Offenheit
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Offenheit
- Worttrennung
- Of·fen·heit
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Offenheit
- Plural
- kein Plural
Gebrauch: Aufgeschlossenheit oder freimütige Ehrlichkeit. Die beiden Bedeutungen müssen im Zusammenhang unterschieden werden.
Definition · kurz erklärt
Offenheit kann die Bereitschaft bedeuten, sich auf Menschen oder neue Gedanken einzulassen. Das Wort bezeichnet außerdem eine ehrliche, unverstellte Art des Sprechens. Wer neue Ideen prüft, muss ihnen deshalb noch nicht zustimmen.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Sich auf Neues einlassen
Offenheit für etwas bedeutet, es unvoreingenommen anzuhören oder zu prüfen. Gemeint ist eine Haltung gegenüber Erfahrungen, Menschen oder Vorschlägen. Sie ist mit kritischer Prüfung vereinbar.
„Die Gruppe begegnete dem ungewöhnlichen Bühnenentwurf mit Offenheit und stellte viele Fragen.“
Die Fragen widersprechen der Offenheit nicht. Die Gruppe setzt sich mit dem Entwurf auseinander, ohne ihn bereits angenommen zu haben.
Bedeutung 2: Freimütig und ehrlich sprechen
Offenheit kann auch heißen, Gedanken oder Gefühle deutlich und ohne Verstellung auszusprechen. Sie beschreibt hier die Art der Mitteilung. Ob eine Äußerung zugleich rücksichtsvoll ist, muss gesondert beurteilt werden.
„Mit großer Offenheit erklärte sie, weshalb sie die Hauptrolle nicht übernehmen wollte.“
Die Figur nennt ihre Gründe unverstellt. Der Satz enthält keine Aussage darüber, ob sie auch für jeden Gegenvorschlag aufgeschlossen wäre.
Offenheit: Synonyme und andere Wörter
Bei neuen Erfahrungen
Aufgeschlossenheit · Unvoreingenommenheit
Aufgeschlossenheit ist hier eine besonders passende Alternative. Unvoreingenommenheit betont, dass noch kein festes Urteil vorausgesetzt wird. Neugier kann hinzukommen, bezeichnet aber stärker das Interesse, etwas zu erfahren.
„Er zeigt Offenheit für andere Lesarten.“ → „Er zeigt Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Lesarten.“ Eine Zustimmung zu allen Deutungen folgt daraus nicht.
Beim ehrlichen Sprechen
Freimütigkeit · Aufrichtigkeit · Ehrlichkeit
Freimütigkeit betont das unverblümte Aussprechen. Ehrlichkeit betrifft die Wahrhaftigkeit; jemand kann ehrlich sein und trotzdem vieles für sich behalten. Offenheit ist deshalb nicht mit jeder Form von Ehrlichkeit deckungsgleich.
„Sie dankte ihm für seine Offenheit.“ → „Sie dankte ihm für seine freimütigen Worte.“ Die zweite Fassung macht den Bezug auf die Mitteilung deutlicher.
Beispiele und Verwendung
Eine Charakterisierung begründen
„Als die neue Mitschülerin von ihrem Hobby erzählt, hört die Figur interessiert zu und bittet um eine Erklärung.“
Dieses Verhalten kann eine Deutung als aufgeschlossen stützen. Eine einzelne Szene sollte dennoch nicht die ganze Persönlichkeit festlegen.
Zwei Aussagen unterscheiden
„Sie ist offen für Kritik, spricht aber nur selten über ihre privaten Sorgen.“
Offenheit gegenüber Kritik und persönliche Mitteilungsbereitschaft sind verschiedene Aspekte. Der Satz ist deshalb kein Widerspruch.
Grammatik und Beugung
Offenheit ist feminin: die Offenheit, Genitiv und Dativ der Offenheit. Das Eigenschaftsnomen wird ohne Plural gebraucht. Die vier Singularfälle stehen in der Tabelle.
Die Worttrennung lautet Of·fen·heit. Die Wortform selbst verändert sich innerhalb der Singularfälle nicht; den Kasus zeigen häufig Artikel und Satzbau.
Bei der Aufgeschlossenheitslesart benennt für mit Akkusativ den Bezug: Offenheit für neue Ideen. In mit aller Offenheit sprechen steht nach mit ein Dativ.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | die Offenheit |
| Genitiv | der Offenheit |
| Dativ | der Offenheit |
| Akkusativ | die Offenheit |
