Rodomontade
Form & Grammatik
- Stichwort
- Rodomontade
- Worttrennung
- Ro·do·mon·ta·de
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Rodomontade
- Plural
- die Rodomontaden
Gebrauch: Selten, veraltend; heute besonders literarisch oder bewusst ironisch.
Definition · kurz erklärt
Eine Rodomontade ist eine großspurige Prahlerei über eigene Taten oder Vorhaben. Das seltene, veraltende Wort bewertet die Rede als übertrieben. Es begegnet eher in älteren Texten oder in bewusst gehobener, ironischer Ausdrucksweise.
Bedeutungen
Großsprecherische Prahlerei
Eine Rodomontade stellt die eigene Größe, Leistung oder künftige Tat übertrieben heraus. Der Ausdruck bewertet also nicht bloß die Lautstärke oder Länge einer Rede, sondern ihren prahlerischen Anspruch. Ob einzelne Behauptungen tatsächlich falsch sind, muss gesondert geprüft werden.
„Der Erzähler nennt die Siegesankündigung des Anführers eine Rodomontade.“
Die Bezeichnung lässt die Ankündigung großspurig erscheinen. Sie ersetzt nicht den Nachweis, ob der angekündigte Erfolg eintreten kann.
Rodomontade: Synonyme und andere Wörter
Im heutigen Wortschatz
Prahlerei · Großsprecherei · Angeberei
Prahlerei liegt in der Bedeutung nahe. Angeberei ist alltäglicher und kann auch Verhalten betreffen. Großsprecherei hebt den übertriebenen sprachlichen Auftritt hervor. Rodomontade wirkt dagegen auffällig literarisch und altertümlich.
„Seine Rodomontaden beeindruckten niemanden“ → „Seine Prahlereien beeindruckten niemanden“ macht den Satz für viele Leser unmittelbarer verständlich.
Was damit nicht gleichgesetzt wird
Ankündigung · Selbstlob · Übertreibung
Eine Ankündigung ist zunächst neutral. Selbstlob kann zurückhaltend sein, eine Übertreibung kann auch ganz andere Gegenstände betreffen. Erst die großsprecherische Selbstdarstellung führt zur engeren Bedeutung von Rodomontade.
„Sie kündigte eine Verbesserung an“ enthält für sich noch keine Rodomontade. Die wertende Bezeichnung braucht einen entsprechenden sprachlichen Anlass.
Beispiele und Verwendung
„Der Roman entlarvt die angeblichen Heldentaten als Rodomontaden.“
Die Erzählung stellt die prahlerische Wirkung heraus. Bei einer Analyse sollte eine konkrete Textstelle zeigen, worin die Überhöhung liegt.
„In der sachlichen Zusammenfassung wird aus der Rodomontade eine großspurige Ankündigung.“
Die Umschreibung erklärt die Wertung, statt ein seltenes Wort durch ein ebenso unbekanntes zu ersetzen. Ein neutraler Bericht kann auch nur die Ankündigung wiedergeben und die Bewertung zuordnen.
Grammatik und Beugung
Das Wort ist feminin: die Rodomontade. Der Plural lautet Rodomontaden; die Endung n kommt zur auf e endenden Grundform hinzu. Die fünfteilige Trennung lautet Ro·do·mon·ta·de. Das Wort ist keine neutrale Benennung jeder längeren Rede. In einer Textanalyse gehört die abwertende Bezeichnung zur Perspektive des Sprechers oder Erzählers.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Rodomontade | die Rodomontaden |
| Genitiv | der Rodomontade | der Rodomontaden |
| Dativ | der Rodomontade | den Rodomontaden |
| Akkusativ | die Rodomontade | die Rodomontaden |
