Objektivität
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Objektivität
- Worttrennung
- Ob·jek·ti·vi·tät
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Objektivität
- Plural
- die Objektivitäten (selten)
Gebrauch: Meist im Singular für eine sachbezogene, nicht von persönlichen Vorlieben geleitete Darstellung; besonders philosophisch auch das objektiv Beurteilbare.
Definition · kurz erklärt
Objektivität bedeutet, eine Sache möglichst unabhängig von persönlichen Wünschen und Vorlieben darzustellen oder zu beurteilen. Besonders in der Philosophie kann das Wort auch etwas bezeichnen, das objektiv beurteilt werden kann.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Sachbezogen darstellen und beurteilen
Objektivität verlangt, die Beurteilung am Gegenstand und an nachvollziehbaren Kriterien auszurichten. Persönliche Sympathie soll nicht darüber entscheiden, wie ein Ergebnis bewertet wird. Die bloße Behauptung, objektiv zu sein, ersetzt noch keine Begründung.
„Zur Objektivität der Bewertung trägt bei, dass für alle Texte dieselben nachvollziehbaren Kriterien gelten.“
Die gemeinsamen Kriterien machen das Vorgehen überprüfbarer. Dass sie geeignet angewendet werden, bleibt dennoch zu prüfen.
Bedeutung 2: Das objektiv Beurteilbare meinen
In besonderen philosophischen Zusammenhängen kann eine Objektivität etwas meinen, das einer objektiven Beurteilung zugänglich ist. Dieser seltenere Gebrauch bezeichnet einen Gegenstand der Betrachtung statt nur die Haltung einer beurteilenden Person.
„Die Seminaraufgabe fragt, was der Verfasser unter einer Objektivität versteht.“
Hier muss die Bedeutung aus dem behandelten philosophischen Text erschlossen werden. Die Alltagsumschreibung Unparteilichkeit reicht nicht automatisch aus.
Objektivität: Synonyme und andere Wörter
Bei einer Beurteilung
Sachlichkeit · Unvoreingenommenheit · Unparteilichkeit
Sachlich ist eine Darstellung, die beim Gegenstand bleibt. Unparteilichkeit betont, keine Seite zu bevorzugen. Objektivität betrifft außerdem Kriterien und Nachvollziehbarkeit; eine distanzierte Ausdrucksweise allein genügt nicht.
„Der Bericht beansprucht Objektivität.“ → „Der Bericht will die Sache anhand überprüfbarer Angaben darstellen.“ Die zweite Fassung nennt einen prüfbaren Anspruch.
Den Gegenbegriff verstehen
Subjektivität · persönliche Sichtweise
Diese Wörter sind Gegenbegriffe, keine Synonyme. Eine subjektive Erfahrung kann als persönliche Erfahrung zutreffend beschrieben sein. Objektivität und Subjektivität sind daher nicht schlicht richtig und falsch.
„Die Figur beschreibt ihre Angst.“ ist eine persönliche Perspektive; der Text muss sie nicht als allgemeine Tatsache ausgeben.
Beispiele und Verwendung
Anspruch und Ausführung trennen
„Der Kommentar nennt sich objektiv, verwendet aber unbelegte abwertende Bezeichnungen.“
Die Wortwahl kann dem Anspruch widersprechen. Für die Prüfung sind konkrete Textstellen wichtiger als die Selbstbeschreibung.
Kriterien offenlegen
„Die Lehrerin erklärt vor der Bewertung, welche Anforderungen sie prüft.“
Dadurch wird das Urteil besser nachvollziehbar. Eine Begründung ist hilfreicher als ein bloßes Etikett.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Objektivität, Genitiv der Objektivität. Die Worttrennung lautet Ob·jek·ti·vi·tät.
Der Plural die Objektivitäten ist selten. Die gewöhnliche Eigenschaft einer Beurteilung wird meist im Singular benannt.
Die folgende Tabelle zeigt auch die belegte seltene Mehrzahl. Das Adjektiv objektiv ist keine Kasusform des Substantivs.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Objektivität | die Objektivitäten |
| Genitiv | der Objektivität | der Objektivitäten |
| Dativ | der Objektivität | den Objektivitäten |
| Akkusativ | die Objektivität | die Objektivitäten |
