Rührigkeit
Form & Grammatik
- Stichwort
- Rührigkeit
- Worttrennung
- Rüh·rig·keit
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Rührigkeit
- Plural
- kein Plural
Gebrauch: Abstrakte Bezeichnung für Tatkraft und rege Eigeninitiative; hier im Singular.
Definition · kurz erklärt
Rührigkeit bezeichnet Tatkraft und rege Eigeninitiative: Jemand unternimmt etwas, kümmert sich um anstehende Aufgaben und bringt Vorhaben in Gang. Das Nomen beschreibt eine Art des Tätigseins, keine gefühlvolle Wirkung.
Bedeutungen
Aus eigener Initiative tätig werden
Rührigkeit zeigt sich daran, dass jemand Möglichkeiten aufgreift und konkrete Schritte unternimmt. Sie kann einer einzelnen Person oder einer Gruppe zugeschrieben werden. Welche Handlungen gemeint sind und wozu sie dienen, sollte aus dem Zusammenhang hervorgehen. Eine hohe Zahl von Aufgaben allein erklärt diese Eigeninitiative noch nicht.
„Nach der Schließung des Werkraums zeigte sich Leons Rührigkeit: Er fand einen Ersatzraum, klärte die Schlüsselübergabe und verabredete neue Termine.“
Die genannten Schritte machen verständlich, woran die Rührigkeit erkannt wird. Sie sagen noch nicht, ob alle neuen Termine stattfinden oder der Ersatzraum dauerhaft genutzt werden kann.
Synonyme: andere Wörter für Rührigkeit
Einsatz oder bloße Betriebsamkeit?
Tatkraft · Aktivität · Betriebsamkeit
Tatkraft betont das Handeln und praktische Anpacken. Aktivität ist allgemeiner und kann jede Tätigkeit bezeichnen. Betriebsamkeit rückt das sichtbare Geschäftigsein in den Vordergrund; sie muss nicht dieselbe Eigeninitiative oder einen erkennbaren Nutzen enthalten.
„Ihre Rührigkeit brachte die Reparatur des alten Schaukastens in Gang.“ → „Ihre Tatkraft brachte die Reparatur des alten Schaukastens in Gang.“
Beide Fassungen passen, wenn die Person selbst Schritte zur Reparatur unternimmt. „Im Flur herrschte Betriebsamkeit“ wäre dagegen nur eine Aussage über viel Tätigkeit und würde noch nicht erklären, wer etwas angestoßen hat.
Beispiele und Verwendung
Die Bezeichnung durch Handlungen erklären
„Nora beschriftet die beschädigten Teile, spricht mögliche Helfer an und kümmert sich um einen Arbeitstisch. Daran erkennt der Erzähler ihre Rührigkeit.“
Mehrere selbst begonnene Schritte stützen die Beschreibung. Für die Bewertung ihrer Arbeit müssten zusätzlich etwa Sorgfalt, Absprachen oder Ergebnisse betrachtet werden.
Rührigkeit und Rührung trennen
„Der Abschiedsbrief rührt Leon; anschließend bleibt er lange still sitzen.“
Die gefühlvolle Wirkung des Briefes ist Rührung. Sie belegt keine Rührigkeit. Das ähnliche Aussehen der beiden Nomen macht sie nicht bedeutungsgleich.
Grammatik und Beugung
Rührigkeit ist feminin: die Rührigkeit. Der Genitiv und der Dativ lauten der Rührigkeit. Das abstrakte Nomen wird in der hier erläuterten Bedeutung im Singular gebraucht; eine künstliche Mehrzahl ist nicht erforderlich.
Der Wortkörper bleibt in allen vier Fällen gleich. Der jeweilige Begleiter zeigt den Kasus: Die Rührigkeit fällt auf, aber dank ihrer Rührigkeit. Die Worttrennung lautet Rüh·rig·keit.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | die Rührigkeit |
| Genitiv | der Rührigkeit |
| Dativ | der Rührigkeit |
| Akkusativ | die Rührigkeit |
Rührigkeit und rührig
Mit rührig wird die entsprechende Eigenschaft beschrieben: Leon ist rührig. Leons Rührigkeit benennt sie als Nomen. Das Adjektiv wird vor einem Substantiv gebeugt; die oben gezeigten Nomenformen gehören zu einer anderen Wortart.
