Schrank
Form & Grammatik
- Stichwort
- Schrank
- Worttrennung
- Schrank
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Schranks / des Schrankes
- Plural
- die Schränke
Gebrauch: Dativ Plural: den Schränken; Dativ Schranke im Singular heute selten. Personenbezeichnung umgangssprachlich, Fährtenmaß jägersprachlich.
Definition · kurz erklärt
Ein Schrank ist ein geschlossenes Möbel zum Aufbewahren von Dingen. Umgangssprachlich kann das Wort einen großen, breitschultrigen Mann bezeichnen. Eine davon zu unterscheidende Fachbedeutung findet sich in der Jägersprache.
Bedeutungen
Ein geschlossenes Aufbewahrungsmöbel
Ein Schrank besitzt einen umschlossenen Innenraum, der meist durch Türen zugänglich ist. Er kann zusätzlich Schubladen haben. Je nach Zweck werden darin etwa Kleidung, Geschirr oder Unterlagen aufbewahrt.
„Im schmalen Schrank neben der Tür liegen die Tischdecken.“
Der Satz beschreibt ein Möbel und seinen Inhalt. Größe, Material und innere Aufteilung müssen gesondert genannt werden.
Umgangssprachlich: ein großer, breiter Mann
Als bildliche Personenbezeichnung betont Schrank eine große und besonders breite oder kräftige Gestalt. Die Bezeichnung kann anerkennend, scherzhaft oder abwertend wirken.
„Der Erzähler beschreibt den Türsteher als einen Schrank von einem Mann.“
Die Aussage betrifft die Körpergestalt. Sie ist kein Nachweis besonderer Kraft und sagt nichts Sicheres über den Charakter der Person.
Ein seitlicher Abstand in einer Fährte
In der Jägersprache bezeichnet Schrank den seitlichen Abstand zwischen den Tritten der rechten und linken Läufe in einer Schrittfährte.
„Bei der Beschreibung der Fährte vermerkt die Jägerin einen breiten Schrank.“
Hier geht es um die seitliche Anordnung der Abdrücke. Gemeint ist nicht der Abstand zweier Schritte in Laufrichtung.
Synonyme: andere Wörter für Schrank
Schrank und Kasten
Kasten · Spind
Kasten kann regional ein Schrank sein, bezeichnet aber auch andere Behälter. Spind meint meist ein schmales Schrankfach oder einen entsprechenden Schrank, etwa für Kleidung am Arbeitsplatz.
„Er verstaut die Jacke im Schrank.“ → „Er verstaut die Jacke im Spind.“
Der zweite Satz legt einen bestimmten Möbeltyp und Gebrauch nahe. Ein großer Wohnzimmerschrank wird nicht ohne Weiteres Spind genannt.
Die bildliche Personenbezeichnung
Kleiderschrank · breiter Mann
Auch Kleiderschrank kann bildlich die breite Gestalt eines Mannes hervorheben. Breiter Mann ist die sachlichere Beschreibung, sofern die Körperform tatsächlich relevant ist.
„Neben der Tür steht ein Schrank von einem Mann.“ → „Neben der Tür steht ein breiter Mann.“
Die zweite Fassung nimmt die auffällige Möbelmetapher zurück. Beide Sätze beschreiben zunächst die Gestalt und nicht das Verhalten.
Beispiele und Verwendung
Alter und Stil präzisieren
„Der antike Schrank steht in einer modernen Wohnung.“
Antik kann bei Möbeln Alter oder Stil bezeichnen. Der Satz datiert das Möbel deshalb nicht automatisch in die griechische oder römische Antike.
Innenraum oder Oberfläche
„Die Schale steht im Schrank, die Vase auf dem Schrank.“
Im bezeichnet hier den Innenraum. Auf verweist auf die obere Fläche. Diese kleine Änderung verschiebt den genannten Ort.
Grammatik und Beugung
Schrank ist maskulin. Beide Genitive Schranks und Schrankes sind möglich. Der Plural erhält einen Umlaut: Schränke; im Dativ heißt es Schränken. Die Singularform „dem Schranke“ ist heute selten.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Schrank | die Schränke |
| Genitiv | des Schranks / des Schrankes | der Schränke |
| Dativ | dem Schrank; selten: dem Schranke | den Schränken |
| Akkusativ | den Schrank | die Schränke |
Schreibweise und Worttrennung
Schrank ist einsilbig; die Mehrzahl wird Schrän·ke getrennt. Das Wort Schranke bezeichnet dagegen etwa eine Absperrung und ist kein heutiger Nominativ von Schrank.
Redewendungen und feste Verbindungen
Nicht alle Tassen im Schrank haben
Umgangssprachlich und abwertend: sich nach Ansicht des Sprechers unvernünftig oder verrückt verhalten.
„Als er im Regen das offene Cabrio waschen wollte, meinte sein Bruder, er habe nicht alle Tassen im Schrank.“
Die Wendung ist eine spöttische Bewertung. Sie kann verletzend wirken und ist keine fachliche Aussage über die psychische Gesundheit.
