Tonfall
Form & Grammatik
- Stichwort
- Tonfall
- Worttrennung
- Ton·fall
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Tonfalls / des Tonfalles
- Plural
- die Tonfälle
Plural selten. Genitiv auch des Tonfalles; Klangbeschreibung und wahrgenommene Haltung auseinanderhalten.
Definition · kurz erklärt
Tonfall bezeichnet die hörbare Art des Sprechens, etwa Sprachmelodie und Klang. Das Wort kann auch die Haltung benennen, die in einer Äußerung zum Ausdruck kommt. Derselbe Wortlaut kann je nach Tonfall anders wirken.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Klang und Sprachmelodie
Der Tonfall umfasst, wie eine Stimme beim Sprechen klingt und wie sich ihre Tonhöhe bewegt. Er kann auch an eine regionale Sprechweise erinnern. Die Beschreibung sollte konkrete Wahrnehmungen nennen, statt aus dem Klang unmittelbar einen ganzen Charakter abzuleiten.
An ihrem singenden Tonfall erkannte die Figur die vertraute Sprechweise wieder.
Die Aussage betrifft den Klang. Eine Herkunft lässt sich nicht in jedem Fall sicher allein daraus bestimmen.
Bedeutung 2: Die Haltung in einer Äußerung
Ein freundlicher, spöttischer oder schroffer Tonfall beschreibt die wahrgenommene Art, in der jemand etwas sagt. Dabei geht es um die Wirkung des Sprechens. Wortlaut und Tonfall können zusammenpassen oder sich widersprechen.
Mit betont freundlichem Tonfall sagte er, sie möge die Tür nun wirklich schließen.
Die übertriebene Freundlichkeit kann im Zusammenhang ungeduldig wirken. Der einzelne Satz entscheidet die Absicht noch nicht sicher.
Synonyme: andere Wörter für Tonfall
Klang und Haltung genauer beschreiben
Sprachmelodie · Intonation · Sprechweise · Ton
Intonation betont den Verlauf der Tonhöhe und weitere lautliche Gestaltung. Sprechweise ist weiter. Ton kann die soziale Haltung einer Äußerung meinen. Betonung einzelner Wörter ist nur ein möglicher Bestandteil des gesamten Tonfalls.
„Sie spricht mit steigender Sprachmelodie“ beschreibt ein hörbares Merkmal; „Sie spricht spöttisch“ deutet seine Wirkung und braucht den Zusammenhang.
Beispiele und Verwendung
Wortlaut und Wirkung vergleichen
Ein knappes Schon gut kann im beruhigenden Tonfall Zustimmung, im gereizten Tonfall Abwehr ausdrücken.
Die gleichen Wörter legen die Wirkung nicht vollständig fest.
Eine Textbeobachtung belegen
Die Redeeinleitung beschreibt den Tonfall als zögernd; anschließend stellt die Figur dieselbe Frage noch einmal.
Sprechbeschreibung und Wiederholung können gemeinsam die Unsicherheit der Figur zeigen.
Ein Urteil begrenzen
Der Erzähler nennt den Tonfall kühl, beschreibt aber zugleich eine hilfsbereite Handlung.
Ein einzelner Höreindruck charakterisiert nicht automatisch die gesamte Person.
Grammatik und Beugung
Es heißt der Tonfall, Genitiv des Tonfalls oder des Tonfalles. Der seltene Plural lautet die Tonfälle, im Dativ den Tonfällen.
Die Worttrennung ist Ton·fall. Die Tabelle zeigt die kürzere Genitivvariante; die längere Form verändert die Bedeutung nicht.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Tonfall | die Tonfälle |
| Genitiv | des Tonfalls | der Tonfälle |
| Dativ | dem Tonfall | den Tonfällen |
| Akkusativ | den Tonfall | die Tonfälle |
