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Nachspiel

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Nachspiel
Worttrennung
Nach·spiel
Artikel
das
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Nachspiels / des Nachspieles
Plural
die Nachspiele

Gebrauch: Substantiv im Neutrum. Meist unangenehme Folge oder künstlerischer Abschluss; die Verbindung ein Nachspiel haben ist besonders gebräuchlich.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Nachspiel ist häufig eine spätere, meist unangenehme Folge eines Ereignisses. In Theater und Musik bezeichnet das Wort einen anschließenden Abschnitt oder ein zusätzliches kleineres Stück. Daneben gibt es besondere Verwendungen, die der Zusammenhang deutlich machen muss.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Eine spätere Auseinandersetzung oder Folge

Ein Streit, eine Entscheidung oder ein Vorfall kann noch weitere Reaktionen auslösen. Werden diese als Nachspiel bezeichnet, klingt häufig an, dass die Angelegenheit unangenehm weitergeht oder noch nicht erledigt ist.

Das Wort sagt allein nichts über die Berechtigung oder Schwere der Folgen. Ein Gespräch kann ebenso als Nachspiel gemeint sein wie eine formelle Untersuchung; die genaue Reaktion muss der Satz nennen.

„Der Streit bei der Sitzung hatte am nächsten Morgen ein Nachspiel: Die Beteiligten mussten den Ablauf gemeinsam klären.“

Das zusätzliche Gespräch ist eine Folge des früheren Streits. Eine bestimmte Strafe wird dadurch nicht behauptet.

Bedeutung 2: Ein künstlerischer Abschluss

Im Theater kann ein Nachspiel an die eigentliche Handlung anschließen. Der literarische Zusammenhang mit einem Epilog wird dort ausführlicher erklärt. In der Musik kann das Wort einen instrumentalen Abschluss oder ein kleineres anschließend gespieltes Stück bezeichnen.

Ob der Zusatz die Handlung kommentiert, einen Abschluss setzt oder musikalisch weiterführt, ergibt sich aus dem konkreten Werk. Die Bezeichnung allein legt keine bestimmte Wirkung auf das Publikum fest.

„Nachdem der Gesang verstummt war, führte ein kurzes Nachspiel die Melodie am Klavier weiter.“

Gemeint ist ein musikalischer Anschluss. Eine unangenehme Folge des Auftritts wird nicht beschrieben.

Bedeutung 3: Zärtlichkeit nach sexueller Intimität

In einem intimen Zusammenhang kann Nachspiel den Austausch von Zärtlichkeiten nach dem Geschlechtsverkehr bezeichnen. Diese besondere Bedeutung ist von einem künstlerischen Schlussstück und von unangenehmen Folgen zu unterscheiden.

„In ihrem Gespräch verwendeten sie Nachspiel als Bezeichnung für die anschließende zärtliche Nähe.“

Der Satz nennt den intimen Zusammenhang ausdrücklich. Ohne diesen Bezug wäre die Bedeutung des Wortes nicht eindeutig.

Synonyme: andere Wörter für Nachspiel

Bei späteren Folgen

Folge · Konsequenz · spätere Auseinandersetzung

Folge und Konsequenz sind allgemeiner und müssen nicht unangenehm sein. Nachspiel klingt oft danach, dass sich ein Ereignis noch nicht abschließen lässt. Spätere Auseinandersetzung nennt eine bestimmte Art der Fortsetzung.

„Die unbedachte Bemerkung hatte ein Nachspiel.“ → „Die unbedachte Bemerkung hatte weitere Folgen.“ Die zweite Fassung ist neutraler und lässt offen, ob die Folgen unangenehm waren.

Bei einem Werk

Epilog · Schlussstück · instrumentaler Ausklang

Die Alternative hängt von der Kunstform ab. Epilog passt insbesondere zum literarischen oder dramatischen Abschluss. Instrumentaler Ausklang benennt den musikalischen Vorgang genauer, ist aber kein passender Ersatz für jede Schlussrede.

„Nach dem letzten Vers folgt ein Nachspiel.“ → „Nach dem letzten Vers folgt ein instrumentaler Ausklang.“ Die zweite Fassung passt, wenn tatsächlich die Musik ohne weiteren Gesang fortgeführt wird.

Beispiele und Verwendung

Die Folge konkretisieren

„Der verlorene Schlüssel hatte ein ärgerliches Nachspiel: Die Gruppe musste lange vor dem verschlossenen Raum warten.“

Der Satz nennt die konkrete Unannehmlichkeit. Das Adjektiv ärgerlich verstärkt eine Bewertung, die Nachspiel häufig bereits nahelegt.

Eine drohende Formulierung erkennen

„Das wird ein Nachspiel haben, sagte die Figur und brach das Gespräch ab.“

Im Dialog kann die Verbindung wie eine Drohung wirken. Welche Handlung später folgt, ist damit noch nicht festgelegt; eine Analyse sollte den weiteren Verlauf berücksichtigen.

Grammatik und Beugung

Es heißt das Nachspiel. Im Genitiv sind des Nachspiels und des Nachspieles möglich. Der Plural lautet die Nachspiele, der Dativ Plural den Nachspielen.

Die Worttrennung lautet Nach·spiel. Im Plural wird -e angefügt. Im Dativ Plural kommt -n hinzu: mit mehreren Nachspielen.

In der festen Verbindung ein Nachspiel haben steht ein Nachspiel als Akkusativobjekt. Bei einem Neutrum sind Nominativ und Akkusativ äußerlich gleich: Ein Nachspiel folgt, aber der Vorfall hat ein Nachspiel.

Deklination von Nachspiel
FallSingularPlural
Nominativdas Nachspieldie Nachspiele
Genitivdes Nachspiels / des Nachspielesder Nachspiele
Dativdem Nachspielden Nachspielen
Akkusativdas Nachspieldie Nachspiele

Redewendungen und feste Verbindungen

Ein Nachspiel haben

Die Verbindung bedeutet, dass ein Ereignis noch weitere, häufig unangenehme Folgen auslöst. „Die falsche Ankündigung hatte ein Nachspiel im nächsten Teamgespräch.“ Der Zusatz im nächsten Teamgespräch grenzt den gemeinten Rahmen ein.

Die Formulierung kann eine Erwartung ausdrücken: Das dürfte ein Nachspiel haben. Das ist noch keine bestätigte Beschreibung eines bereits eingetretenen Ergebnisses.