Nachtgespenst
Form & Grammatik
- Stichwort
- Nachtgespenst
- Worttrennung
- Nacht·ge·spenst
- Artikel
- das
- Geschlecht
- Neutrum
- Genitiv
- des Nachtgespenstes / des Nachtgespensts
- Plural
- die Nachtgespenster
Der Vergleich „wie ein Nachtgespenst aussehen“ ist umgangssprachlich und meint ein blasses, übernächtigtes Aussehen.
Definition · kurz erklärt
Ein Nachtgespenst ist ein Gespenst, das nachts erscheint. Umgangssprachlich kann der Vergleich „wie ein Nachtgespenst aussehen“ bedeuten, blass und übernächtigt auszusehen.
Bedeutungen
Eine nachts auftretende Spukgestalt
Nachtgespenst bezeichnet eine nächtliche Gespenstergestalt, etwa in einer Sage, einem Märchen oder einer erfundenen Geschichte. Der Bestandteil Nacht grenzt die Zeit ihres Auftretens ein; Gespenst nennt die Art der vorgestellten Erscheinung.
„In der erfundenen Sage rudert das Nachtgespenst nach Mitternacht über den verlassenen Mühlenteich.“
Die nächtliche Bootsfahrt gehört zu dieser erfundenen Sage. Das Wort selbst schreibt weder ein Ruderboot noch einen bestimmten Aufenthaltsort vor. Es bezeichnet die nachts auftretende Spukgestalt.
Nachtgespenst: Synonyme und andere Wörter
Die Zeitangabe ist ein Unterschied
Gespenst · Geist · nächtliche Spukgestalt
Gespenst ist der allgemeinere Ausdruck und nennt die Nacht nicht ausdrücklich mit. Geist kann eine ähnliche Erscheinung meinen, hat aber daneben andere Bedeutungen, etwa Denkvermögen oder eine prägende Haltung. Diese Lesarten passen nicht zur hier erzählten Spukgestalt.
„Das Nachtgespenst rudert über den Teich“ lässt sich in der Sage mit „Das Gespenst rudert über den Teich“ wiedergeben. Die Nacht bleibt dann nur aus dem weiteren Zusammenhang bekannt, während sie im zusammengesetzten Wort ausdrücklich mitgenannt wird.
Beispiele und Verwendung
Die Gestaltung einer Figur erklären
„Im Puppenspiel ist das Nachtgespenst eine komische Figur, die vor ihrem eigenen Echo erschrickt.“
Das Nomen benennt die Spukgestalt. Die komische Wirkung ergibt sich aus dem Verhalten im Spiel; sie steckt nicht schon im Wort Nachtgespenst.
Rolle und Wirklichkeit unterscheiden
„Nach der Aufführung legt die Darstellerin den Umhang des Nachtgespenstes ab.“
Die Genitivverbindung bezeichnet hier das Kostüm ihrer Rolle. Der Satz schildert eine Theaterhandlung und behauptet nicht, dass die Darstellerin selbst ein Gespenst ist.
Grammatik und Beugung
Es heißt das Nachtgespenst. Das Substantiv ist sächlich. Im Genitiv sind des Nachtgespenstes und des Nachtgespensts belegt. Die Mehrzahl lautet die Nachtgespenster, im Dativ den Nachtgespenstern. An den Pluralausgang er tritt dort ein zusätzliches n. Die Worttrennung lautet Nacht·ge·spenst.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Nachtgespenst | die Nachtgespenster |
| Genitiv | des Nachtgespenstes / des Nachtgespensts | der Nachtgespenster |
| Dativ | dem Nachtgespenst | den Nachtgespenstern |
| Akkusativ | das Nachtgespenst | die Nachtgespenster |
Wie ein Nachtgespenst aussehen
Der umgangssprachliche Vergleich beschreibt ein blasses, übernächtigtes Aussehen. „Nach einer durchwachten Nacht bei der Sternbeobachtung scherzt Ela vor dem Spiegel: »Heute sehe ich wie ein Nachtgespenst aus.«“ Ela vergleicht ihr müdes Aussehen mit einer Spukgestalt. Das ist keine wörtliche Verwandlung und legt auch keinen bestimmten Grund für jedes andere Vorkommen der Wendung fest.
