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Marginalie

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Marginalie
Worttrennung
Mar·gi·na·lie
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Marginalie
Plural
die Marginalien

Gebrauch: Anmerkung oder gedruckter Verweis am Textrand, in diesem Gebrauch häufig im Plural. Übertragen bildungssprachlich für eine Nebensache.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Eine Marginalie ist eine Anmerkung oder ein Verweis am Rand eines Textes. Übertragen nennt man so eine nebensächliche Angelegenheit. Der Ort am Seitenrand und eine geringe Bedeutung sind zwei unterschiedliche Lesarten.

Bedeutungen

Eine Anmerkung am Rand

Marginalien können handschriftliche Bemerkungen in einem Buch oder einer Handschrift sein. Auch gedruckte Hinweise, Zahlen oder Erläuterungen neben dem laufenden Text gehören dazu. Der Ausdruck beschreibt dann ihre Stellung zum Haupttext.

Eine Randnotiz kann für das Verständnis sehr wichtig sein. Ihre Lage am Rand sagt nichts darüber aus, ob sie sachlich bedeutungslos ist. In Rechtstexten kann Marginalie auch einen Randtitel bezeichnen; der Ausdruck ist dann eine Bezeichnung für einen Teil der Textgestaltung.

Eine Nebensache

Im übertragenen, bildungssprachlichen Gebrauch wird eine Angelegenheit als wenig gewichtig eingeordnet. Wer einen Einwand als Marginalie bezeichnet, bewertet also seine Bedeutung für die besprochene Frage.

Diese Bewertung ist nicht automatisch richtig. In einer Analyse sollte deutlich werden, wer sie vornimmt und ob der weitere Text sie bestätigt. Das verwandte Adjektiv marginal kann ebenfalls eine Randlage oder eine geringe Bedeutung ausdrücken.

Marginalie: Synonyme und andere Wörter

Bei einem Text

Randnotiz · Randbemerkung · Anmerkung · Verweis

Randnotiz und Randbemerkung geben den Ort besonders deutlich wieder. Anmerkung ist allgemeiner: Sie kann auch als Fußnote unter dem Text stehen. Verweis passt, wenn auf eine andere Stelle aufmerksam gemacht wird.

„Die Leserin ergänzt eine Marginalie neben dem Absatz.“ → „Die Leserin ergänzt eine Randnotiz neben dem Absatz.“ Der Ersatz bewahrt die räumliche Bedeutung und lässt offen, wie wichtig die Bemerkung ist.

Bei einer geringen Bedeutung

Nebensache · Nebensächlichkeit · untergeordnetes Detail

Nebensache ist verständlicher und weniger bildungssprachlich. Detail allein bedeutet nur Einzelheit; es behauptet noch keine geringe Wichtigkeit.

„Er behandelt den Zeitunterschied als Marginalie.“ → „Er behandelt den Zeitunterschied als Nebensache.“ Beide Fassungen zeigen seine Bewertung. „Er nennt den Zeitunterschied ein Detail“ wäre weniger deutlich wertend.

Verwendung und Beispiele

„Neben dem schwierigen Satz steht eine Marginalie, die auf eine frühere Textstelle verweist.“

Die Randbemerkung hilft beim Lesen. Sie ist nicht deshalb unwichtig, weil sie außerhalb des Haupttextes steht.

„Die Moderatorin bittet darum, zunächst das Hauptproblem und danach die Marginalien zu besprechen.“

Hier sind nach ihrer Einschätzung nebensächliche Fragen gemeint. Der Plural bezeichnet mehrere solche Angelegenheiten.

„Was die Figur anfangs als Marginalie abtut, entscheidet später über den Ausgang der Geschichte.“

Das Beispiel zeigt, wie eine frühe Wertung durch den Handlungsverlauf widerlegt werden kann. In einer Inhaltsangabe sollte dieser Unterschied erhalten bleiben.

Grammatik

Marginalie ist feminin: die Marginalie, Genitiv der Marginalie. Der Plural lautet die Marginalien. Im Dativ steht den Marginalien, ohne ein zusätzliches n.

Die Worttrennung lautet Mar·gi·na·lie. Im Singular endet das Wort auf -ie, im Plural auf -ien: eine Marginalie, mehrere Marginalien.

Ob Randnotizen oder Nebensachen gemeint sind, ändert die Beugung nicht. Die im Textzusammenhang häufige Pluralverwendung macht Marginalie nicht zu einem Wort, das nur im Plural vorkommt.

Marginalie: alle Fälle
FallSingularPlural
Nominativdie Marginaliedie Marginalien
Genitivder Marginalieder Marginalien
Dativder Marginalieden Marginalien
Akkusativdie Marginaliedie Marginalien