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Norm

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Norm
Worttrennung
Norm
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Norm
Plural
die Normen

Gebrauch: Einsilbig. Regeln heißen häufig Normen im Plural; die übliche Beschaffenheit wird oft mit der Norm bezeichnet.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Eine Norm ist je nach Zusammenhang eine maßgebliche Regel, ein festgelegter Standard oder eine geforderte Leistung. Die Norm kann außerdem die übliche, erwartete Beschaffenheit meinen. Welche Bedeutung gemeint ist, zeigen die Ergänzungen und das jeweilige Fachgebiet.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Eine Regel für das Zusammenleben

Gesellschaftliche Normen beschreiben, welches Verhalten innerhalb einer Gemeinschaft als angemessen oder verbindlich gilt. Auch rechtliche Regeln können Normen heißen. Eine bloß häufige Gewohnheit ist dadurch noch nicht in jedem Fall eine verbindliche Regel.

„Die Klasse bespricht die Norm, andere während ihres Beitrags ausreden zu lassen.“

Hier wird eine Verhaltenserwartung genannt. Der Satz beschreibt nicht, ob sich alle jederzeit daran halten.

Bedeutung 2: Eine fachliche Festlegung

In Technik, Wirtschaft und Wissenschaft können Normen Anforderungen an Produkte, Verfahren oder Fachbegriffe festhalten. Um den Inhalt zu verstehen, muss die konkrete Festlegung genannt oder nachgeschlagen werden.

„Die Zeichnung nennt die Norm, auf die sich die angegebenen Maße beziehen.“

Der Verweis ordnet die Angaben einem bestimmten Standard zu. Welche einzelnen Maße zulässig sind, steht nicht bereits im Wort Norm.

Bedeutung 3: Das Übliche oder Erwartete

In der Verbindung der Norm entsprechen kann die allgemein erwartete Beschaffenheit gemeint sein. Eine Abweichung muss deshalb nicht automatisch ein Fehler oder ein persönlicher Mangel sein.

„Die ungewöhnlich große Fensterhöhe weicht von der Norm ab, lässt aber viel Licht in den Raum.“

Der Satz vergleicht mit einer üblichen Ausführung und nennt zugleich einen möglichen Vorteil der Abweichung.

Bedeutung 4: Eine vorgeschriebene Leistung

Eine Norm kann eine festgesetzte Arbeitsleistung oder eine zur Wettkampfteilnahme verlangte sportliche Mindestleistung sein. Der Maßstab wird in diesem Gebrauch vorher bestimmt.

„Die Läuferin erfüllte die Norm für den nächsten Wettbewerb.“

Sie erreichte die dafür verlangte Leistung. Das ist keine Aussage darüber, dass sie auch den Wettbewerb gewonnen hat.

Bedeutung 5: Eine Kennzeichnung im Buchdruck

Im Verlags- und Druckwesen kann Norm eine kleine Titel- und gegebenenfalls Verfasserangabe am Anfang eines Druckbogens bezeichnen. Dieser fachliche Gebrauch ist von Verhaltensregeln zu unterscheiden.

„Am unteren Rand des Druckbogens bemerkte die Buchbinderin die verkürzte Norm.“

Gemeint ist die aufgedruckte Werkkennzeichnung. Ohne den Buchbezug wäre diese Lesart nicht ohne Weiteres erkennbar.

Norm: Synonyme und andere Wörter

Bei Regeln und fachlichen Festlegungen

Regel · Richtlinie · Standard

Regel ist allgemein. Richtlinie kann eine bestimmte Art von Vorgabe bezeichnen. Standard passt besonders zu festgelegten oder üblichen Ausführungen; die Wörter haben nicht in jedem Fachgebiet denselben Umfang.

„Die Anleitung verweist auf eine technische Norm.“ → „Die Anleitung verweist auf einen technischen Standard.“ Der Austausch passt nur, wenn dieselbe Festlegung gemeint ist.

Bei Gewöhnlichkeit und Leistung

das Übliche · Durchschnitt · Mindestanforderung

Durchschnitt ist ein Vergleichswert und keine beliebige Vorschrift. Mindestanforderung passt zur verlangten Leistung. Das zugehörige Adjektiv normal kann ebenfalls Üblichkeit ausdrücken.

„Sie erfüllt die Norm für den Wettbewerb.“ → „Sie erfüllt die Mindestanforderung für den Wettbewerb.“ Hier ist die Leistungslesart gemeint; „Sie entspricht dem Durchschnitt“ wäre eine andere Aussage.

Beispiele und Verwendung

Den Maßstab nennen

„Die Reportage fragt, wer die gesellschaftlichen Normen festlegt und wie sie sich verändern.“

Die Formulierung macht deutlich, dass Regeln untersucht werden. Sie behauptet nicht, dass jede beobachtete Gewohnheit von allen Mitgliedern der Gesellschaft gebilligt wird.

Eine Abweichung beschreiben

„Der Entwurf weicht in der Form von der Norm ab; seine Funktion bleibt gleich.“

Der Vergleich wird auf die Form begrenzt. Ein pauschales Urteil über die Qualität des gesamten Entwurfs wäre damit noch nicht begründet.

Grammatik und Beugung

Es heißt die Norm, Genitiv der Norm. Der Plural lautet die Normen. Auch im Dativ Plural bleibt es bei den Normen; es wird kein weiteres n ergänzt.

Norm ist einsilbig und wird innerhalb des Wortes am Zeilenende nicht getrennt. Die jeweiligen Artikel und Satzbezüge machen die Fälle im Singular erkennbar, weil die Wortform Norm unverändert bleibt.

Gebräuchlich sind einer Norm entsprechen mit Dativ und eine Norm erfüllen mit Akkusativ. Die gleiche Wortform allein zeigt diesen Unterschied nicht: Der Entwurf entspricht der Norm, aber der Entwurf erfüllt die Norm.

Deklination von Norm
FallSingularPlural
Nominativdie Normdie Normen
Genitivder Normder Normen
Dativder Normden Normen
Akkusativdie Normdie Normen

Redewendungen und feste Verbindungen

Von der Norm abweichen

Die Verbindung beschreibt eine Abweichung von einer Regel oder dem Üblichen. Welche Art von Maßstab gemeint ist, muss der Zusammenhang klären.

„Die besondere Raumaufteilung weicht von der Norm ab.“

Die Wendung enthält für sich allein weder ein Lob noch einen Tadel. Eine Bewertung sollte an konkreten Eigenschaften erklärt werden.