See
Form & Grammatik
- Stichwort
- See
- Worttrennung
- See
- Artikel
- der (Binnengewässer); die (Meer, Seegang, Welle)
- Geschlecht
- Maskulinum / Femininum, nach Bedeutung
- Genitiv
- des Sees (Binnengewässer); der See (Meer/Welle)
- Plural
- die Seen (Binnengewässer oder einzelne Wellen)
Gebrauch: Die See als Meer oder Seegang: ohne Plural. Die See als einzelne hohe Welle: Plural Seen.
Definition · kurz erklärt
Der See ist ein stehendes Binnengewässer. Die See bedeutet Meer und in der Seemannssprache auch Seegang oder eine einzelne hohe Welle. Der Artikel und der Zusammenhang sind deshalb entscheidend: Ein Haus am See steht nicht schon deshalb an der See.
Bedeutungen
Der See: stehendes Gewässer im Binnenland
Ein See ist eine größere Wasseransammlung in einer Vertiefung des Festlandes. Er kann natürlich entstanden oder künstlich angelegt sein. Der Ausdruck grenzt ihn als stehendes Gewässer beispielsweise von einem Fluss ab.
„Der Wanderweg führt einmal um den See.“
Der Satz meint ein räumlich abgegrenztes Gewässer. Er sagt nicht, ob es natürliche Zuflüsse hat, künstlich angelegt wurde oder zum Baden geeignet ist.
Die See: das Meer
Die feminine Form See bezeichnet das Meer. Sie begegnet besonders in Zusammenhängen mit Küste und Schifffahrt. In dieser Bedeutung wird kein Plural verwendet.
„Nach mehreren Stunden Fahrt war das Schiff weit draußen auf der See.“
Hier ist das Meer als Raum gemeint, nicht eine Mehrzahl von Binnenseen. Die Formulierung beschreibt den Aufenthaltsort des Schiffs.
Die See: Bewegung des Wassers
In der Seemannssprache kann See die Bewegung der Wasseroberfläche bezeichnen. Verbindungen wie raue oder schwere See charakterisieren den Wellengang insgesamt. Diese Verwendung steht ebenfalls ohne Plural.
„Wegen der schweren See blieb die Besatzung an Deck besonders aufmerksam.“
Der Satz beschreibt bewegtes Wasser als Zustand. Er zählt keine einzelnen Wellen und sagt für sich genommen nichts über eine bestimmte Wellenhöhe.
Die See: eine einzelne Woge
Eine See kann in der Seemannssprache auch eine einzelne hohe Welle sein. Nur für diese feminine, zählbare Lesart gibt es den Plural Seen.
„Eine hohe See schlug gegen den Bug, kurz darauf folgten weitere Seen.“
Der Satz betrachtet nacheinander einzelne Wellen. Dieselbe Pluralform Seen kann andernorts Binnenseen bezeichnen; der maritime Zusammenhang klärt die Bedeutung.
Synonyme: andere Wörter für See
See und Binnengewässer
Binnengewässer · Teich · Weiher
Binnengewässer ist ein Oberbegriff und umfasst auch andere Gewässerarten. Teich und Weiher sind je nach Art und regionalem Gebrauch passend, aber keine überall gleichwertigen Ersatzwörter für See.
„Wir umrunden den See.“ → „Wir umrunden das Binnengewässer.“
Die zweite Fassung ist allgemeiner und sachlicher. Wer ohne nähere Kenntnis Teich einsetzt, kann den Gewässertyp anders beschreiben als beabsichtigt.
Die See, das Meer und der Seegang
Meer · Seegang · Woge
Meer passt zur großen Wasserfläche, Seegang zu deren Bewegung. Woge kann eine einzelne hohe Welle bezeichnen. Die Wörter gehören damit zu verschiedenen Lesarten von die See.
„Das Schiff fährt auf der See.“ → „Das Schiff fährt auf dem Meer.“
Hier bleibt der Ort derselbe. „Die See ging hoch“ lässt sich dagegen eher mit starkem Seegang erklären; ein Austausch durch Meer macht die Bewegungsbedeutung weniger deutlich.
Beispiele und Verwendung
Das Genus erkennen
„Wir wohnen am See und fahren im Sommer an die See.“
Am See enthält an dem See und meint hier ein Binnengewässer. An die See bezeichnet das Meer als Reiseziel. Der Wechsel des Artikels verändert zugleich die Bedeutung.
Einen Gewässertyp präzisieren
„Der See ist abflusslos.“
Abflusslos beschreibt hier einen See ohne oberirdischen Abfluss. Die Eigenschaft muss gesondert genannt werden; sie gehört nicht automatisch zur Bedeutung von See.
Grammatik und Beugung
Beim maskulinen Binnengewässer heißt es der See, des Sees, die Seen. Beim femininen Wort lautet der Genitiv der See. Die feminine Pluralreihe in der zweiten Tabelle gilt ausschließlich für einzelne hohe Wellen. Für das Meer und für den Seegang werden nur die dort angegebenen Singularformen verwendet.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der See | die Seen |
| Genitiv | des Sees | der Seen |
| Dativ | dem See | den Seen |
| Akkusativ | den See | die Seen |
| Fall | Singular | Plural: einzelne Wellen |
|---|---|---|
| Nominativ | die See | die Seen |
| Genitiv | der See | der Seen |
| Dativ | der See | den Seen |
| Akkusativ | die See | die Seen |
Meer und Seegang haben in dieser Verwendung keinen Plural. „Die Seen des Landes“ meint gewöhnlich die maskulinen Binnengewässer.
Schreibweise und Worttrennung
See ist einsilbig. Der Plural wird Se·en getrennt und mit zwei e geschrieben. Historische Schreibungen mit drei e werden nicht als heutige Variante in die Tabelle übernommen.
Redewendungen und feste Verbindungen
In See stechen
Mit einem Schiff auslaufen und die Fahrt beginnen.
„Am frühen Morgen stach das Forschungsschiff in See.“
Die Verbindung gehört zur Schifffahrt. Sie bezeichnet den Beginn einer Reise, nicht ein Stechen in das Wasser.
Auf hoher See
Weit draußen auf dem Meer, in größerer Entfernung zur Küste.
„Auf hoher See begegnete ihnen stundenlang kein anderes Schiff.“
Hoch bezeichnet hier nicht die Höhe einer einzelnen Welle. Die Wendung beschreibt die Lage auf dem Meer.
Still ruht der See
Umgangssprachlich: Es geschieht nichts, alles bleibt ruhig oder ohne Entwicklung.
„Seit der letzten Ankündigung ruht bei dem Projekt still der See.“
Die Wendung kann beruhigt, aber auch kritisch gemeint sein, wenn eine erwartete Entwicklung ausbleibt. Sie benötigt keinen tatsächlichen See.
Wortfamilie und verwandte Wörter
Seegang benennt ausdrücklich die Bewegung des Wassers. Achterliche See kommt aus der Richtung hinter dem Schiff. Solche Verbindungen helfen, die maritime feminine Lesart von der maskulinen Gewässerbezeichnung zu unterscheiden.
