Thema
Form & Grammatik
- Stichwort
- Thema
- Worttrennung
- The·ma
- Artikel
- das
- Geschlecht
- Neutrum
- Genitiv
- des Themas
- Plural
- die Themen; auch die Themata
Definition · kurz erklärt
Ein Thema ist der Gegenstand, um den es in einem Gespräch, Text oder Werk geht. In Musik, Sprachwissenschaft und Geschichte hat das Wort außerdem besondere fachliche Bedeutungen.
Bedeutungen
1 Worum es in einem Gespräch oder Werk geht
Das Thema benennt den gedanklichen Gegenstand einer Besprechung, Untersuchung oder Darstellung. Es kann sehr weit gefasst sein oder eine bestimmte Frage betreffen. Eine Überschrift kann auf das Thema hinweisen, muss es aber nicht vollständig benennen.
„Das Thema des Aufsatzes ist der Umgang mit verlorenen Erinnerungen.“
Die Formulierung nennt einen Gegenstand, nicht bereits die genaue Aussage des Aufsatzes. Ob Erinnerungen bewahrt, verdrängt oder neu geordnet werden, muss der Text selbst zeigen.
2 Ein musikalischer Gedanke
In der Musik kann Thema einen musikalischen Gedanken meinen, der wiedererkennbar ist und in einem Stück weitergeführt oder verarbeitet wird. Nicht jede beliebige Stelle eines Stücks ist deshalb ein eigenständiges Thema.
„Im zweiten Abschnitt kehrt das Thema in veränderter Form zurück.“
Die Wiederaufnahme macht eine musikalische Beziehung zwischen den Abschnitten sichtbar. Welche Töne, Rhythmen oder Harmonien verändert werden, müsste eine genaue Analyse zusätzlich beschreiben.
3 Die Ausgangsinformation eines Satzes
In der Sprachwissenschaft kann Thema das nennen, woran eine Aussage anknüpft. Dem steht das Rhema gegenüber, das die neue Aussage darüber enthält. Die genaue Verteilung hängt vom Zusammenhang ab; das Thema ist nicht automatisch immer das grammatische Subjekt.
„Im Gespräch über ein bestimmtes Buch sagt Lea: „Das Buch habe ich gestern gekauft.““
Das bereits besprochene Buch kann hier den Ausgangspunkt der Information bilden, obwohl ich das Subjekt des Satzes ist. Satzfunktion und Informationsgliederung sind verschiedene Ebenen.
4 Ein historischer Verwaltungsbezirk
In der Geschichte des Byzantinischen Reiches bezeichnet Thema auch einen Verwaltungsbezirk. Hier handelt es sich um einen Fachausdruck und nicht um den Gegenstand eines Gesprächs.
„Der Geschichtsatlas zeigt die Grenzen mehrerer byzantinischer Themen.“
Karte, Grenzen und byzantinisch machen den historischen Sinn erkennbar. Welche Aufgaben die jeweiligen Bezirke in einer bestimmten Zeit hatten, erklärt diese Wortverwendung allein nicht.
Thema: Synonyme und andere Wörter
Gegenstand, Stoff oder Sujet?
Gegenstand ist eine sachliche allgemeine Alternative. Stoff kann in der Literatur das Material meinen, aus dem eine Geschichte gestaltet wird. Sujet besitzt eigene kunst- und erzähltheoretische Verwendungen.
Die Wörter überschneiden sich, benennen aber nicht immer dieselbe Ebene. Ein bestimmter Stoff kann etwa in mehreren Werken mit unterschiedlicher thematischer Ausrichtung verarbeitet werden.
„Der Roman erzählt eine Fluchtgeschichte“ nennt einen Stoff beziehungsweise Handlungszusammenhang. „Der Roman behandelt das Thema Vertrauen“ benennt einen gedanklichen Schwerpunkt.
Thema oder Motiv?
Ein Motiv kann ein wiederkehrendes inhaltliches oder gestalterisches Element sein. Thema ist im allgemeinen Textbezug der übergreifende Gegenstand.
Eine Deutung sollte zeigen, wie ein bestimmtes Motiv zum Thema beiträgt. Ein einzelner wiederkehrender Gegenstand ist nicht schon ohne Begründung das gesamte Thema eines Werkes.
„Der verschlossene Brief ist ein wiederkehrendes Motiv“ und „Das Thema ist verlorenes Vertrauen“ können zwei zusammenhängende Beobachtungen zu derselben Geschichte sein.
Beispiele und Verwendung
Ein Thema eingrenzen
„Wir schreiben über Freundschaft.“ – „Wir untersuchen, wie die Figuren nach einem Streit Vertrauen zurückgewinnen.“
Die zweite Fassung grenzt den Untersuchungsgegenstand stärker ein. Ein weites Thema wird dadurch zu einer konkreteren Frage, an der sich Auswahl und Analyse der Textstellen orientieren können.
Titel und Aussage unterscheiden
„Der Titel lautet Die leere Bank; das Thema ist der Umgang mit Abwesenheit.“
Der Titel nennt ein Bild. Die thematische Deutung muss am Werk begründet werden und kann nicht allein aus dem Titel abgelesen werden.
Grammatik und Beugung
Thema ist ein neutrales Substantiv: das Thema, im Genitiv des Themas. Die Pluralformen lauten Themen und Themata. Beide Formen gehören zum selben Lemma, nicht zu einer Steigerung oder einer anderen Wortart. Die Worttrennung lautet The·ma.
In der Übersicht stehen die beiden vollständig belegten Pluralreihen nebeneinander. Nach den heißt es den Themen beziehungsweise den Themata. Es wird kein zusätzliches n an Themata angehängt.
| Fall | Singular | Plural: Themen | Plural: Themata |
|---|---|---|---|
| Nominativ | das Thema | die Themen | die Themata |
| Genitiv | des Themas | der Themen | der Themata |
| Dativ | dem Thema | den Themen | den Themata |
| Akkusativ | das Thema | die Themen | die Themata |
Feste Verbindung
Kein Thema sein
Kein Thema sein kann ausdrücken, dass etwas nicht zur Debatte steht oder nicht als Problem angesehen wird. „Ein anderer Termin ist kein Thema, wir können beide Tage anbieten“ meint hier, dass die Änderung kein Problem macht. „Ein Verkauf ist derzeit kein Thema“ kann dagegen bedeuten, dass er gar nicht erwogen wird. Die übrige Aussage entscheidet über die Lesart.
