Tändlerin
Form & Grammatik
- Stichwort
- Tändlerin
- Worttrennung
- Tänd·le·rin
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Tändlerin
- Plural
- die Tändlerinnen
Regionaler Gebrauch. Je nach Zusammenhang scherzende Frau oder Händlerin mit gebrauchten Waren; in regionalen Dialektbelegen auch eine umständliche, langsame Frau.
Definition · kurz erklärt
Tändlerin ist ein regionales Wort für eine scherzende Frau oder eine Händlerin mit gebrauchten Waren. In Dialektbelegen kann auch eine umständliche, langsame Frau gemeint sein. Der Zusammenhang entscheidet.
Bedeutungen
Eine Frau, die scherzt oder neckt
Tändlerin kann regional eine Frau bezeichnen, die Scherze macht oder jemanden spielerisch neckt. Je nach Zusammenhang kann ein scherzendes Flirten gemeint sein. Eine bestimmte Beziehung oder ein ernstes Liebesversprechen lässt sich daraus nicht allein ablesen.
„In der erfundenen Erzählung nennt Emil seine Gesprächspartnerin lachend eine Tändlerin, nachdem sie ihm mit einem Wortspiel geantwortet hat.“
Das Wortspiel erklärt den scherzenden Bezug. Ob beide miteinander flirten, ergibt sich erst aus der weiteren Szene. Der Satz beschreibt keinen Handel mit Waren.
Eine Händlerin mit alten oder gebrauchten Waren
Regional kann Tändlerin auch eine Trödlerin oder Altwarenhändlerin meinen. Die Bezeichnung betrifft dann ihre Handelstätigkeit. Über ihr Arbeitstempo oder ihre Neigung zu Scherzen sagt diese Lesart nichts aus.
„Die Tändlerin bietet auf ihrem Marktstand ein altes Grammophon und mehrere Schallplatten an.“
Die angebotenen Gegenstände machen im eigenen Beispiel den Handel verständlich. Das Wort verpflichtet die Frau nicht dazu, ausschließlich Grammophone oder wertvolle Antiquitäten zu verkaufen.
Regional: eine umständliche, langsame Frau
In regionalen Dialektbelegen steht Tändlerin außerdem für eine Frau, die sich umständlich verhält, langsam vorankommt oder sich mit Nebensächlichem aufhält. Diese wertende Verwendung ist von der Händlerbedeutung zu unterscheiden.
„Im erfundenen Dialog nennt ihre Schwester sie eine Tändlerin: Beim Abschreiben eines kurzen Rezepts setzt sie die Überschrift fünfmal neu an, ohne zu den Zutaten zu kommen.“
Die Schwester bewertet das wiederholte Neuanfangen als umständlich. Weshalb die Schreibende mit der Überschrift unzufrieden ist, erfährt man nicht. Der Vorwurf betrifft hier den zähen Ablauf, weder einen Händlerberuf noch eine grundsätzliche Unfähigkeit der Frau.
Tändlerin: Synonyme und andere Wörter
Beim Handel sachlich umschreiben
Trödlerin · Altwarenhändlerin · Gebrauchtwarenhändlerin
Altwarenhändlerin und Gebrauchtwarenhändlerin machen den geschäftlichen Sinn ausdrücklich. Der vorhandene Artikel zu Trödler und Trödlerin erklärt aber auch den Vorwurf langsamen Handelns. Das bloße Ersetzen durch Trödlerin beseitigt deshalb nicht in jedem Satz die Mehrdeutigkeit.
„Die Trödlerin handelt mit gebrauchten Schallplatten“ nennt einen Beruf. „Du bist eine Trödlerin, mit dem Rezept bist du ja noch immer nicht weiter“ gibt dagegen einen ungeduldigen Vorwurf wieder. Die zweite Aussage sagt nichts über einen Warenverkauf aus.
Bei Scherz und Langsamkeit unterscheiden
scherzende Frau · neckende Gesprächspartnerin · umständliche Frau
Die passende Umschreibung hängt von der gemeinten regionalen Lesart ab. Eine scherzende Gesprächspartnerin ist deshalb nicht automatisch langsam; eine umständliche Vorbereitung muss kein Scherz sein. Die beiden Verwendungen dürfen nicht zu einem einzigen vermeintlichen Charakterzug verschmolzen werden.
„Er nennt sie nach dem Wortspiel eine Tändlerin“ lenkt zum Scherzen. „Sie kommt mit dem Rezept nicht voran, weil sie die Überschrift ständig neu schreibt“ erklärt ein anderes Verhalten. Erst der Zusammenhang macht das Ersatzwort passend.
Beispiele und Verwendung
Ein altes oder regionales Wort erläutern
„Im Kommentar wird Tändlerin hier mit Händlerin für gebrauchte Waren erklärt.“
Hier begrenzt die Erklärung die Lesart für eine konkrete Stelle. Sie behauptet nicht, dass das Wort in jedem Text ausschließlich diese Bedeutung besitzt.
Den Satzkontext nutzen
„Die Tändlerin legt die alten Bilderkarten sorgfältig nach Motiven aus.“
Alte Waren und Auslegen können zur Händlerlesart führen. Sorgfältig ist kein Beleg dafür, dass eine Person unnötig langsam handelt. Für die Deutung sind die Gegenstände und die Situation aussagekräftiger als ein pauschales Etikett.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Tändlerin, im Genitiv der Tändlerin. Die Worttrennung lautet Tänd·le·rin. Die Singularform bleibt in allen vier Fällen unverändert; die Mehrzahl lautet Tändlerinnen. Im Dativ Plural bleibt es bei den Tändlerinnen, ohne ein weiteres n anzuhängen. Die aufgeführten Formen sind bei den erklärten Verwendungen gleich; die Lesart wird am Zusammenhang erkannt.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Tändlerin | die Tändlerinnen |
| Genitiv | der Tändlerin | der Tändlerinnen |
| Dativ | der Tändlerin | den Tändlerinnen |
| Akkusativ | die Tändlerin | die Tändlerinnen |
