Manier
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Manier
- Worttrennung
- Ma·nier
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Manier
- Plural
- die Manieren
Gebrauch: Art/Stil: Plural selten. Benehmen: meist Plural. Musik: Verzierung. Manieren ist eine Form desselben Nomens.
Definition · kurz erklärt
Manier bezeichnet eine charakteristische Art, etwas zu tun, oder einen bestimmten künstlerischen Stil. Im Plural Manieren sind meist Umgangsformen gemeint. Die Bedeutung hängt davon ab, worauf das Wort bezogen wird.
Bedeutungen
Art und künstlerischer Stil
Wer etwas in seiner gewohnten Manier erledigt, tut es auf die für ihn typische Weise. Bei einem Gemälde kann die Manier den erkennbaren Stil eines Künstlers bezeichnen. In einer abwertenden Beurteilung kann das Wort aber auch eine gekünstelte, übertrieben eigentümliche Gestaltung meinen. Diese Bewertung muss aus dem Kontext hervorgehen.
Was sind Manieren?
Gute oder schlechte Manieren betreffen das Verhalten im Umgang mit anderen. Dabei geht es etwa um Rücksicht, Höflichkeit und gesellschaftliche Erwartungen. Welche konkrete Handlung bewertet wird, sollte benannt werden. Eine fremde Gewohnheit ist nicht allein deshalb schlechtes Benehmen.
In der Musik
Als Fachwort kann Manier eine Verzierung bezeichnen. Das ist von der Bewertung der Umgangsformen eines Musikers zu trennen. Der Gegenstand der Aussage entscheidet, ob über eine musikalische Ausführung oder über sein Verhalten gesprochen wird.
Manier: Synonyme und andere Wörter
Eine typische Art beschreiben
Art und Weise · Stil
Art und Weise passt allgemein zur Ausführung. Stil eignet sich besonders für eine erkennbare Gestaltung. Methode betont stärker ein planmäßiges Verfahren; nicht jede persönliche Manier ist eine Methode.
„Sie antwortete in ihrer ruhigen Manier.“ → „Sie antwortete auf ihre gewohnt ruhige Art.“
Die Umschreibung bezieht sich auf die Art der Antwort, nicht auf ihre Höflichkeit insgesamt.
Den Umgang mit anderen beurteilen
Umgangsformen · Benehmen
Diese Wörter passen zur häufigen Pluralverwendung Manieren. Benehmen steht gewöhnlich im Singular und kann ein konkretes Verhalten bezeichnen. Bei einem künstlerischen Stil wäre es kein passender Ersatz.
„Seine Manieren wurden kritisiert.“ → „Sein Benehmen wurde kritisiert.“
Für eine nachvollziehbare Kritik sollte anschließend die beanstandete Handlung erklärt werden.
Verwendung und Beispiele
„Die Zeichnung erinnert in ihrer Manier an ältere Reisebilder, zeigt aber einen heutigen Bahnhof.“
Stil und dargestellter Inhalt werden getrennt. Der Vergleich behauptet weder eine Kopie noch dass das Bild selbst aus der älteren Zeit stammt.
„Mina zeigte gute Manieren, indem sie die neue Mitschülerin ausreden ließ und nachfragte.“
Das Beispiel nennt zwei beobachtbare Handlungen. So wird die Bewertung verständlicher als mit dem bloßen Etikett „gute Manieren“.
Grammatik
Das Wort ist feminin: die Manier. Der Plural lautet Manieren, getrennt Ma·nie·ren. Bei Art und Stil ist der Plural selten; beim Benehmen ist er besonders üblich.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Manier | die Manieren |
| Genitiv | der Manier | der Manieren |
| Dativ | der Manier | den Manieren |
| Akkusativ | die Manier | die Manieren |
