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Tätsch

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Tätsch
Worttrennung
Tätsch
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Tätsches oder des Tätschs
Plural
die Tätsche

Gebrauch: Süddeutsch: Brei; ein Backwerk. Die gemeinte Speise und ihre Zubereitung ergeben sich aus dem Zusammenhang.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Tätsch ist eine süddeutsche Bezeichnung für Brei oder ein Backwerk. Der Zusammenhang muss erkennen lassen, welche Speise gemeint ist. Das Wort legt keine einheitliche Zutatenliste oder Zubereitungsart fest.

Bedeutungen

1 Einen Brei bezeichnen

Tätsch kann süddeutsch für einen Brei stehen. Gemeint ist dann eine Speise mit entsprechender weicher Beschaffenheit. Welche Zutaten verwendet wurden und ob sie süß oder herzhaft schmeckt, ergibt sich aus der Beschreibung, nicht aus dem Nomen allein.

„Im süddeutsch gefärbten Dialog streicht die Großmutter den Tätsch aus gekochtem Getreide vom Löffel in die Schale; am Rand bleibt eine dicke Spur zurück.“

Die Speise und ihre Beschaffenheit werden im Satz konkretisiert. Die verwendeten Zutaten gehören zu dieser erfundenen Szene und stellen kein allgemeines Rezept für das Wort dar.

2 Ein Backwerk bezeichnen

Tätsch kann auch ein Backwerk benennen. Welche regionale Speise im Einzelnen vorliegt, muss der Text näher erläutern. Eine bloße Gleichsetzung mit einem bestimmten Rezept würde die allgemeinere Benennung unnötig verengen.

„Auf dem erfundenen Dorffest legt die Bäckerin einen runden Tätsch mit Kümmel auf das Holzbrett und teilt ihn in vier Stücke.“

Das Teilen macht hier ein einzelnes Backwerk als Gegenstand deutlich. Die Szene zeigt eine konkrete Möglichkeit; aus dem Wort allein folgen weder Kümmel noch Form oder Größe.

Synonyme: andere Wörter für Tätsch

Bei einer breiartigen Speise

Brei · breiartige Speise

Brei erläutert die erste Verwendung. Das Adjektiv breiig beschreibt dagegen eine Beschaffenheit und ist keine andere Nomenform von Tätsch. Auch etwas Ungenießbares kann breiig sein.

„In der Schale liegt Tätsch“ benennt die Speise in der regionalen Wortwahl. „Die Masse ist breiig“ beschreibt zunächst nur ihre Konsistenz.

Die ähnliche Beschreibung ersetzt nicht in jedem Satz die Benennung der Speise.

Bei einem Backwerk

Backwerk · regional benannte gebackene Speise

Backwerk ist die weitere Umschreibung. Die genaue Speisenbezeichnung sollte nur eingesetzt werden, wenn der konkrete Zusammenhang sie stützt. Nicht jedes so bezeichnete Backwerk muss dieselben Zutaten besitzen.

„Die Bäckerin teilt den Tätsch in vier Stücke“ lässt sich in der Szene mit „das Backwerk“ erläutern. „Sie verteilt Brei auf vier Schalen“ würde einen anderen Vorgang beschreiben.

Das Teilen eines einzelnen Gegenstands und das Portionieren eines Breis sind hier verschiedene Handlungen.

Beispiele und Verwendung

Die örtliche Wortwahl erläutern

„Die Erzählerin erklärt Tätsch im ersten Dialog als Brei und im Bericht vom Fest als Backwerk.“

Die beiden Erläuterungen gehören zu verschiedenen Verwendungen. Die zweite macht die erste nicht nachträglich zu einem Backrezept.

Mehrere Backwerke zählen

„Für den nächsten Tisch trägt die Bäckerin zwei Tätsche auf einem großen Brett herüber.“

Der Plural zählt hier zwei Backwerke. Der Satz sagt noch nicht, ob sie gleich groß oder gleich belegt sind.

Grammatik und Beugung

Es heißt der Tätsch. Das Nomen ist maskulin. Im Genitiv Singular sind des Tätsches und des Tätschs möglich. Beide vollständigen Formen sind in der Tabelle ausgeschrieben.

Der Plural lautet die Tätsche. Im Dativ Plural steht den Tätschen; im Dativ Singular heißt es dem Tätsch.

Die süddeutsche Gebrauchseinordnung gilt für das hier erklärte Nomen. Der Satzbau und die nähere Beschreibung zeigen, ob Brei oder ein Backwerk gemeint ist; dafür gibt es keine besondere zusätzliche Kasusreihe.

Tätsch: Fälle im Singular und Plural
FallSingularPlural
Nominativder Tätschdie Tätsche
Genitivdes Tätsches / des Tätschsder Tätsche
Dativdem Tätschden Tätschen
Akkusativden Tätschdie Tätsche

Schreibweise und Worttrennung

Das einsilbige Nomen hat innerhalb des Wortes keine Trennstelle: Tätsch. Es wird großgeschrieben und behält ä in Tätsches, Tätschs und Tätsche.