Obolus
Form & Grammatik
- Stichwort
- Obolus
- Worttrennung
- Obo·lus
- Artikel
- der Obolus
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Obolus
- Plural
- Obolus / Obolusse
Maskulin: der Obolus, des Obolus, ohne zusätzliches Genitiv-s. Die Tabelle zeigt beide belegten Plurale Obolus und Obolusse. Für Geldbeiträge ist oft eine Umschreibung wie kleine Beiträge üblich. Typisch sind einen Obolus leisten, entrichten oder beisteuern. Das Wort enthält zweimal o vor der Endsilbe -lus.
Ein Obolus ist ein kleiner Geldbeitrag oder eine kleine Spende. Außerdem bezeichnet das Wort eine Münze der griechischen Antike. Die Schreibung lautet Obolus, nicht „Obulus“.
Was bedeutet Obolus?
Heute begegnet das Wort besonders bei freiwilligen Beiträgen: Eine Gruppe bittet um einen Obolus für die gemeinsame Kasse oder für eine Veranstaltung. Der Ausdruck klingt etwas gehoben, manchmal auch scherzhaft. Er lässt den Beitrag klein erscheinen, nennt aber keine feste Summe. Was für eine Person wenig Geld ist, kann für eine andere viel sein.
In einem historischen Text kann tatsächlich die antike Münze gemeint sein. Diese konkrete Münzbedeutung sollte nicht ohne Weiteres auf moderne Geldbeträge übertragen werden. Für eine heutige Bitte ist meist der allgemeinere Sinn „kleiner Beitrag“ entscheidend. Eine lange historische Erklärung ist zum Verständnis dieser Verwendung nicht notwendig.
Schreibweise und Grammatik
Obolus ist maskulin: der Obolus, des Obolus. Im Genitiv wird kein weiteres s angehängt. Als Plural sind Obolus und Obolusse belegt; in der Bedeutung Geldbeitrag verwendet man häufig eine Umschreibung wie kleine Beiträge. Die Tabelle zeigt beide Mehrzahlformen. Typische Verbindungen sind einen Obolus leisten, entrichten oder beisteuern. Das Wort enthält zweimal o vor der Endsilbe -lus.
Deklination von Obolus
Maskulin: der Obolus, des Obolus, ohne zusätzliches Genitiv-s. Die Tabelle zeigt beide belegten Plurale Obolus und Obolusse. Für Geldbeiträge ist oft eine Umschreibung wie kleine Beiträge üblich. Typisch sind einen Obolus leisten, entrichten oder beisteuern. Das Wort enthält zweimal o vor der Endsilbe -lus.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Obolus | die Obolus / die Obolusse |
| Genitiv | des Obolus | der Obolus / der Obolusse |
| Dativ | dem Obolus | den Obolus / den Obolussen |
| Akkusativ | den Obolus | die Obolus / die Obolusse |
Drei eigene Beispiele mit Erklärung
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
„Wer möchte, kann einen Obolus für das Material beisteuern.“
Die Formulierung bittet um einen Beitrag und kennzeichnet die Zahlung hier ausdrücklich als freiwillig.
„Im Museum liegt ein Obolus neben größeren Münzen.“
In diesem Zusammenhang ist der historische Münztyp gemeint.
„Der angekündigte kleine Obolus beträgt zwanzig Euro.“
Die konkrete Zahl macht sichtbar, was das unbestimmte Wort klein offenlässt.
Synonyme für Obolus: passend zum Zusammenhang
Obolus bezeichnet heute meist einen kleinen Geldbeitrag. Das Wort klingt gehoben oder leicht scherzhaft, legt aber weder eine feste Höhe noch sicher Freiwilligkeit fest. Die passende Alternative sollte deshalb erläutern, wofür und unter welchen Bedingungen Geld gegeben wird.
| Alternative | Passender Zusammenhang | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| Beitrag | Gemeinsame Kosten und Vorhaben | Ist der neutrale Oberbegriff und lässt Höhe sowie Verpflichtung zunächst offen. |
| Spende | Freiwillige Zuwendung | Passt nur, wenn die Zahlung tatsächlich freiwillig und ohne entsprechende Gegenleistung gemeint ist. |
| kleiner Geldbetrag | Allgemeine Umschreibung | Erklärt die Größenwirkung des Wortes, ohne einen bestimmten Zahlungsgrund zu behaupten. |
Eigene Satzbeispiele: Was ändert sich?
Ausgangssatz: „Wer möchte, kann einen Obolus für die Reparatur beisteuern.“
Alternative: „Wer möchte, kann eine Spende für die Reparatur beisteuern.“
Spende passt, weil der Satz die Freiwilligkeit ausdrücklich nennt. Bei einer verpflichtenden Zahlung wäre dieser Ersatz irreführend.
Ausgangssatz: „Die Gruppe sammelt einen Obolus für die gemeinsame Materialkasse.“
Alternative: „Die Gruppe sammelt einen kleinen Beitrag für die gemeinsame Materialkasse.“
Die Alternative ist alltäglicher und benennt die Beteiligung an gemeinsamen Kosten. Ob jede Person zahlen muss, sollte weiterhin ausdrücklich geklärt werden.
Nicht gleichbedeutend: Gebühr bedeutet nicht einfach Obolus. Sie bezeichnet gewöhnlich eine festgelegte Zahlung. Ein freundlich als kleiner Obolus angekündigter Eintritt kann trotzdem erforderlich sein; das Wort allein ist keine verlässliche Angabe zur Freiwilligkeit. Auch klein ist vom finanziellen Maßstab abhängig.
Beim Formulieren: Üblich sind einen Obolus leisten, beisteuern oder entrichten. Spende verbindet sich natürlich mit geben oder leisten, während entrichten eher zu einer festgelegten Zahlung passt. Der Austausch kann dadurch den Ton der Bitte merklich verändern.
In historischen Zusammenhängen kann Obolus eine bestimmte antike Münze meinen. Beitrag würde diese konkrete Bedeutung verlieren. Für heutige Einladungen sind dagegen Betrag und Bedingung besonders hilfreich: Eine klare Angabe, ob die Zahlung freiwillig ist, sagt mehr als mehrere freundlich klingende Umschreibungen.
Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und Verwendung
Spende betont eine freiwillige Zuwendung. Gebühr bezeichnet gewöhnlich eine festgelegte Zahlung. Beitrag ist der neutralere Oberbegriff. Obolus allein sagt noch nicht zuverlässig, ob eine Zahlung freiwillig oder erforderlich ist. Eine verständliche Einladung nennt deshalb Betrag und Bedingung: „Eintritt fünf Euro“ ist klarer als „Ein kleiner Obolus wird erwartet“. Die freundliche Wortwahl sollte keine wichtige Information verdecken.
Kurz üben
Welche Form ist richtig: „des Obolus“ oder „des Obolusses“?
Lösung und Erklärung
In der üblichen Singularbeugung heißt es des Obolus. Das bereits auf s endende Nomen bleibt hier unverändert.
Weitere Wörter findest du im Stichwörterbuch.
