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Theater

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Theater
Worttrennung
The·a·ter
Artikel
das
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Theaters
Plural
die Theater bei Häusern, Institutionen und Ensembles

Aufführung, Publikum, darstellende Kunst und abwertendes Getue: ohne Plural. Getue/Aufregung: umgangssprachlich, abwertend. Theater spielen kann wörtlich oder vortäuschend gemeint sein.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Theater hat mehrere Bedeutungen: Ein Theater wird renoviert, zeigt eine Inszenierung oder geht mit seinem Ensemble auf Tournee. In Mach kein Theater! liegt dagegen eine abwertende umgangssprachliche Verwendung vor. Es heißt das Theater, des Theaters, die Theater; nicht jede Lesart hat einen Plural.

Bedeutungen

Ein Gebäude für Bühnenaufführungen

Ein Theater ist ein Gebäude, das für Aufführungen bestimmt ist. Räume für das Publikum und den Bühnenbetrieb gehören zu diesem baulichen Zusammenhang.

„Die Dachdeckerinnen legen am Theater mehrere beschädigte Ziegel frei und decken die Öffnung vor dem Regen ab.“

Die Arbeiten betreffen das Dach des Hauses. Theater bezeichnet hier einen baulichen Gegenstand und nicht die Kunstform oder das Ensemble.

Eine kulturelle Einrichtung

Theater kann eine Institution mit ihrem Spielbetrieb und ihrer Organisation meinen. Eine Einrichtung kann mehr als eine Spielstätte nutzen. Sie ist deshalb nicht in jeder Aussage mit einem einzelnen Gebäude gleichzusetzen.

„Das kleine Theater kündigt für die nächste Spielzeit drei neue Inszenierungen an.“

Die Einrichtung stellt ihr Programm vor. Eine bloße Beschreibung der Gebäudefassade würde den Satz nicht erklären.

Eine Aufführung oder Vorstellung

Theater kann die Aufführung beziehungsweise den Besuch einer Vorstellung bezeichnen. In dieser Bedeutung wird das Wort ohne Plural verwendet.

„Nach dem Theater bespricht die Klasse auf dem Heimweg die letzte Szene.“

Gemeint ist die besuchte Vorstellung. Nach benennt hier eine zeitliche Folge und nicht die Lage hinter dem Gebäude.

Das Publikum einer Aufführung

Wenn das ganze Theater lacht oder schweigt, kann damit das Publikum gemeint sein. Die Ortsbezeichnung wird auf die anwesenden Menschen übertragen. Diese Verwendung hat keinen Plural.

„Bei der überraschenden Wendung hält das ganze Theater kurz den Atem an.“

Die Aussage betrifft die Zuschauerinnen und Zuschauer. Das Gebäude selbst atmet nicht; die Formulierung fasst die Reaktion des Publikums zusammen.

Das Ensemble oder die Mitglieder einer Einrichtung

Ein Theater kann als Gruppe auftreten oder auf Tournee gehen. Dann stehen die mitwirkenden Menschen im Vordergrund. Eine Reise des Ensembles ist keine bauliche Verlagerung des Hauses.

„Das Theater gastiert eine Woche lang in der Nachbarstadt, während sein eigenes Haus umgebaut wird.“

Der Gegensatz zwischen Gastspiel und Haus macht die Gruppenbedeutung deutlich.

Die darstellende Kunst

Theater bezeichnet auch eine Kunstform und ihre Ausprägungen, etwa in einer Zeit oder Richtung. In dieser Bedeutung steht das Wort ohne Plural. Aufführung, Spiel und weitere Gestaltungsmittel wirken zusammen.

„Das Seminar vergleicht, wie verschiedene Formen des Theaters mit dem Publikum umgehen.“

Untersucht werden künstlerische Formen. Es geht nicht nur um die Zahl oder Bauweise der Theaterhäuser.

Abwertend Getue oder große Aufregung

Umgangssprachlich kann Theater eine als übertrieben oder unecht bewertete Aufregung bezeichnen. Diese Bedeutung steht ohne Plural. Wer das Wort so verwendet, äußert eine Wertung, die der übrige Text nicht automatisch bestätigen muss.

„Der ungeduldige Nachbar nennt die lange Diskussion um den Stuhlkreis ein unnötiges Theater.“

Unnötig und Theater geben seine Haltung wieder. Die Bezeichnung allein beweist nicht, dass die diskutierte Frage unwichtig ist.

Synonyme: andere Wörter für Theater

Bei Haus und Aufführung

Bühnenhaus · Spielstätte · Vorstellung · Schauspiel

Spielstätte passt zum Ort. Vorstellung bezeichnet einen Aufführungstermin. Schauspiel kann ein Werk, seine Aufführung oder in bestimmten Städten ein Haus meinen, hat aber nicht sämtliche Bedeutungen von Theater.

„Das Theater wird renoviert“ betrifft das Gebäude. „Die Vorstellung wird verschoben“ betrifft einen Termin.

Ein Austausch muss denselben Gegenstand erhalten.

Bei Kunst und Aufregung

darstellende Kunst · Spielbetrieb · Getue · Aufregung

Getue gehört zur abwertenden Alltagsverwendung. Es ist kein neutraler Ersatz für die Kunstform. Spielbetrieb beschreibt den organisierten Aufführungsbetrieb, nicht jede künstlerische Eigenschaft.

„Sie interessiert sich für Theater“ lässt ein Kunstinteresse erkennen. „Sie interessiert sich für Getue“ würde eine andere und abwertende Aussage erzeugen.

Der Ton ist hier ebenso wichtig wie der sachliche Bezug.

Beispiele und Verwendung

Gebäude und Einrichtung trennen

„Das Theater bleibt im Sommer geschlossen, zeigt aber Gastspiele auf einer Freilichtbühne.“

Das Haus ist geschlossen, während die Institution andernorts weiterarbeitet. Die beiden Verwendungen widersprechen einander nicht.

Ein Urteil nicht übernehmen

„Die Figur schimpft über das angebliche Theater, doch das Gespräch löst am Ende den Streit.“

Angeblich kennzeichnet die fremde Bewertung. Der spätere Nutzen der Aussprache muss bei einer Deutung erhalten bleiben.

Grammatik und Beugung

Das Nomen ist neutral: das Theater. Der Genitiv lautet des Theaters, der Plural die Theater. Im Dativ Plural steht den Theatern.

Die Tabelle gilt für zählbare Häuser, Einrichtungen beziehungsweise Ensembles. Als Aufführung, Publikum, Kunstform und abwertendes Getue wird Theater in den hier erklärten Bedeutungen ohne Plural verwendet.

In ins Theater gehen ist in das zu ins zusammengezogen; die Richtung verlangt Akkusativ. Bei im Theater warten steht in dem mit Dativ. Die Satzrolle ist vom grammatischen Genus zu unterscheiden.

Theater: Fälle und Formen
FallSingularPlural
Nominativdas Theaterdie Theater
Genitivdes Theatersder Theater
Dativdem Theaterden Theatern
Akkusativdas Theaterdie Theater

Schreibweise und Worttrennung

Die Worttrennung lautet The·a·ter. Das Nomen beginnt mit Th. In Theater spielen steht Theater groß, spielen als Verb dagegen klein.

Redewendungen und feste Verbindungen

Theater spielen

Die Verbindung kann wörtlich das Aufführen eines Stücks bedeuten. Umgangssprachlich kann sie auch heißen, einen Zustand oder ein Gefühl nur vorzutäuschen. Der Zusammenhang muss die beiden Verwendungen auseinanderhalten.

„Im Dialog wirft Nora ihrem Bruder vor: »Du spielst nur Theater, damit du nicht aufräumen musst.«“

Nora unterstellt ein Vortäuschen. Eine sachliche Zusammenfassung sollte ihren Vorwurf als solchen wiedergeben, wenn die Erzählung ihn nicht bestätigt.

Ein Theater um etwas machen

Die umgangssprachlich abwertende Verbindung bezeichnet eine als übermäßig empfundene Aufregung um einen Anlass. Sie ist keine neutrale Beschreibung einer berechtigten oder unberechtigten Beschwerde.

„Der Erzähler behauptet, die Figur mache wegen der Sitzordnung ein großes Theater.“

Die Bewertung gehört zum Erzähler. Welche Folgen die Sitzordnung tatsächlich hat, müsste der weitere Text zeigen.