Taktlosigkeit
Form & Grammatik
- Stichwort
- Taktlosigkeit
- Worttrennung
- Takt·lo·sig·keit
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Taktlosigkeit
- Plural
- die Taktlosigkeiten; einzelne Handlungen oder Äußerungen
Als Verhaltensweise ohne Plural; Taktlosigkeiten zählt einzelne Handlungen oder Äußerungen.
Definition · kurz erklärt
Taktlosigkeit ist fehlendes Feingefühl im Umgang mit anderen. Das Nomen kann außerdem eine einzelne unpassende oder verletzende Handlung beziehungsweise Äußerung bezeichnen. Diese beiden Verwendungen unterscheiden sich auch beim Plural.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Feingefühl vermissen lassen
Taktlosigkeit bezeichnet eine Art des Verhaltens, die die Situation oder die Gefühle anderer nicht angemessen berücksichtigt. Entscheidend sind beispielsweise Anlass, Publikum und erkennbare persönliche Grenzen. Eine sachlich richtige Aussage kann im falschen Moment dennoch taktlos sein.
Die Erzählerin kritisiert die Taktlosigkeit, mit der die Gäste über den abwesenden Freund sprechen.
Die Kritik betrifft ihre Art des Umgangs. Eine absichtliche Kränkung ist damit noch nicht bewiesen.
Bedeutung 2: Eine einzelne unangemessene Handlung
Eine Taktlosigkeit kann eine konkrete Bemerkung, Frage oder Handlung sein. Solche Vorkommnisse lassen sich zählen. Ein einzelner Vorfall beschreibt nicht ohne Weiteres den gesamten Charakter einer Person.
Die öffentliche Frage nach ihrem privaten Verlust empfand sie als grobe Taktlosigkeit.
Der persönliche Inhalt und das Publikum machen die Bewertung nachvollziehbar. In einer anderen Situation könnte eine einfühlsame Nachfrage angemessen sein.
Synonyme: andere Wörter für Taktlosigkeit
Gefühllosigkeit und Indiskretion
fehlendes Feingefühl · Indiskretion · Entgleisung · unpassende Bemerkung
Indiskretion betrifft besonders Privates oder Vertrauliches. Entgleisung bewertet einen einzelnen Fehltritt stark. Unpassende Bemerkung ist konkreter und oft zurückhaltender als ein Urteil über eine gesamte Verhaltensweise.
„Diese Frage war taktlos“ begrenzt die Bewertung. „Er fällt immer wieder durch Taktlosigkeit auf“ behauptet dagegen ein wiederkehrendes Muster.
Beispiele und Verwendung
Die Wirkung erklären
Die Bemerkung war eine Taktlosigkeit, weil sie das vertrauliche Thema vor allen ansprach.
Die Begründung zeigt, welche Grenze überschritten wurde. Das Wort allein ersetzt diese Erläuterung nicht.
Eine Entschuldigung berücksichtigen
Nach der Taktlosigkeit entschuldigte sich die Figur und änderte ihr Verhalten.
Auch diese spätere Reaktion gehört zu einer ausgewogenen Figurenanalyse.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Taktlosigkeit, Genitiv der Taktlosigkeit. Die Worttrennung lautet Takt·lo·sig·keit.
Als allgemeine Verhaltensweise steht Taktlosigkeit ohne Plural. Die Taktlosigkeiten bezeichnet mehrere einzelne Äußerungen oder Handlungen. Die Mehrzahl endet auf en und gilt deshalb nicht als Zählform eines einzigen allgemeinen Mangels an Feingefühl.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Taktlosigkeit | die Taktlosigkeiten |
| Genitiv | der Taktlosigkeit | der Taktlosigkeiten |
| Dativ | der Taktlosigkeit | den Taktlosigkeiten |
| Akkusativ | die Taktlosigkeit | die Taktlosigkeiten |
