Rotz
Form & Grammatik
- Stichwort
- Rotz
- Worttrennung
- Rotz
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Rotzes
- Plural
- ohne Plural
Gebrauch: Nasenschleim und abwertende Verwendung umgangssprachlich; daneben tiermedizinischer Krankheitsname.
Definition · kurz erklärt
Rotz bezeichnet umgangssprachlich Nasenschleim. Als Fachwort ist es außerdem der Name einer bakteriellen Infektionskrankheit, besonders bei Einhufern. Salopp und abwertend kann Rotz auch unerwünschtes Zeug oder eine ärgerliche Sache meinen.
Bedeutungen
1 Umgangssprachlich: Nasenschleim
In der Alltagssprache ist Rotz ein derber Ausdruck für Nasensekret. In einem sachlichen oder medizinischen Text ist eine genauere, neutrale Bezeichnung meist passender.
„An seinem Ärmel klebte noch Rotz.“
Die Wortwahl wirkt bewusst unverblümt. Sie kann in einer Erzählung die Sprechweise einer Figur zeigen. Das Wort nennt hier kein bestimmtes Krankheitsbild.
2 Ein Name aus der Tiermedizin
Rotz heißt auch eine durch das Bakterium Burkholderia mallei verursachte Infektionskrankheit, die vor allem Einhufer betrifft. Dieser Fachname ist von der umgangssprachlichen Schleimbezeichnung zu unterscheiden.
„Der Fachtext erläutert den Nachweis des Erregers von Rotz.“
Erreger und Fachtext zeigen die tiermedizinische Bedeutung. Eine laufende Nase allein ist kein Beleg für diese Krankheit; die gemeinsame Wortschreibung darf nicht zu einer solchen Schlussfolgerung führen.
3 Salopp: unerwünschtes Zeug
Abwertend kann Rotz etwas meinen, das der Sprecher für schlecht, lästig oder wertlos hält. Die Formulierung enthält eine scharfe persönliche Bewertung.
„Mit diesem Rotz will ich mich nicht länger beschäftigen.“
Was genau gemeint ist, bleibt ohne den Gesprächszusammenhang offen. Für eine sachliche Kritik sollte stattdessen das konkrete Problem benannt werden.
Rotz: Synonyme nach Bedeutung
Nasenschleim oder Nasensekret
Nasenschleim und Nasensekret sind neutralere Ausdrücke für die erste Bedeutung. Schnupfen ist dagegen keine genaue Bezeichnung für den Stoff selbst.
Ein Gegenstand mit Schleim ist etwas anderes als die Beschreibung eines Beschwerdebildes. Die Wörter sollten deshalb nicht nur wegen ihres gemeinsamen Zusammenhangs gleichgesetzt werden.
„Er wischt den Nasenschleim ab.“ beschreibt einen Stoff und eine Handlung. „Er hat Schnupfen“ sagt etwas anderes aus.
Zeug oder Unsinn im abwertenden Satz
Bei der saloppen Bewertung kann Zeug eine mildere Alternative sein. Wenn ausdrücklich eine unsinnige Aussage gemeint ist, passt gegebenenfalls Quatsch.
Keines dieser Ersatzwörter bezeichnet die tiermedizinische Krankheit. Ein Synonym muss zur Lesart passen und kann zugleich den Ton verändern.
„Was soll der ganze Rotz?“ – „Was soll das ganze Zeug?“ Die zweite Fassung ist immer noch ungeduldig, aber weniger derb.
Beispiele und Verwendung
Den Ton im Text beschreiben
„Die Figur nennt den Plan abfällig Rotz.“
Abfällig kennzeichnet die Haltung der Figur. Daraus folgt nicht, dass der Plan tatsächlich unbrauchbar ist. Eine Analyse sollte die Wortwahl und ihre begründbare Wirkung vom sachlichen Urteil unterscheiden.
Fachwort und Alltagssprache auseinanderhalten
„Im tiermedizinischen Bericht ist von Rotz die Rede.“
„Im Dialog schimpft jemand über den Rotz auf dem Tisch.“
Das Fachgebiet und die nähere Beschreibung bestimmen die Bedeutung. Die gleiche Schreibung genügt nicht, um die Inhalte gleichzusetzen.
Grammatik und Beugung
Es heißt der Rotz, Genitiv des Rotzes. Das Substantiv wird ohne Plural gebraucht und hat keine Trennstelle.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | der Rotz |
| Genitiv | des Rotzes |
| Dativ | dem Rotz |
| Akkusativ | den Rotz |
Auch der Krankheitsname wird großgeschrieben. Die verschiedenen Bedeutungen verwenden dieselben Singularformen. Welche Lesart vorliegt, muss der Zusammenhang zeigen.
Was heißt „Rotz und Wasser heulen“?
Die umgangssprachliche Wendung bedeutet sehr heftig oder bitterlich weinen. Sie ist anschaulich und kann je nach Ton mitfühlend oder spöttisch wirken.
„Beim Abschied vom Ferienlager heulte er Rotz und Wasser.“
Der Satz hebt die Stärke des Weinens hervor. Er behauptet keine tiermedizinische Erkrankung. In einer zurückhaltenden Beschreibung wäre Er weinte bitterlich passender.
