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Regal

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Regal
Worttrennung
Re·gal
Artikel
das
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Regals; beim Möbel auch des Regales
Plural
Möbel und Musik: die Regale; Hoheitsrechte: die Regalien

Gebrauch: Gleich geschriebene Nomen mit unterschiedlichen Bedeutungen. Regalien ist keine Möbelmehrzahl.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Regal dient gewöhnlich dazu, Bücher, Waren oder andere Dinge auf mehreren Ablagen unterzubringen. Daneben gibt es gleich geschriebene Fachwörter aus der Musik und der Geschichte. Ihre Formen dürfen nicht vermischt werden: Mehrere Möbel heißen Regale, mehrere entsprechende Hoheitsrechte Regalien.

Bedeutungen

Ein Gestell mit Ablagen oder Fächern

Ein Regal bietet mehrere Flächen, auf denen Dinge stehen oder liegen können. Es ist meist offen und kann frei stehen oder an einer Wand befestigt sein. Der Inhalt bestimmt häufig die genauere Bezeichnung, etwa Bücherregal.

„Im Regal neben der Werkbank liegen Schrauben, Pinsel und leere Dosen.“

Regal benennt das Möbel, nicht seinen Inhalt. Die aufgeführten Gegenstände zeigen seine Nutzung; Bücher sind für ein Regal nicht erforderlich.

Eine kleine tragbare Orgel

In der Musik bezeichnet Regal eine kleine Orgel, deren Klang durch Zungenpfeifen entsteht. Das Instrument besitzt eine Handklaviatur und kein Pedal. Diese Verwendung ist vom gleich geschriebenen Möbelnamen zu unterscheiden.

„Für das Konzert mit alter Musik bringt die Musikerin ein Regal auf die Bühne.“

Das Regal ist hier ein spielbares Instrument. Der Konzertzusammenhang und die ausführende Musikerin grenzen die Lesart vom Ablagemöbel ab.

Ein Register an einer größeren Orgel

Regal kann auch ein Orgelregister mit Zungenpfeifen einer bestimmten Klangfarbe heißen. Ein Register ist in diesem Zusammenhang eine klanglich zusammengehörige Pfeifenreihe, die hinzugeschaltet werden kann. Gemeint ist ein Teil des Instruments.

„Für die kurze Passage schaltet der Organist das Regal hinzu.“

Hier wird nicht eine zweite kleine Orgel aufgestellt. Das Verb hinzuschalten weist auf das Register innerhalb der vorhandenen Orgel hin.

Ein historisches Königs- oder Staatsrecht

In historischen Zusammenhängen bezeichnet Regal ein Hoheitsrecht, das dem König und später dem Staat zustand und häufig wirtschaftlich nutzbar war. Beispiele sind Rechte in Verbindung mit Bergbau oder Postwesen. Der Plural dieser Bedeutung lautet Regalien.

„Das Kapitel beschreibt die wirtschaftliche Bedeutung der königlichen Regalien.“

Regalien sind hier Rechte. Möbelstücke oder Musikinstrumente sind ausgeschlossen; welche einzelnen Rechte behandelt werden, muss das Kapitel erläutern.

Synonyme: andere Wörter für Regal

Ein Möbel genauer beschreiben

Gestell · Bord · Bücherregal

Gestell ist ein weiterer Begriff und muss keine Ablagefächer haben. Ein Bord bezeichnet eher eine einzelne Ablage. Bücherregal nennt zusätzlich den Verwendungszweck. Ein Ersatz sollte weder eine ganze Anlage auf ein Brett verkürzen noch einen Buchbezug hinzuerfinden.

„Neben der Tür steht ein Regal.“ – „Neben der Tür steht ein Bücherregal.“

Der zweite Satz legt eine Nutzung fest. Der erste lässt offen, ob dort Bücher, Geschirr oder andere Dinge untergebracht werden.

Das historische Fachwort erklären

Hoheitsrecht · Königsrecht

Hoheitsrecht erklärt die historische Verwendung für Leser ohne Fachkenntnisse. Königsrecht nennt ausdrücklich den Herrscherbezug; Staat und König sind dabei nicht in jedem geschichtlichen Zusammenhang austauschbar.

„Die Darstellung behandelt königliche Regalien.“ – „Die Darstellung behandelt königliche Hoheitsrechte.“

Im beschriebenen historischen Zusammenhang erklärt die zweite Fassung denselben Gegenstand. Sie ist keine Definition aller denkbaren Hoheitsrechte als Regalien.

Beispiele und Verwendung

Das Möbel und seinen Inhalt trennen

„Nach dem Umzug ist das Regal noch leer.“

Ein Regal bleibt ein Regal, wenn gerade nichts darin steht. Leer beschreibt seinen augenblicklichen Zustand und hebt den vorgesehenen Gebrauch nicht auf.

Ins Regal oder im Regal

„Nora stellt die Ordner ins Regal; später sucht sie im Regal nach dem blauen Ordner.“

Ins Regal bezeichnet das Ziel, im Regal den Ort der Suche. Beide Ausdrücke beziehen sich auf das Möbel und ändern dessen Wortbedeutung nicht.

Die Mehrzahl als Hinweis nutzen

„Im Katalog stehen zwei Regale neben einer Liste mittelalterlicher Regalien.“

Die unterschiedlichen Endungen helfen beim Lesen: Regale sind hier Möbel, Regalien Rechte. Ohne Zusammenhang kann Regale allerdings auch die musikalischen Gegenstände meinen.

Grammatik und Beugung

Alle hier behandelten Nomen sind Neutra: das Regal. Die üblichen Singularformen lauten das Regal, des Regals, dem Regal, das Regal. Beim Möbel sind außerdem die längere Genitivform des Regales und die heute seltene Dativform dem Regale belegt. Möbel und die beiden musikalischen Bedeutungen bilden den Plural Regale, im Dativ Regalen. Das historische Hoheitsrecht bildet dagegen Regalien, in allen Pluralfällen mit derselben Wortform. Die Tabellen halten diese Zuordnung ausdrücklich getrennt.

Regal als Möbel
FallSingularPlural
Nominativdas Regaldie Regale
Genitivdes Regals / des Regalesder Regale
Dativdem Regal; heute selten: dem Regaleden Regalen
Akkusativdas Regaldie Regale
Regal als Instrument oder Orgelregister
FallSingularPlural
Nominativdas Regaldie Regale
Genitivdes Regalsder Regale
Dativdem Regalden Regalen
Akkusativdas Regaldie Regale
Regal als historisches Hoheitsrecht
FallSingularPlural
Nominativdas Regaldie Regalien
Genitivdes Regalsder Regalien
Dativdem Regalden Regalien
Akkusativdas Regaldie Regalien

Schreibweise und Worttrennung

Die Grundform wird Re·gal getrennt, die Plurale Re·ga·le und Re·ga·li·en. Die gleiche Schreibung der Grundform bedeutet keine gleiche Herkunft oder Bedeutung. Regalien ist insbesondere keine vornehmere Bezeichnung für mehrere Bücherregale.

Wortfamilie und verwandte Wörter

Regalbrett, Regalwand und Bücherregal gehören zur Möbelbedeutung. Bergregal und Postregal beziehen sich auf historische Rechte. Die gemeinsamen Buchstaben verbinden diese Zusammensetzungen jeweils mit dem passenden Nomen; sie machen die unterschiedlichen Fachwörter nicht zu Synonymen.