Qual
Form & Grammatik
- Stichwort
- Qual
- Worttrennung
- Qual
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Qual
- Plural
- die Qualen; bei anhaltendem Leiden häufig, bei einer einzelnen quälenden Situation meist Singular
Definition · kurz erklärt
Qual bezeichnet starkes körperliches oder seelisches Leiden oder eine Situation, die als äußerst belastend erlebt wird. Das Wort ist deutlich stärker als Unbehagen oder eine gewöhnliche kleine Schwierigkeit.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Ein quälendes Erlebnis als Ganzes
Eine unangenehme Situation kann als Qual bezeichnet werden, wenn sie für jemanden schwer auszuhalten ist. In dieser Verwendung steht häufig der Singular: Ein Vorgang oder Zeitraum wird als Ganzes beurteilt. Im lockeren Gespräch kann die Aussage auch übertreiben.
Das stundenlange Warten ohne Nachricht wird für ihn zur Qual.
Das Beispiel hebt seine Belastung und die Ungewissheit hervor. Es legt nicht fest, dass jede andere Person dieselbe Situation ebenso erlebt.
Bedeutung 2: Starkes, anhaltendes Leiden
Qualen können körperliches Leiden, seelische Schmerzen oder beides meinen. Hier begegnet das Wort häufig im Plural, etwa bei Angst oder einer langen leidvollen Erfahrung. Anders als Schmerz ist Qual nicht auf einen bestimmten körperlichen Reiz beschränkt.
Die Figur versucht, ihre seelischen Qualen vor den anderen zu verbergen.
Gemeint ist ein inneres Leiden. Welche Ursachen es hat, muss die Erzählung an weiteren Stellen verdeutlichen.
Synonyme: andere Wörter für Qual
Leid, Schmerz oder Belastung?
Leiden · Pein · Schmerz · Belastung
Leiden und Pein liegen der starken Bedeutung nahe, Pein wirkt oft gehobener. Schmerz kann eine einzelne Empfindung bezeichnen. Belastung ist neutraler und sagt noch nicht, dass etwas nahezu unerträglich erlebt wird.
„Die Aufgabe ist eine Belastung“ ist zurückhaltender als „Die Aufgabe ist eine Qual“. Die stärkere Formulierung sollte zur geschilderten Erfahrung passen.
Beispiele und Verwendung
Eine Aussage genauer machen
Nicht die Probe selbst, sondern das Warten auf das Ergebnis bereitet ihr Qualen.
Der Gegensatz zeigt, welcher Teil des Erlebnisses belastet. Die genaue Ursache macht den Satz aussagekräftiger als eine allgemeine Wertung.
Eine Übertreibung einordnen
„Diese fünf Minuten waren eine Qual“, klagt der ungeduldige Besucher.
In der Figurenrede kann Qual eine bewusste Übertreibung sein. Ob ein sachlicher Bericht das Wort ebenfalls verwenden sollte, hängt vom tatsächlichen Geschehen ab.
Das Adjektiv qualvoll beschreibt eine Erfahrung, die mit solchen schweren Leiden verbunden ist.
Grammatik und Beugung
Das feminine Nomen Qual ist einsilbig und wird am Zeilenende nicht getrennt. Genitiv: der Qual; Plural: die Qualen. Die Mehrzahl bleibt in allen Fällen gleich: die, der, den, die Qualen.
Die Formen sind nicht in jeder Bedeutung gleich häufig: Als Bezeichnung einer quälenden Situation steht oft eine Qual. Starkes, anhaltendes Leiden wird häufig mit Qualen ausgedrückt. Das verwandte Adjektiv quälend beschreibt etwas, das solche Belastung verursacht.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Qual | die Qualen |
| Genitiv | der Qual | der Qualen |
| Dativ | der Qual | den Qualen |
| Akkusativ | die Qual | die Qualen |
Redewendungen und feste Verbindungen
Die Qual der Wahl
So nennt man meist scherzhaft die Schwierigkeit, sich zwischen mehreren verlockenden Möglichkeiten zu entscheiden.
Drei spannende Bücher liegen bereit: Heute hat Mira die Qual der Wahl.
Die Wendung lebt vom übertreibenden Gegensatz zwischen angenehmen Angeboten und schwerer Entscheidung. Sie behauptet kein tatsächliches Leiden im starken Wortsinn.
