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Marotte

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Marotte
Worttrennung
Ma·rot·te
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Marotte
Plural
die Marotten

Gebrauch: Eine als sonderbar empfundene Eigenart oder Gewohnheit. Die Bezeichnung kann belustigt oder kritisch wirken; sie ist keine medizinische Diagnose.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Eine Marotte ist eine sonderbare Eigenart oder Gewohnheit, die anderen auffällt. Das Wort sagt zugleich etwas über den Blick der beschreibenden Person: Sie empfindet das Verhalten als eigentümlich, übertrieben oder ein wenig schrullig.

Bedeutungen

Eine auffällige persönliche Gewohnheit

Wer beispielsweise seine Notizbücher nach einem ganz eigenen, für andere unverständlichen System ordnet, kann damit eine Marotte haben. Entscheidend ist nicht bloß die Wiederholung einer Handlung, sondern dass sie aus Sicht anderer ungewöhnlich erscheint.

Eine Marotte muss keinen Schaden verursachen. Die Bezeichnung kann freundlich belustigt, aber auch ungeduldig oder abwertend klingen. Welche Haltung gemeint ist, zeigt sich an der übrigen Beschreibung.

Beschreiben statt vorschnell urteilen

In einer Charakterisierung ist eine konkrete Beobachtung hilfreicher als ein bloßes Etikett. Beschreibe, was die Figur regelmäßig tut und wie andere darauf reagieren. So wird nachvollziehbar, weshalb jemand das Verhalten als Marotte bezeichnet.

Das Wort ist keine Diagnose. Aus einer einzelnen Vorliebe folgt weder eine Erkrankung noch ein vollständiges Persönlichkeitsbild. Auch ist nicht jede Eigenart eine Marotte: Eigenart kann eine Besonderheit ganz ohne Spott benennen.

Marotte: Synonyme und andere Wörter

Mit wenig Wertung

Eigenart · Eigenheit · besondere Gewohnheit

Eigenart und Eigenheit betonen, was für jemanden kennzeichnend ist. Gewohnheit benennt vor allem die Wiederholung. Alle drei können neutraler wirken als Marotte.

„Ihre Marotte ist es, jedem neuen Heft einen Namen zu geben.“ → „Ihre besondere Gewohnheit ist es, jedem neuen Heft einen Namen zu geben.“ Die zweite Fassung beschreibt dieselbe Handlung zurückhaltender.

Mit einem belustigten oder kritischen Ton

Schrulle · Spleen · Fimmel · Tick

Schrulle und Spleen heben die Sonderbarkeit hervor. Fimmel kann eine übertriebene Vorliebe betonen. Tick passt umgangssprachlich zu einer eigentümlichen Angewohnheit; die Wortwahl sollte den Ton des Textes berücksichtigen.

„Der Erzähler nennt die Regel des Nachbarn eine Marotte.“ → „Der Erzähler nennt die Regel des Nachbarn eine Schrulle.“ Die zweite Fassung verstärkt den Eindruck einer sonderbaren persönlichen Regel, statt sie nur sachlich zu benennen.

Verwendung und Beispiele

„Vor jedem Brief prüft er mit dem Lineal, ob alle vier Ecken des Papiers genau auf dem Tisch ausgerichtet sind; seine Schwester nennt das seine Marotte.“

Die konkrete Handlung begründet die Bezeichnung. Dass sie von der Schwester stammt, macht deren Perspektive sichtbar.

„Die Erzählerin schildert die kleinen Marotten ihres Großvaters mit erkennbarer Zuneigung.“

Marotte muss hier keine scharfe Abwertung sein. Die liebevolle Haltung ergibt sich aus der Darstellung, nicht aus dem Nomen allein.

„Die Figur erklärt ihre ungewöhnliche Regel ausführlich; die anderen hatten sie zuvor als bloße Marotte abgetan.“

Der Satz stellt eine erste Bewertung infrage. Eine als sonderbar wahrgenommene Handlung kann einen nachvollziehbaren Grund haben.

Das Adjektiv schrullig kann eine ähnliche Außenperspektive ausdrücken. Eine schrullige Gewohnheit bezeichnet eine Eigenschaft des Verhaltens; eine Marotte benennt die Gewohnheit selbst.

Grammatik

Das feminine Substantiv lautet die Marotte. Der Genitiv Singular heißt der Marotte, der Plural die Marotten. Im Dativ Plural steht den Marotten.

Geschrieben wird Marotte mit einem r und zwei t. Die Worttrennung lautet Ma·rot·te. Das Wort endet im Singular auf e; im Plural kommt n hinzu.

Eine Zugehörigkeit lässt sich im Genitiv oder mit von nennen: die Marotte des Nachbarn, eine Marotte von ihm. Der Plural kann mehrere auffällige Gewohnheiten derselben Person bezeichnen.

Marotte: alle Fälle
FallSingularPlural
Nominativdie Marottedie Marotten
Genitivder Marotteder Marotten
Dativder Marotteden Marotten
Akkusativdie Marottedie Marotten