Quasselkopf
Form & Grammatik
- Stichwort
- Quasselkopf
- Worttrennung
- Quas·sel·kopf
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Quasselkopfs / des Quasselkopfes
- Plural
- die Quasselköpfe
Umgangssprachlich und abwertend; der konkrete Ton kann vom scherzhaften Tadel bis zur Beleidigung reichen.
Definition · kurz erklärt
Ein Quasselkopf ist umgangssprachlich eine Person, die aus Sicht anderer zu viel redet, häufig auch Belangloses oder Unsinn. Das Wort enthält eine abwertende Einschätzung.
Bedeutungen
Eine Person redet störend viel
Wer jemanden einen Quasselkopf nennt, kritisiert dessen Reden. Gemeint ist nicht einfach eine lange Erklärung, sondern eine als übermäßig, aufdringlich oder wenig gehaltvoll empfundene Redeweise. Der Ausdruck kann auch fallen, obwohl andere die Gesprächigkeit gar nicht störend finden.
Die Erzählerin nennt den Besucher einen Quasselkopf, weil er trotz mehrerer Abschiedsversuche immer neue Geschichten beginnt.
Die übergangenen Signale erklären das Urteil der Erzählerin. Der Satz misst weder eine feste Wortzahl noch legt er den ganzen Charakter des Besuchers fest.
Synonyme: andere Wörter für Quasselkopf
Viel reden oder gern reden
Schwätzer · Vielredner · geschwätziger Mensch
Vielredner benennt den großen Redeanteil vergleichsweise sachlich. Schwätzer und Quasselkopf werten deutlicher ab. Geschwätzig beschreibt eine entsprechend kritisierte Redeweise; gesprächig kann dagegen freundlich gemeint sein.
„Er ist sehr gesprächig“ muss kein Vorwurf sein; „Er ist ein Quasselkopf“ enthält bereits Kritik.
Einen Gesprächsverlauf beschreiben
unablässig reden · andere nicht zu Wort kommen lassen
Eine konkrete Beschreibung kann genauer sein als eine Personenbezeichnung. Plaudern bezeichnet in seiner Gesprächsbedeutung den lockeren Austausch und behauptet keine störende Vielrednerei.
„Sie plaudern beim Warten“ beschreibt den Austausch; „Er lässt niemanden antworten“ benennt ein bestimmtes Problem.
Beispiele und Verwendung
Eine Figurenwertung zuordnen
Im Dialog schimpft die Schwester über den „Quasselkopf“, während der Erzähler seine Geschichten ausführlich wiedergibt.
Das Schimpfwort gehört zunächst zur Sicht der Schwester. Ob der Text diese Wertung bestätigt oder eine andere Perspektive eröffnet, muss an weiteren Stellen gezeigt werden.
In einer Rückmeldung genauer werden
Statt „Du bist ein Quasselkopf“ sagt sie: „Ich möchte meinen Gedanken erst zu Ende erklären.“
Der zweite Satz nennt das aktuelle Gesprächsbedürfnis. Die beiden Aussagen haben deshalb unterschiedliche Wirkung, auch wenn sie aus derselben Situation entstehen.
Grammatik und Beugung
Es heißt der Quasselkopf, im Genitiv des Quasselkopfs oder des Quasselkopfes. In der Mehrzahl verändert sich der Stammvokal: die Quasselköpfe. Im Dativ Plural lautet die Form den Quasselköpfen.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Quasselkopf | die Quasselköpfe |
| Genitiv | des Quasselkopfs / des Quasselkopfes | der Quasselköpfe |
| Dativ | dem Quasselkopf | den Quasselköpfen |
| Akkusativ | den Quasselkopf | die Quasselköpfe |
