Macht
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Macht
- Worttrennung
- Macht
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Macht
- Plural
- die Mächte (zählbare Akteure oder Kräfte)
Gebrauch: Einfluss und Herrschaft als allgemeine Begriffe ohne Plural; Dativ Plural den Mächten.
Definition · kurz erklärt
Macht ist die Möglichkeit, auf Menschen, Entscheidungen oder Vorgänge einzuwirken. Das Wort kann außerdem einen besonders einflussreichen Staat oder eine übernatürlich gedachte Kraft bezeichnen. Welche Bedeutung gemeint ist, zeigt der Zusammenhang.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Etwas durchsetzen oder beeinflussen können
Wer Macht besitzt, kann etwas durchsetzen, verhindern oder wesentlich mitbestimmen. Dazu können eine Stellung, verfügbare Mittel oder die Abhängigkeit anderer beitragen. Macht ist deshalb nicht dasselbe wie körperliche Stärke. Auch ohne körperlichen Zwang können Entscheidungen von einer Person abhängen.
„Mit ihrer entscheidenden Stimme hatte sie die Macht, den Antrag zu verhindern.“
Die konkrete Abstimmungsregel erklärt ihre Einflussmöglichkeit. Körperliche Stärke spielt hier keine Rolle.
Bedeutung 2: Politische Herrschaft ausüben
In Verbindungen wie an die Macht kommen oder an der Macht bleiben geht es um die Ausübung politischer Herrschaft. Das Wort allein sagt nicht, auf welchem Weg die betreffende Stellung erreicht wurde oder wie sie ausgeübt wird.
„Nach der Wahl blieb die bisherige Regierung an der Macht.“
Die Verbindung betrifft die politische Stellung. Wie die Regierung diese nutzt, wird nicht beschrieben.
Bedeutung 3: Ein besonders einflussreicher Akteur
Eine wirtschaftliche Macht kann ein besonders einflussreicher Staat oder Zusammenschluss sein. Hier bezeichnet das Wort den Akteur selbst, nicht nur dessen Einflussmöglichkeit.
„Der Zusammenschluss wurde zu einer bedeutenden wirtschaftlichen Macht.“
Die Gruppe wird nach ihrer Stellung bezeichnet. Der Satz nennt noch keine konkreten Ursachen ihres Einflusses.
Bedeutung 4: Eine als wirksam vorgestellte Kraft
In Geschichten begegnen geheime oder übernatürliche Mächte. Damit sind Kräfte gemeint, die innerhalb der erzählten Welt wirksam gedacht werden.
„Im Märchen schützen unsichtbare Mächte den Wanderer.“
Die Aussage gilt für die erzählte Welt. Sie ist kein Nachweis übernatürlicher Kräfte außerhalb der Geschichte.
Bedeutung 5: Ein Heer oder eine Truppenstärke
In älteren Texten kann Macht auch für ein Heer oder eine Truppenstärke stehen. Dieser historische Sinn ist von einer bloßen politischen Stellung zu unterscheiden.
„Der ältere Bericht schildert, wie der Herrscher mit großer Macht vor die Stadt zog.“
Im militärischen Zusammenhang kann damit ein großes Heer gemeint sein. Ohne Kontext wäre die Formulierung mehrdeutig.
Macht: Synonyme und andere Wörter
Etwas beeinflussen oder durchsetzen
Autorität · Einfluss · Verfügungsgewalt
Einfluss kann auch ohne die Möglichkeit bestehen, etwas verbindlich durchzusetzen. Autorität beruht je nach Zusammenhang auf einer anerkannten Stellung oder auf Ansehen. Macht betont stärker, welche Wirkung jemand tatsächlich erzielen kann.
„Ihre Macht im Verein wächst.“ → „Ihr Einfluss im Verein wächst.“ Die zweite Fassung lässt eher offen, ob sie selbst Entscheidungen treffen oder nur andere überzeugen kann.
Bei Staaten und übernatürlichen Kräften
einflussreicher Staat · Großmacht; Kraft · höhere Gewalt
Einflussreicher Staat erklärt die politische Personen- oder Gruppenbezeichnung. Kraft passt eher zu einer gedachten Wirkung in einer Erzählung. Höhere Gewalt kann in anderen Zusammenhängen eine besondere rechtliche Bedeutung haben und ist deshalb kein allgemeiner Ersatz.
„Die Erzählung handelt von dunklen Mächten.“ → „Die Erzählung handelt von bedrohlichen übernatürlichen Kräften.“ Diese genauere Fassung passt, wenn tatsächlich eine fantastische oder übernatürliche Erzählwelt gemeint ist.
Beispiele und Verwendung
„Sie hatte die Macht, den Termin zu verschieben, entschied sich aber gegen eine Änderung.“
Macht bezeichnet eine vorhandene Möglichkeit. Dass sie diese nicht nutzt, bedeutet nicht, dass sie fehlt.
„Im Roman konkurrieren zwei Mächte um den Zugang zum Hafen.“
Der Plural meint hier zwei einflussreiche Akteure. Welche Staaten oder Gruppen das sind, muss der weitere Text klären.
„Die Figur fürchtet eine unsichtbare Macht hinter den Ereignissen.“
Die Formulierung gibt die Vorstellung der Figur wieder. Sie bestätigt nicht, dass eine solche Kraft außerhalb der Geschichte existiert.
Grammatik und Beugung
Macht ist feminin: die Macht, der Macht. Als allgemeine Bezeichnung von Einfluss oder Herrschaft wird das Wort ohne Plural gebraucht. Zählbare Akteure oder einzeln gedachte Kräfte heißen dagegen Mächte; im Dativ Plural steht den Mächten.
Das einsilbige Wort wird nicht getrennt. Großschreibung unterscheidet das Substantiv von der Verbform macht: „Die Macht verändert sie“ enthält ein Nomen; „Sie macht einen Vorschlag“ enthält eine Form von machen.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Macht | die Mächte |
| Genitiv | der Macht | der Mächte |
| Dativ | der Macht | den Mächten |
| Akkusativ | die Macht | die Mächte |
In meiner Macht stehen, mit aller Macht
Etwas steht in meiner Macht bedeutet, dass ich es bewirken oder entscheiden kann. „Den Raum kann ich öffnen; ob die Veranstaltung stattfindet, steht nicht in meiner Macht.“ Das Beispiel trennt eine praktische Befugnis von einer weitergehenden Entscheidung.
Mit aller Macht heißt mit größtem Einsatz oder Nachdruck. „Mit aller Macht stemmte sie sich gegen die klemmende Tür.“ Hier ist tatsächlicher Krafteinsatz gemeint. In „Er versuchte mit aller Macht, die Wahl zu gewinnen“ steht dagegen das nachdrückliche Bemühen im Vordergrund.
Das verwandte Adjektiv mächtig beschreibt große Kraft oder großen Einfluss. Herrisch bewertet hingegen ein bestimmendes Auftreten; beides ist nicht automatisch dasselbe.
