch nicht aus, um eine bewusste Täuschung festzustellen.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Abwertende Bezeichnung für einen häufig lügenden Menschen

Die Bezeichnung richtet sich gegen eine Person und stellt das Lügen als wiederkehrende Eigenschaft dar. Sie wirkt damit umfassender als die Feststellung, dass eine einzelne Angabe nicht stimmt. Wer etwas falsch erinnert oder missversteht, lügt nicht schon deshalb absichtlich.

In einem Dialog kann Lügenbold einen Konflikt scharf werden lassen. Die beschuldigte Person wird mit einem abwertenden Etikett versehen. Ob der Vorwurf im Text berechtigt ist, muss anhand der Handlungen und Aussagen geprüft werden. Die Beschimpfung selbst ist dafür kein Beweis.

Für eine sachliche Zusammenfassung ist es hilfreicher, die Täuschung konkret zu nennen: Welche Angabe hat die Figur gemacht, was wusste sie zu diesem Zeitpunkt, und was wollte sie damit erreichen? So wird aus dem pauschalen Urteil eine nachvollziehbare Beschreibung.

„Im Streit beschimpfte sie ihren Bruder als Lügenbold.“

Der Satz gibt einen Vorwurf wieder. Ob der Bruder tatsächlich absichtlich gelogen hat, muss der Zusammenhang belegen.

Lügenbold: Synonyme und andere Wörter

Jemand lügt wiederholt

Lügner · Schwindler · notorischer Lügner

Lügner ist die direkte Personenbezeichnung. Schwindler kann außerdem jemanden meinen, der andere durch sein Auftreten oder falsche Behauptungen täuscht. Notorisch verstärkt den Vorwurf eines bekannten, wiederkehrenden Verhaltens; es ist keine neutrale Mengenangabe.

„Er nennt seinen Nachbarn einen Lügenbold.“ → „Er wirft seinem Nachbarn vor, ständig zu lügen.“ Die Umschreibung macht den Inhalt des Vorwurfs sichtbar, ohne ihn selbst zu bestätigen.

Das Verhalten statt die Person beschreiben

unehrlich handeln · bewusst eine falsche Angabe machen

Unehrlich ist weiter als lügen: Dazu können auch das Verbergen wichtiger Informationen oder irreführendes Verhalten gehören. Eine konkrete Beschreibung vermeidet, aus einer Handlung sofort eine dauerhafte Eigenschaft abzuleiten.

„Die Figur ist ein Lügenbold.“ → „Die Figur behauptet wider besseres Wissen, den Brief nie gesehen zu haben.“ Die zweite Fassung braucht einen Textbeleg, macht die Deutung aber überprüfbar.

Beispiele und Verwendung

„Du Lügenbold!“, rief die Figur, nachdem sie den versteckten Brief gefunden hatte.

Der Ausruf zeigt Ärger und einen Täuschungsvorwurf. Für die Analyse ist zusätzlich zu klären, was vorher über den Brief gesagt worden war.

„Der Erzähler nennt ihn einen Lügenbold, zeigt aber zunächst nur eine widersprüchliche Erinnerung.“

Hier entsteht eine Spannung zwischen Urteil und dargestelltem Verhalten. Man kann untersuchen, ob weitere Szenen den Vorwurf stützen oder ob der Erzähler vorschnell urteilt.

Grammatik und Beugung

Es heißt der Lügenbold, im Genitiv des Lügenbolds oder des Lügenboldes. Die Mehrzahl lautet die Lügenbolde; im Dativ Plural steht den Lügenbolden. Die Worttrennung lautet Lü·gen·bold.

Die feminine Ableitung heißt Lügenboldin. Sie ist keine Kasusform des Hauptwortes. Das Wort Lügenbold bleibt grammatisch maskulin; welchen Personenbezug eine konkrete Verwendung hat, ergibt sich aus dem Satz.

Lügenbold: Beugung nach Fällen
FallSingularPlural
Nominativder Lügenbolddie Lügenbolde
Genitivdes Lügenbolds / des Lügenboldesder Lügenbolde
Dativdem Lügenboldden Lügenbolden
Akkusativden Lügenbolddie Lügenbolde

Lüge, Irrtum oder erfundene Geschichte?

Ein Irrtum ist eine unzutreffende Vorstellung, die jemand selbst für richtig hält. Eine erkennbare Fantasiegeschichte erhebt gewöhnlich keinen Anspruch, tatsächlich geschehen zu sein. Beim Vorwurf des Lügens geht es dagegen um eine bewusste unwahre Aussage. Dieser Unterschied hilft, die Bezeichnung Lügenbold im jeweiligen Text einzuordnen.