Prosaikerin
Form & Grammatik
- Stichwort
- Prosaikerin
- Worttrennung
- Pro·sa·i·ke·rin
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Prosaikerin
- Plural
- die Prosaikerinnen
Gebrauch: Prosaschriftstellerin; daneben Frau von nüchterner Geistesart. Beide Bedeutungen gleich gebeugt.
Definition · kurz erklärt
Prosaikerin kann eine Verfasserin von Prosa meinen. In einer anderen Bedeutung beschreibt es eine Frau mit nüchterner Geistesart. Das Schreiben von Prosa beweist weder Nüchternheit noch fehlende Fantasie.
Bedeutungen
Prosa schreiben
Eine Prosaikerin verfasst Prosatexte, etwa Erzählungen. Prosa kann künstlerisch gestaltet sein; die Bezeichnung behauptet keinen trockenen Stil. Welche Texte und welche Qualität gemeint sind, muss zusätzlich erklärt werden.
„Die Prosaikerin arbeitet an einer Erzählung, in der ein verlorener Schlüssel nacheinander bei drei verschiedenen Menschen auftaucht.“
Die Tätigkeit betrifft das Schreiben eines Prosatexts. Das ungewöhnliche Erzählmotiv passt durchaus dazu; Prosaikerin bedeutet hier nicht fantasielos.
Eine Frau von nüchterner Geistesart nennen
Das Wort kann eine Person beschreiben, die eher sachlich und ohne besondere Schwärmerei an Dinge herangeht. Diese Bedeutung nennt keinen Beruf und keine Entscheidung über Alkoholkonsum.
„Im Roman gilt Nela als Prosaikerin: Während die anderen vom feierlichen Erzählabend schwärmen, prüft sie zuerst, ob Stühle und Leselampen für alle reichen.“
Die Erzählung zeigt ihre nüchterne Herangehensweise in dieser Lage. Daraus folgt nicht, dass sie selbst Erzählungen veröffentlicht oder keine Freude an ihnen hat.
Synonyme: andere Wörter für Prosaikerin
Die passende Rolle benennen
Prosaistin · Prosaschriftstellerin · nüchtern denkende Frau
Prosaistin und Prosaschriftstellerin passen zur literarischen Tätigkeit; Prosaistin gehört zum bildungssprachlichen Gebrauch. Nüchtern denkende Frau umschreibt die andere Bedeutung. Autorin ist weiter: Auch eine Verfasserin von Versen oder Fachtexten kann Autorin sein.
„Sie ist Prosaikerin und veröffentlicht kurze Erzählungen“ benennt ein Schreiben. „Er nennt sie wegen ihrer sachlichen Planung eine Prosaikerin“ beschreibt dagegen seine Deutung ihrer Haltung.
Ein Beruf oder eine Tätigkeit und eine Charakterisierung sind nicht dasselbe.
Beispiele und Verwendung
Einen Stil nicht vorwegnehmen
„Die Prosaikerin gestaltet ihre Sätze klangvoll und bildreich.“
Das widerspricht der literarischen Bezeichnung nicht. Ein Prosatext kann poetische Mittel nutzen, ohne an eine feste Versform gebunden zu sein.
Die Perspektive bewahren
„Nelas Freund nennt sie eine Prosaikerin; sie selbst hält ihre Planung für eine Voraussetzung des gelungenen Abends.“
Die Benennung gehört zunächst zum Urteil des Freundes. Die gezeigte Sachlichkeit ist nicht automatisch eine Abwertung.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Prosaikerin. Der Genitiv Singular ist der Prosaikerin, der Plural die Prosaikerinnen. Beide Bedeutungen werden gleich gebeugt.
Im Dativ Plural steht den Prosaikerinnen. Die Nomenform erhält hier kein weiteres n nach dem bereits vorhandenen Pluralausgang.
Die maskuline Ableitung Prosaiker ist keine Kasusform des femininen Hauptlemmas. Auch Prosa ist ein eigenes Nomen, nicht eine verkürzte Beugungsform von Prosaikerin.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Prosaikerin | die Prosaikerinnen |
| Genitiv | der Prosaikerin | der Prosaikerinnen |
| Dativ | der Prosaikerin | den Prosaikerinnen |
| Akkusativ | die Prosaikerin | die Prosaikerinnen |
Schreibweise und Worttrennung
Die Worttrennung lautet Pro·sa·i·ke·rin. Zwischen a und i liegt eine Trennstelle; die Buchstabenfolge bleibt in der Schreibung zusammen. Das Nomen wird großgeschrieben.
