Regel
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Regel
- Worttrennung
- Re·gel
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Regel
- Plural
- die Regeln
Bedeutung „das Gewöhnliche“ ohne Plural; Monatsblutung umgangssprachlich.
Definition · kurz erklärt
Eine Regel ist eine Vorschrift oder ein Grundsatz, an dem sich Verhalten oder Abläufe orientieren. Das Wort kann außerdem das gewöhnliche Verhalten oder Geschehen meinen. Umgangssprachlich bezeichnet die Regel auch die Monatsblutung.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Eine Vorgabe für Verhalten oder Verfahren
Regeln legen fest, wie man sich verhalten oder wie etwas ausgeführt werden soll. Sie begegnen beim Spielen, im Zusammenleben und in fachlichen Verfahren. Welche Verbindlichkeit eine Regel hat, ergibt sich aus ihrem Geltungsbereich.
Vor dem Spiel einigen sich alle auf eine Regel für strittige Antworten.
Die Regel soll den Ablauf klären. Der Satz sagt nicht, dass sie auch außerhalb dieses Spiels verbindlich ist.
Bedeutung 2: Das Gewöhnliche oder Typische
Als Regel kann das bezeichnet werden, was normalerweise vorkommt. In dieser abstrakten Bedeutung wird das Wort ohne Plural gebraucht. Eine Regel beschreibt dann das Übliche, ohne jede Ausnahme auszuschließen.
Dass der Bus pünktlich kommt, ist auf dieser Strecke die Regel.
Der Satz beschreibt einen gewöhnlichen Ablauf. Er garantiert nicht, dass es niemals Verspätungen gibt.
Bedeutung 3: Umgangssprachlich: Monatsblutung
Die Regel ist auch eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Menstruation. In einem sachlichen Text kann Monatsblutung oder Menstruation eindeutiger sein. Gemeint ist keine Verhaltensvorschrift.
In dem Gespräch bezeichnet die Sprecherin ihre Monatsblutung als ihre Regel.
Die Satzumgebung entscheidet über die Bedeutung. Aus dieser Wortwahl allein lässt sich keine medizinische Aussage ableiten.
Synonyme: andere Wörter für Regel
Vorschrift, Grundsatz oder Normalfall?
Vorschrift · Grundsatz · Normalfall
Vorschrift hebt eine Vorgabe hervor. Grundsatz kann eine allgemeine Leitlinie bezeichnen. Normalfall passt dagegen zu dem, was gewöhnlich geschieht. Diese Ersatzwörter sind deshalb nicht in allen Sätzen austauschbar.
„Die Regel verbietet Hilfsmittel“ betrifft eine Vorgabe. „Hilfsmittel sind hier die Regel“ beschreibt dagegen ihre übliche Verwendung.
Beispiele und Verwendung
Eine Ausnahme verständlich einordnen
Die Regel sieht Gruppenarbeit vor; für die Abschlussaufgabe gilt eine ausdrücklich benannte Ausnahme.
Die Ausnahme hebt nicht automatisch alle anderen Regeln auf. Der Text sollte sagen, welcher Teil des Ablaufs anders behandelt wird.
Normalität nicht mit Pflicht verwechseln
Obwohl frühes Ankommen die Regel ist, besteht keine Pflicht, vor Beginn anwesend zu sein.
Das Beispiel trennt eine Beobachtung vom verbindlichen Verhalten. Gerade in Anleitungen verhindert diese Unterscheidung Missverständnisse.
Grammatik und Beugung
Das feminine Substantiv lautet die Regel, Genitiv der Regel, Plural die Regeln. Die Worttrennung ist Re·gel. Bei der Bedeutung des Gewöhnlichen wird keine Mehrzahl verwendet.
Eine Regel für etwas nennt ihren Geltungsbereich. Gegen eine Regel verstoßen steht mit Akkusativ. Das Adjektiv regelmäßig kann gleichmäßige Wiederkehr ausdrücken und ist kein Beweis dafür, dass eine Vorschrift eingehalten wird.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Regel | die Regeln |
| Genitiv | der Regel | der Regeln |
| Dativ | der Regel | den Regeln |
| Akkusativ | die Regel | die Regeln |
Redewendungen und feste Verbindungen
In der Regel
Die feste Verbindung bedeutet gewöhnlich oder normalerweise. Sie lässt Ausnahmen zu.
In der Regel lässt sich die Aufgabe ohne Taschenrechner lösen.
Der Satz beschreibt das übliche Vorgehen. Er behauptet nicht, dass jede denkbare Variante ohne Hilfsmittel lösbar ist.
