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Übel

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Übel
Worttrennung
Übel
Artikel
das
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Übels
Plural
die Übel

Meist gehoben; Leiden besonders im älteren Sprachgebrauch. Das Böse als abstrakte Bedeutung ohne Plural.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ein Übel ist ein nachteiliger Zustand, eine schlimme Sache oder ein Leiden. Das Wort kann auch das Böse als abstrakten Begriff bezeichnen. Es wirkt meist gehoben; Bedeutung und Numerus hängen vom Zusammenhang ab.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Ein Missstand oder eine schlimme Sache

Ein Übel beeinträchtigt Menschen oder ihre Lebensverhältnisse. Das kann ein einzelner Nachteil sein oder ein größerer Missstand. Die Bezeichnung enthält bereits eine negative Bewertung; was genau daran schädlich ist, sollte der Text erklären.

Der dauernde Lärm war für die Bewohner das größte Übel des Umbaus.

Gemeint ist eine konkrete Belastung. Das Wort allein sagt noch nicht, wie stark jede einzelne Person davon betroffen war.

Bedeutung 2: Ein Leiden oder eine Krankheit

Besonders in älteren oder gehobenen Texten kann Übel ein körperliches Leiden benennen. Bei der Lektüre ist deshalb zu prüfen, ob die Figur über einen gesellschaftlichen Missstand oder über eine gesundheitliche Beschwerde spricht.

Die alte Erzählung berichtet von einem Übel, das den Wanderer lange ans Bett fesselte.

Der Zusammenhang mit dem Krankenbett macht die ältere Bedeutung erkennbar. Eine bestimmte Krankheit lässt sich daraus nicht ableiten.

Bedeutung 3: Das Böse als abstrakter Begriff

In philosophischen oder religiösen Zusammenhängen kann das Übel für das Böse stehen. In dieser abstrakten Bedeutung wird es ohne Plural verwendet. Ein Text kann nach seiner Herkunft fragen, ohne damit einzelne Missstände aufzuzählen.

Der Aufsatz fragt, wie die Erzählung den Ursprung des Übels deutet.

Hier steht ein übergreifender Begriff im Mittelpunkt. Die Antwort hängt von der Argumentation des untersuchten Textes ab.

Synonyme: andere Wörter für Übel

Den Nachteil genauer benennen

Missstand · Nachteil · Plage · Leiden

Missstand passt zu einem problematischen Zustand, Nachteil zu einer ungünstigen Folge. Leiden trifft die ältere gesundheitliche Bedeutung. Die Wörter sind deshalb keine beliebig austauschbare Reihe.

„Die fehlende Beleuchtung ist ein Übel“ lässt sich als „Die fehlende Beleuchtung ist ein Missstand“ präzisieren; „das Böse“ wäre hier zu weit.

Beispiele und Verwendung

Eine Bewertung erklären

Die Figur nennt die Einsamkeit ein Übel, weil ihr jedes Gespräch fehlt.

Die Begründung zeigt, aus welcher Perspektive der Zustand negativ bewertet wird.

Nomen und Adjektiv unterscheiden

Das Übel ist ein Nomen; übel in einem üblen Geruch ist ein Adjektiv.

Groß- und Kleinschreibung unterscheiden hier die Wortarten. Eine Krankheit oder ein Nachteil ist keine Beugungsform des Adjektivs.

Grammatik und Beugung

Es heißt das Übel, Genitiv des Übels, Plural die Übel. Im Dativ Plural steht den Übeln. In der abstrakten Bedeutung das Böse entfällt der Plural.

Die Worttrennung lautet Übel. Das einzelne Anfangs-Ü wird bei der Worttrennung nicht als eigene Silbe abgetrennt.

Übel: Fälle und Formen
FallSingularPlural
Nominativdas Übeldie Übel
Genitivdes Übelsder Übel
Dativdem Übelden Übeln
Akkusativdas Übeldie Übel

Redewendungen und feste Verbindungen

Das kleinere Übel

Damit ist von zwei ungünstigen Möglichkeiten die weniger nachteilige gemeint. Sie wird dadurch nicht zu einer guten Möglichkeit.

Sie nahm den längeren Fußweg als das kleinere Übel in Kauf, weil sie nicht an der lauten Straße warten wollte.

Der Vergleich verlangt zwei tatsächlich als nachteilig empfundene Möglichkeiten.

Ein notwendiges Übel

So nennt man etwas Unangenehmes, das man für einen bestimmten Zweck als unvermeidbar ansieht.

Die Figur betrachtet das frühe Aufstehen vor jeder Reise als notwendiges Übel.

Die Formulierung gibt ihre Bewertung wieder; sie beweist keine allgemeine Unvermeidbarkeit.